Angelika Eschs Hobby ist das Nähen

„Eschklusiv“: Kreatives aus buntem Stoff

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Noch vor wenigen Monaten machte Angelika Esch einen Bogen um die Nähmaschine, heute verwirklicht sie ein Nähprojekt nach dem anderen. Ein Herz und eine Seele: Nähexpertin Gudrun Jakob (rechts) und ihre fleißige Schülerin Angelika Esch sind seit 25 Jahren befreundet.

Dieburg - Noch vor einigen Monaten galt für Angelika Esch: Die Nähmaschine ist ein „ganz großer Horror“. Jetzt stapeln sich selbstgenähte Kissen, Essunterlagen und Täschchen auf dem Wohnzimmertisch. Von Fabian Sell 

Und es kommt noch mehr: Ein Engel aus dem Schlafzimmer, ein anderer aus dem Bad. „Eschklusiv“ nennt die 57-Jährige ihre Näharbeiten, mit denen sie erst im Sommer angefangen hat, die sie aber bereits auf dem diesjährigen Hobby- und Kreativmarkt des TV Dieburgs ausstellte.

Von 0 auf Näherin – wie geht das? Die Antwort heißt Gudrun Jakob, ist 72 Jahre alt und näht seit ihrer Kindheit. Ohne Jakob als geduldige Lehrerin, betont Esch, hätte sie das niemals geschafft. So ist ihre Freundin auch beim Pressetermin dabei. „Ich habe nie gesagt, das musst du so machen“, sagt sie lächelnd. „Ich habe nur gesagt, du kannst es so machen.“

Angelika Esch war eine fleißige Schülerin. So wurde die Nähmaschine schnell zum Freund und die einstigen Fantasien zur Realität: Vielfältig und farbenfroh sollten ihre Werkstücke werden – so wie Esch es aus dem skandinavischen Raum kannte. Ein Kissen in Herzform war ihr Debüt. Das Herz als Vorlage setzte sich fort – auch Essunterlagen und Nadelkissen erstellte sie in dieser Form. Einen großen Wunsch verwirklichte sie auch mit den „Tilda“-Puppen. „Tilda“ ist eine von der norwegischen Designerin Tone Finnanger gegründete Marke, deren Puppen durch ihr originell-naives Aussehen ins Auge fallen.

„Eschklusiv“ ist nicht nur der Name, den Angelika Esch ihren Werkstücken gibt; diese Eigenschaft lässt sich auch auf ihre Motivation übertragen. „Selbstgemachtes, das sind Sachen, die gibt es so nicht zu kaufen“, sagt die 57-Jährige, die sich stets daran erfreut, wenn eine neues Stück gelingt.

Von ihrer Freundin Gudrun Jakob dürfte sie jedenfalls noch eine Menge lernen. Insbesondere kreative Kleinigkeiten haben es der 72-Jährigen, die selbst nicht ausstellt, angetan: Etwa selbstgenähte Würmer, in deren Körper kleine Utensilien wie Eintrittskarten passen oder ansteckbare Mini-Bommelmützen mit KVD-Logo.

Eine Freundschaft, die ein Vierteljahrhundert hält, stoppt nach der ersten Ausstellung nicht. Das nächste Ziel steht schon in Raum: Patchwork – eine Technik, bei der aus Stoffresten ein Ganzes entsteht. Dass dies schwieriger sein wird, weiß Esch. Genauigkeit ist gefragt, damit die verschiedenen Stoffstücke nicht einzeln hervorstechen. Doch wenn alles gut geht, werden farbenprächtige Patchwork-Artikel den nächsten „Eschklusiv“-Stand füllen.

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