Erinnerungen an die Kapuziner

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Bruder Berthold, der Guardian des Kapuzinerklosters.

Dieburg - Der Abschied von den Kapuzinern Ende November fiel den Dieburgern schwer – künftig soll der derzeit noch provisorische Kreisel am Marienplatz an die Ordensbrüder erinnern. Von Lisa Hager

Die CDU hatte in der letzten Stadtverordnetensitzung vor dem Jahreswechsel einen Antrag auf die Bezeichnung des Kreisels als „Kapuzinerplatz“ eingebracht. Sie hatte damit die Idee eines Bürgers aufgegriffen. Zusammen mit den Grünen fanden sich eine Mehrheit für ihre Initiative.

Frederik Schikora (CDU) hatte den Antrag im Parlament begründet. Fast 400 Jahre hätten die Kapuziner Dieburg mitgeprägt, sagte er. Um an sie zu erinnern, sollte der künftige neue Kreisverkehrsplatz am Marienplatz nach ihnen benannt werden. Zusätzlich, so hatte es die CDU in ihrem Antrag erläutert, könnte sich das Leben der Kapuziner in Dieburg auch in der Gestaltung des Kreisels wiederfinden. Es gehe nicht um eine Umbenennung des Marienplatzes, sondern um eine Namensgebung für den neuen Kreisverkehrsplatz.

Mehrheit votierte für Benennung

FDP und SPD, die das Ansinnen ablehnten, sparten nicht mit Kritik. „Es gibt sicher andere, sinnvollere Möglichkeiten, den Kapuzinern Ehre zu erweisen“, meinte Wilhelm Reuscher (FDP). Schon jetzt heiße der Kreisel in der Bevölkerung nach dem Marienplatz, das sollte man nicht ändern.

Friedrich Böhm (SPD) schloss sich dieser Argumentation an – wenn auch vergeblich: Die Mehrheit von CDU und Grünen votierte für die Benennung.

Eine andere Idee hat das Team des Museums Schloss Fechenbach, um an die mehr als 360 Jahre, in denen die Kapuziner in Dieburg wirkten, zu erinnern: Mit einer Sonderausstellung unter dem Titel „Volksnah und gottverbunden – Die Kapuziner in Dieburg“ möchte das Museums-Team das Leben der Mönche dokumentieren. Ein Teil der Bibliothek, Gemälde, Dokumente aber auch Mobiliar und Alltagsgegenstände werden präsentiert. Noch suchen die Museumsmitarbeiter weitere Spuren des Kapuzinerlebens. Gern würden sie persönliche Erinnerungen, Anekdoten und Fotos aus der Erinnerung und dem Besitz von Bürgern mit in die Ausstellung integrieren.

Wer etwas zur Ausstellung beitragen kann, kann Kontakt mit Karin Zuleger vom Museum unter 06071 2002 451 aufnehmen. Die Ausstellung wird am Sonntag, 24. Februar, eröffnet und dauert bis Anfang Juni.

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