Das Ergebnis ist eigentlich Nebensache

+
Das Team der Dieburger Behindertenhilfe (in Weiß) zählte zu den ältesten beim „Südhessen-Pokal“.

Dieburg/Münster - Zwölf durchaus ehrgeizige Teams, Mannschaften aus der gesamten Südhälfte Hessens - doch Ergebnisse ausnahmsweise mal unwichtig: „Beim ,Südhessen-Pokal’ kommt es nur darauf an, dass die Spieler Spaß haben“, sagt Joachim Karn am Donnerstagvormittag. Von Jens Dörr

Nur so kriege man behinderte Menschen zum Sport. Beim „Südhessen-Pokal“ war es König Fußball: Zum zweiten Mal in Folge richtete der Verein Behindertenhilfe für Dieburg und Umgebung das Spektakel im Gersprenzstadion Münster aus. Das Turnier selbst gibt es bereits länger.

„Wir haben hier eine top Anlage und genügend Platz auch neben dem Spielfeld“, lobt Karn. Da sei es auch „völlig okay“, dass man der Gemeinde Münster Geld für die Nutzung fürs Turnier der hessischen Behindertenwerkstätten zahlen müsse. „Ums Geldverdienen geht es uns mit der Veranstaltung nicht, da sind wir über eine schwarze Null schon froh“, stellt Karn heraus. Er zählt zum zwölfköpfigen Team des Dieburger Vereins, das Dienst an der Turnierleitung und am Essensstand schiebt.

Muhly verzichtete auf seine Spesen

Teilweise pfeifen Gruppenleiter der Behindertenhilfe die Spiele am Donnerstag selbst, teilweise regelt auch ein „echter“ Schiedsrichter die Sache: Karl Muhly aus Heubach ist zwar Herr auf dem Kleinfeld, doch lässt er in Sachen Vorschriftenauslegung Nachsicht walten. Die Menschen mit Behinderung führen beispielsweise die Einwürfe meist falsch aus, bleiben dabei oft nicht mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, sondern springen teilweise regelrecht ab. Was im regulären Spielbetrieb zu einem Einwurf für den Gegner führt, wird beim „Südhessen-Pokal“ toleriert. Muhly verzichtete auf seine Spesen, pfiff für die gute Sache gratis.

Auch die Dieburger Behindertenhilfe ist mit einer Mannschaft dabei. Allerdings habe man eines der ältesten Teams, weshalb es offen sei, wie lang man noch eine Vertretung bei den Turnieren stellen könne, so Karn. Aktuell ist das noch möglich, weshalb die Dieburger die Ausrichtung des Turniers ein zweites Mal in Folge übernommen haben. Zuvor gab es wechselnde Spielorte.

Training einmal wöchentlich

Karn, Gruppenleiter in einer der Werkstätten im Dieburger Industriegebiet-Nord ist sozusagen Mann vom Fach: Er stand im Tor von Fußball-B-Ligist SV Heubach. Von Torwart-Titan Oliver Kahn trennt ihn also lediglich ein Buchstabe im Nachnamen. Karn erläutert, die Dieburger Mannschaft trainiere im Sommer einmal wöchentlich und im Winter alle zwei Wochen.

Dann gehe es in eine Soccer-Halle nach Ober-Roden. Während andere, größere Werkstätten eigens für den Sport mit den Behinderten Personal abstellen könnten, laufe das in Dieburg als eher kleinere Einrichtung „so nebenher“.

Dennoch bemühe man sich, den Frauen und Männern sportliche Betätigung einigermaßen häufig zu ermöglichen. An Wettkampfangeboten im Behindertensport mangele es inzwischen längst nicht mehr, freut sich Joachim Karn unterdessen. Teilweise werden die Menschen noch einmal in verschiedene Gruppen unterteilt, je nach Behinderungsgrad.

Bei der an die „Special Olympics“ angegliederten Veranstaltung „Südhessen-Pokal“ nahmen die Verantwortlichen diese Einteilung derweil nicht vor.

Kommentare