Tage der offenen Ateliers in Dieburg / Hénons boten „Einsteigehilfen“ an

Erste Versuche mit Kohlestift

Die Workshopteilnehmer versuchten sich im Atelier Hénon an einer Kohlezeichnung.

Dieburg - (ves)  „Wir hatten an beiden Tagen sehr regen Zulauf“, freut sich Sue Hénon. „Allein am Samstag haben wir über 120 Besucher und Kunstinteressierte gezählt.“ Im Rahmen des südhessischen Kultursommers öffneten am Wochenende wieder mehrere Ateliers ihre Pforten.

Der Dieburger Bildhauer Martin Konietschke im Steinweg war bereits zum elften Mal beim Kultursommer dabei. Teilgenommen hatte auch wieder Günter Grosch, der zu Gesprächen über Kunst und zum Zuschauen beim Ausdrucksmalen einlud. Edith Kaiser zeigte den Besuchern in ihrer Septemberausstellung 50 bis 70 Gemälde in Acryl zum Thema „Blütenträume und Traumwelten“.

Das Atelier Sue und Sylvain Hénon lud auf eine Zeitreise durch 15 Jahre Kunst ein - so lange besteht die Einrichtung schon. Sie zeigten nicht nur eigene Arbeiten, sondern auch Werke von Erwachsenen und Kindern, die die Kunstschule besuchen.

Im Laufe der Zeit haben die Schüler ihren eigenen Stil entwickelt - das wird bei den ausgestellten Arbeiten deutlich. So unter anderem an den Werken von Andreas Popp. Sein Erstlingswerk aus dem Jahre 1993 war eine Kohlezeichnung, ein Stillleben. Daneben präsentierte er seine neusten Werke, die in die Richtung „Gesichter im Gesicht“ nach Horst Jansen gehen. „An seinem Stil kann man ganz deutlich den Entwicklungsprozess nachvollziehen, den Andreas durchgemacht hat“, erklärt Hénon.

Etwas Besonderes in diesem Jahr war ein kostenloser Workshop für Erwachsene unter dem Motto „Zeichnen kann jeder“. Dass dies wirklich so ist, bewiesen die Teilnehmer. Mit viel Energie und mehr oder weniger Talent machten sich viele Workshopteilnehmer an die Arbeit. Als Vorlage diente ein arrangiertes Stillleben aus verschiedenen Gegenständen. „Das ist schwerer als es aussieht“, sagt Marita Bahmer, die wie die anderen Teilnehmer mit dem Kohlestift vor der Staffelei steht. Sylvain Hénon kümmert sich intensiv um jeden Einzelnen, gibt Tipps und Anregungen zur Gestaltung, verbessert und regt an, den Blickwinkel zu verändern. „Wir beginnen in den Anfängerkursen immer mit Kohlestiften“, sagt Sue Hénon. „Sie hat eine einfache Handhabung, hält sich leicht in der Hand, und Fehler lassen sich durch Wegwischen leicht korrigieren.“

Die „Großen“ zeigen in den Workshops eine deutlich höhere Hemmschwelle als Kinder und Jugendliche. „Erwachsene trauen sich nicht richtig, den ersten Strich zu machen und zögern länger“, so Hénon. „Kinder dagegen malen direkt einfach los.“ 

Die „Nachwuchs-Künstler“ lobten die besondere Atmosphäre im Atelier. „Das Malen hat großen Spaß gemacht“, freut sich die zehnjährige Sandra. „Ich würde gerne einen Malkurs beginnen“, sagt sie und lächelt ihre Mutter verschmitzt an.

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