Dieburg

Fachmann baut Tauben ein Zuhause

Der Unterbau für das Taubenhaus ist bereits an seinem Bestimmungsort einbetoniert.

Der pensionierte Fachlehrer Wilhelm Neff arbeitet an einem Vogelhaus, das künftig auf der Leer stehen soll. Auch nach seiner Pensionierung blieb Neff der Landrat-Gruber-Schule weiterhin erhalten.

Dieburg - So baute er in dieser Zeit in Eigenregie eine Grillhütte und eine Doppelgarage, aber auch bei der Inneneinrichtung der Schule ging Neff stets zur Hand. „Dieser Mann ist ein Juwel für uns“, schwärmt Dieter Staudt, Schulleiter der Landrat-Gruber-Schule(LGS). „Wenn ich Hilfe benötige, rufe ich ihn an und innerhalb kürzester Zeit steht er uns zur Verfügung. Und das alles ehrenamtlich, immerhin wurde er bereits vor fünf Jahren pensioniert.“

Die Rede ist von Wilhelm Neff, ehemaliger Fachlehrer der Schule. Neff, ein gelernter Werkzeugmacher, kam vor 35 Jahren an die LGS. Hier war er die letzen 30 Jahre als Fachlehrer für Metall- und Holztechnik tätig. „Er ist ein Experte auf diesen Gebieten“, berichtet Staudt. „Immerhin ist diese Kombination der Fachbereiche sehr selten und Neff beherrscht sie hervorragend.“

Aber auch nach seiner Pensionierung blieb Neff der Schule weiterhin erhalten. So baute er in dieser Zeit in Eigenregie eine Grillhütte und eine Doppelgarage, aber auch bei der Inneneinrichtung der Schule ging Neff stets zur Hand.

Von Zwischenwänden in den Klassenräumen, über die Einrichtung für die Computerräume bis hin zu Deckenhalterungen für Beamer, alle Arbeiten wurden von Neff vorgenommen.

Derzeitiges ehrenamtliches Projekt des ehemaligen Fachlehrers ist das Taubenhaus, das auf dem Leer-Parkplatz aufgestellt werden soll.

Nachdem sich die Stadt Dieburg entschlossen hatte, die verwilderten Tauben mehr unter Kontrolle zu halten, kam die Idee eines Taubenhauses auf. Da die Vögel bisher zwar noch keine Plage sind, sich aber immer mehr in der Innenstadt ausbreiten, gab die Stadtverwaltung den Bau eines Taubenhauses in Auftrag und die Zusage für die Übernahme der Materialkosten.

Der Kontakt mit Neff kam über den LGS Oberstudienrat Adolf Hampel zustande, der in einem Gespräch beim Bürgermeister den Fachlehrer erwähnte. Dieser stellte sein Modell des Vogelhauses im Rathaus vor, das sofort allgemeinen Zuspruch fand. Als erstes wurde der Unterbau des Taubenhauses fertiggestellt. „Eine reine Zimmermannsarbeit“, so Neff.

Dieser Unterbau ist bereits an seinem Bestimmungsort einbetoniert. „Diese Maßnahme ist nötig, da besonders das Dach eine große Windangriffsfläche aufweist“, erklärt Neff.

Seit Ende November ist er nun in der KFZ-Werkstatt der LGS damit beschäftigt, das kegelförmige Dach des Taubenhauses mit Schindeln aus Lärchenholz zu versehen. An den Übergängen hat er witterungsbeständiges Kupferblech unterlegt, die Schindeln werden ebenfalls mit Kupfernägeln befestigt, um chemische Prozesse zwischen dem Blech und den sonst üblichen Stahlnägeln zu vermeiden.

Bisher hat Neff über 250 Arbeitsstunden in das Taubenhaus investiert, das die stolzen Ausmaße von über sechs Metern Höhe und zwei Metern Breite ausweisen wird. Insgesamt sollen 21 Löcher zum Anfliegen eingebaut werden. „Als nächste Arbeit steht der Einbau von 13 Nistkästen an“, erklärt Neff. „Hierbei wird mir die Holzabteilung der Schule zur Hand gehen.“ Bevor das Taubenhaus im Frühjahr an seinem endgültigen Platz auf der Leer aufgestellt wird, erfolgt nach Fertigstellung des Daches noch der Richtspruch, der in einer kleinen Zeremonie in der LGS vorgenommen werden soll.

Quelle: op-online.de

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