Auch Anwohner der Darmstädter Straße beschweren sich

Erneut Ärger über Bushaltestelle

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Bernd Weißbäcker (kariertes Hemd) und Nachbarn wehren sich gegen die Haltestelle an der Darmstädter Straße und fordern eine Verlegung.

Dieburg - Nachdem sich Anwohner der Aubergenviller Allee über eine aus ihrer Sicht ungünstig platzierte Bushaltestelle beklagt haben, wird nun auch aus der Darmstädter Straße Kritik laut. Von Stefan Scharkopf 

Wie sich die Bilder gleichen: Ein Kreuz, aufgesprüht in grellem Rosa auf dem Trottoir vor ihrem Haus, ließ Anwohner der Aubergenviller Straße rätseln. Was da wohl hinkommt? Dasselbe fragten sich auch Familien aus der Darmstädter Straße. Lange mussten sie nicht auf eine Antwort warten. Die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina) hat das Linienbündel Groß-Umstadt neu vergeben. Im Zuge dessen gab die Dadina im November 2017 bekannt, dass eine Linie zwischen Dieburg und Münster neu eingeführt wird, um den Wunsch nach einer besseren Anbindung des Dieburger Westens an den ÖPNV Rechnung zu erfüllen. Die Ortsverbindungslinie MD (Münster – Dieburg) verknüpft, wie bereits berichtet, die Wohn-, Schul- und Versorgungsstandorte von Münster mit dem Gewerbegebiet Nord, dem Bahnhof Dieburg sowie den Wohngebieten im Westen, und das seit dem 9. April. Zur Andienung des Ganzen ist aus Dadina-Sicht eine Haltestelle nötig. In der Darmstädter Straße Richtung Münster stoppen die Busse in Höhe der Hausnummer 28, in der Gegenrichtung vor dem Haus schräg gegenüber.

Aus einem Provisorium wurde ein paar Tage später ein fest installiertes Bushaltestellenschild. Bernd Weißbäcker und sein Nachbar Mariusz Pankowski wandten sich an das Ordnungsamt der Stadt bzw. das Anregungs- und Ereignismanagement: Sie fragten nach, warum die Anwohner nicht gezielt informiert wurden und legten „vorsorglich gegen diesen Verwaltungsakt Einspruch“ ein. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, so Weißbäcker. Einverstanden mit dem Standort sind beide nicht. Sie halten ihn für ungeeignet, weil es einen Radweg gibt und die Gefahr einer Kollision von Radlern und Bus-passagieren geben könnte, die Einmündung zur Leer blockiert werde und auf der Landesstraße ohnehin schon ein enormes Verkehrsaufkommen mit Lärmbelästigung herrsche. „Es gab auch schon Pöbeleien von Radfahrern“, hat Leona Brand beobachtet. Weiterer Lärm durch die Busse, wartende oder ein- und aussteigende Passagiere würden die Privatsphäre der Anwohner erheblich stören. Alle Betroffenen hätten – das machten auch die Anwohner an der Aubergenviller Allee geltend – ihre Schlafzimmer zur Straße hin. Weißbäcker und Pankowski fragen sich nun, warum die Gründe dort – wie in unserer Zeitung berichtet – zu einer Verlegung geführt haben und in der Darmstädter Straße unberücksichtigt blieben?

Beide schlagen einen anderen Standort vor. „Auf Höhe Haus Priska wäre es geeigneter. Hier gibt es keinen Radweg. Auch der Abstand der Straße zum Gebäude ist um einiges größer, und es gibt dort keine Wohnräume. Gegenüber ist nur die Einmündung Mörsstraße.“

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Das Ordnungsamt der Stadt antwortete den Anwohnern, dass die neuen Bushaltestellen bei einem Ortstermin gemeinsam mit der Dadina festgelegt worden seien. Die Bedenken bezüglich der Lage der Haltestelle werde man sehr ernst nehmen und die Entwicklung aufmerksam beobachten. Die Ordnungspolizei werde den Bereich verstärkt „bestreifen“. Sollte sich zeigen, dass der Standort tatsächlich ungeeignet ist, werde die Dadina umgehend informiert und angeregt, die Haltestelle zu versetzen. Einen klassischen Radweg gebe es dort aber nicht, vielmehr handele es sich um einen Gehweg mit der Bezeichnung „Fahrradfahrer frei“. Das heißt, die Radler können dort auch auf der Straße fahren – was eine Kollision mit Bus-passagieren weniger wahrscheinlich mache.

Da die Busse nun erst seit 9. April fahren, werde man die grundsätzliche Entwicklung der Buslinie abwarten müssen, heißt es weiter aus dem Ordnungsamt. Einen zeitlichen Horizont, wie lange denn die Situation beobachtet werden müsste, gibt es nicht. Letztlich sei es eine Sache der Dadina: abzuwarten bleibe auch, wie stark denn überhaupt die Strecke Münster-Dieburg genutzt wird.

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