„Fahrzeug ist sehr leise“

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Eine Woche lang testet die Firma Elektro Kolb - auf dem Foto Chef Hans-Friedrich Busch (Mitte) und Schülerpraktikant David Maurice Wunderlich - das Elektrofahrzeug im betrieblichen Alltag. Bürgermeister Dr. Werner Thomas erhofft sich Rückmeldungen.

Dieburg - Noch bis Mai diesen Jahres lässt das Land Hessen Elektrofahrzeuge durch Städte und Gemeinden testen. Seit Dienstag ist auch die Stadt Dieburg mit einem Citroen Berlingo electrique ausgestattet. Von Jens Dörr

Der Zweisitzer hat eine Ladefläche, auf der 500 Kilogramm Zulade-Gewicht verstaut werden können, und fährt bis zu 95 Stundenkilometer schnell. Das Wichtigste aber: Das Fahrzeug fährt ohne einen Tropfen Benzin. Stattdessen sorgen ein 15,5-Kilowatt-Gleichstrommotor und eine Nickel-Cadmium-Batterie mit 162 Volt Spannung für ein sauberes Fahren. Die Batterie kann an jeder Schuko-Steckdose geladen werden - einmal voll, soll der Berlingo electrique damit 60 bis 95 Kilometer weit kommen.

Soweit die attraktiv klingende Theorie - angesichts der meist kurzen Strecken etwa lokaler Handwerker, die mit der Reichweite einen Tag lang auskommen könnten. In der Praxis testen zunächst drei Dieburger Unternehmen das Auto - jeweils eine Woche lang - dann wird es der Bauhof für sieben Tage nutzen. „Wir hatten sechs Bewerbungen von hiesigen Firmen und haben die drei Unternehmen daraus ausgewählt“,erläutert Theo Beilstein, Leiter der Allgemeinen Verwaltung.

Mehr Informationen zum Elektroauto finden Sie hier.

Man habe nach Betrieben geschaut, die viele kurze Strecken führen und das Auto irgendwann tatsächlich sinnvoll nutzen könnten. Bürgermeister Werner Thomas erhofft sich davon „Rückmeldungen, wie praktikabel das Fahrzeug ist“. Und: „Ich hoffe, dass Elektrofahrzeuge dann eines Tages bezahlbar sind, denn sie müssen sich neben dem Umweltaspekt für uns auch rentieren.“

Erster Testbetrieb ist die Firma Elektro Kolb, der Schornsteinfeger Marx und die Bäckerei Langowski werden folgen. Chef Hans-Friedrich Busch ist am Dienstagmorgen mit Schülerpraktikant David Maurice Wunderlich zur offiziellen Übergabe des Fahrzeugs am Rathaus gekommen. „Bei mir ist es reines Interesse, da wir schon vom Betrieb aus mit Elektro-Teilen zu tun haben“,erklärt Busch seine Motivation, bei dem Praxistest mitzumachen. Zuvor drehte er bereits eine Testrunde. Fazit: „Das Fahrzeug ist sehr leise, das ist gewöhnungsbedürftig. Man hört nichts, wenn man den Schlüssel rumgedreht hat.“ In der Tat schnurrt der Berlingo electrique trotz des ruhigen Morgens kaum hörbar.

Macher des Elektro-Fahrzeugs ist Akasol - der Verein versteht sich als privates, unabhängiges und gemeinnütziges Entwicklungszentrum für zukunftsfähige Fahrzeugtechnologien. Entstanden ist Akasol 1990 aus dem Kreis von Entwicklern der TU Darmstadt heraus. Mehr Informationen gibt es unter www.akasol.de.

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