18 Apartments am Dieburger Bahnhof

Erst Archäologen, dann Bauarbeiter

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Auf dem Eckgrundstück zwischen den Straßen Fuchsberg und Am Bahnhof sollen bis Ende 2020 in zwei Häusern 18 neue Wohnungen entstehen, darunter auch „Mikro-apartments“.

Vor der Errichtung von 18 Apartments am Dieburger Bahnhof erwarten die Bauherren Funde aus der Römerzeit. Der Einzug der Mieter ist für Ende 2020 geplant.

Dieburg – Die Abrissgenehmigung liegt vor, die Baugenehmigung wird in diesen Tagen eingereicht: In die Bebauung des Geländes mit dem ehemaligen Seniorentreff auf dem Eckgrundstück zwischen den Straßen Fuchsberg und Am Bahnhof kommt in den nächsten Wochen für jeden sichtbare Bewegung. Ende 2020 sollen auf dem Areal, das die Bauherrengemeinschaft „Fuchsberg GbR“ von Timm und Christian Früchtenicht sowie Janek Riedl von der Stadt Dieburg gekauft hat (wir berichteten), Menschen in 18 neuen Wohnungen einziehen. Vorher werden aber noch historische Funde erwartet.

„Wir schätzen, dass wir auf den Grundstück Bodendenkmäler antreffen werden“, sagt Christian Früchtenicht. Deshalb habe man sich bereits mit dem Landesamt für Denkmalpflege, der „hessenARCHÄOLOGIE“ getroffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Bekanntlich hat Dieburg eine römische Vergangenheit, „der Fuchsberg soll in einem Töpferviertel gelegen haben und auch beim Bau des Parkplatzes gegenüber gab es schon römische Funde“.

Über das Thema einfach hinwegsehen können die Bauherren trotz aller Umstände und Kosten freilich nicht, müssen laut Früchtenicht sogar mehr beachten als einst. „Früher war die Pflicht des Investors lediglich, die Grabungen zu tolerieren. Heute müssen wir sie auch bezahlen. Es handelt sich also um eine Mehrbelastung, die in die private Hand verlagert wurde.“ Behalten dürfe man mögliche wertvolle Funde trotzdem nicht. Sie gehen nach der Sicherung und wissenschaftlichen Untersuchung gemeinhin an staatliche Museen.

Immerhin: „Der Abriss des Seniorentreffs und der beiden Carports auf dem Gelände kann in Kürze beginnen und parallel zu den Grabungen stattfinden“, so Früchtenicht. „Für den Abriss haben wir eine separate Genehmigung und müssen nicht auf die Baugenehmigung warten.“ Diese werde man vom Kreisbauamt voraussichtlich in etwa drei Monaten erteilt bekommen.

Damit könnten die Bauarbeiten im Spätsommer beginnen. Vorgesehen sind zwei Gebäude und Parkplätze sowohl im Freien als auch in einer Tiefgarage. „Auf der Ostseite des Geländes werden wir neun oberirdische Stellplätze haben“, erläutert Früchtenicht das Geplante und auch vom Stadtparlament über die Aufstellung des Bebauungsplans Beschlossene. „24 Stellplätze werden unterirdisch sein. Die Ein- und Ausfahrt in die Tiefgarage befindet sich zum Fuchsberg hin.“ Dort wird es zwischen Rampe und Straße eine Ausweichbucht geben, wenn sich ein- und ausfahrende Fahrzeuge begegnen. Damit soll ein Rückstau auf die Straße „Fuchsberg“ verhindert werden.

Die 18 Wohnungen auf dem 1 500 Quadratmeter großen Areal, für das die Bauherren mehr als 300 000 Euro an die Stadt bezahlt haben, teilen sich auf ein größeres Gebäude auf der West- und ein kleineres Gebäude auf der Ostseite auf. Die Gebäude bestehen aus Erdgeschoss, zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss und orientieren sich in der Höhe am Gebäude „Fuchsberg 30“. Im westlichen Gebäude entstehen zehn größere Wohnungen mit Wohnflächen von bis zu 100 Quadratmetern.

Das kleinere Haus wird komplett für „Mikroapartments“ von etwa 40 Quadratmetern Wohnfläche genutzt. „Wir glauben, dass daran Bedarf besteht – etwa von Personen, die im Dieburger Industriegebiet arbeiten und nur unter der Woche hier wohnen“, sagt Christian Früchtenicht für die Bauherren. Alle Wohnungen sollen vermietet werden, „der Einzug der Mieter ist für Ende nächsten Jahres realistisch“.

VON JENS DÖRR

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