Explosion zerreißt die Stille

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Bei einem effektvoll nachgestellten Vollbrand nach einer Gasexplosion auf dem alten Bahnhofsgelände in der Muna trainierten die Freiwilligen Feuerwehren Dieburg und Münster am Samstag den Ernstfall.

Dieburg/Münster ‐   Feuer lodert, schwarze Rauchsäulen steigen gen Himmel und ohrenbetäubende Explosionen zerreißen die Stille auf dem alten Bahnhofsgelände der Muna. Von Ursula Friedrich

Effektvoll haben die Pyrotechniker des Landkreises am Samstag den Ernstfall inszeniert: „Wir haben einen Vollbrand auf einem Industriegelände mit Gasexplosionen. Fünf Menschen werden vermisst“, skizziert Florian Kiesling, Gemeindebrandinspektor in Münster und Einsatzleiter der Jahresabschlussübung die Vorgaben.

Die dramatische Szenerie wurde nachgestellt, um die Einsatzkräfte der Dieburger und Münsterer Wehr für den Ernstfall zu schulen. Auch die Helfer des DRK sowie der Johanniter Unfallhilfe waren bei der spektakulären Übung mit von der Partie. „Die Opfer haben Verbrennungen und Rauchvergiftungen - wir nehmen die Erstversorgung vor“, so die Helfer. „Für solche Übungen hat der Landkreis eine spezielle Pyrotechniker-Gruppe“, sagt Kiesling. Und diese war voll in ihrem Element, um „Live-Effekte“ zu erzeugen. Drei Löschzüge sowie 23 Münsterer und 43 Dieburger Kameraden rückten an, um den Brand zu bekämpfen und Menschen zu bergen.

26 Übungen im Jahr

„Was wir simulieren, ist Feuerwehralltag“, kommentiert der Gemeindebrandinspektor. Damit jeder Handgriff sitzt, trainieren beide Wehren gemeinsam, da sie auch immer wieder bei Einsätzen zusammenarbeiten. Münster verfügt über 80 Einsatzkräfte, die Dieburger Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr zählt rund 60 Personen.

Ein Aufgabengebiet, das auch für Frauen attraktiv ist. „Ich wollte gerne helfen“, so eine Dieburger Kameradin, die sich bei der Wahl zwischen Rettungssanitäter und Feuerwehrfrau für die spannendere technische Aufgabe in der Wehr ausbilden ließ. Fünf weitere Frauen gehören in Dieburg zum Team, in Münster sind es rund ein Dutzend.

Um fit für den Ernstfall zu sein, sind Aus- und Fortbildung der Einsatzabteilungen an der Tagesordnung „Wir haben 26 Übungen im Jahr“, sagt Florian Kiesling. Wichtiger Lerninhalt für junge Kameraden: Angesichts der dramatischen Situation dürfe sich niemand ablenken lassen, so der Einsatzleiter. Um effektiv zu arbeiten, müsse sich jeder auf seine Kernaufgabe spezialisieren.

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