Angler: oft Ärger mit Umweltsündern

Erbsenbach als Müllkippe

+
Das Fahrrad im Erbsenbach wirkte für einige Zeitungen als „Bremse“. Über rund 800 Meter wurde das Gewässer verunreinigt.

Dieburg - Der Erbsenbach, der den artenreichen Glaubersgraben speist, wurde am Wochenende mit Zeitungen und ein altem Fahrrad verunreinigt. Die Angler sind verärgert, die Tätersuche ist schwierig. Von Jens Dörr

„Das kommt immer wieder vor - doch diesmal hatten wir die Nase voll.“ Verärgert ist in diesen Tagen nicht nur Udo Vischer, Mitglied im Vorstand des Angelsportclubs (ASC) 1933 Dieburg.

Am Wochenende wurde - bis Anfang dieser Woche weithin sichtbar - einmal mehr ein Dieburger Gewässer verschmutzt. Diesmal waren es Zeitungen und ein Fahrrad, die den Erbsenbach verunreinigten. Betroffen war der Bereich vom Burgweg-Kreisel (Bauer Stix) an gen Norden - dort wurde auch das Fahrrad gefunden und von dort aus scheint’s die Zeitungen von der Brücke geworfen. Bis hinein in den Glaubersgraben, nach Vischers Schätzung rund 800 Meter weit, erstreckte sich die sichtbare Verschmutzung. Dabei, so Vischer, handele es sich noch um eine unschöne, aber relativ harmlose Schandtat. „Besonders schlimm ist es, wenn Farbeimer oder Chemikalien im Gewässer landen.“ Chemikalien können auch aus Feuerlöschern austreten. Auch ein solcher hatte der Bürger, der den ASC wegen der Verschmutzung alarmiert hatte, im Erbsenbach entdeckt. Ihn hatte Vischer seinerseits zwar noch nicht ausfindig machen können; er hoffe aber, dass es sich um einen entleerten handele. Auch Blaue und Grüne Tonnen waren in Dieburgs Gewässern schon entsorgt worden. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Fische im Erbsenbach

Wer meint, im relativ schmalen Erbsenbach gebe es keine Fische, der irrt. Vor allem aber speist das Bächlein den Glaubersgraben, in dem beispielsweise Welze, Forellen, Schleien und Aale zu finden sind. Dieburg ist Eigentümer der Wasserläufe in der Stadt und auch der Seen. Der ASC hat alle Gewässer sowie den Wolfgangsee und den Forsteck-Weiher zwecks Nutzung gepachtet. Auch um die Reinigung kümmern sich die Mitglieder immer wieder.

Für die Bekämpfung der Verschmutzung ist prinzipiell aber die Stadt verantwortlich: So meldete Vischer den Vorfall vom Wochenende dem Ordnungsamt, das wiederum den Bauhof mit der Reinigung beauftrage.

Was das Finden der Übeltäter angeht, wirkt Vischer anfangs dieser Woche etwas resigniert. „Im Prinzip kannst du nur auf einen Zufall hoffen.“

Wobei in der Vergangenheit gerade Verlage konsequent reagiert hätten, sei ihnen von der unrechtmäßigen Entsorgung (anstatt angeordneten Verteilung) ihrer Blätter berichtet worden.

Eine geheime Videoüberwachung etwa an den Seen oder bestimmten Stellen der Wasserläufe sei rechtlich praktisch nicht möglich, so Vischer zudem. In erster Linie wollten die Angler die Bevölkerung – weiterhin – für das Thema sensibilisieren und bitten, gesichtete Verschmutzungen an den Verein oder das Ordnungsamt zu melden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare