Nachwuchsnarren begeistern

Lieblingsstunde ist Fastnachtskunde

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Die „Schlümpfe“ brachten dem Publikum blau-weißes Tanzvergnügen. 

Dieburg - Während am Sonntag draußen der Eisregen Dieburg zum Erstarren brachte, kochte in der Römerhalle die Stimmung hoch. Die Nachwuchsnarren begeisterten mit gekonnten Tanzdarbietungen und Vorträgen. Von Matthias Grimm

Der Nachwuchs des Karnevalvereins Dieburg (KVD) lieferte eine Kindersitzung der allerersten Güte ab, stark moderiert vom neuen Sitzungspräsidenten Felix Herz.

Zu wilden Tieren wurden die Tänzerinnen beim „König der Löwen“.

Der zwölfjährige Ex-Kinderprinz Felix Herz bestach durch Witz und erstaunliche Souveränität, die Sitzung ist bei ihm jedenfalls in besten Händen. Überragend sind in diesem Jahr die Tänze des Garde-Nachwuchses: Schon der kleine Gardetanz (Leitung: Dagmar Ruißinger) riss das Publikum mit seiner Symbiose von Präzision und Charme hin, feurig und mit viel Temperament begeisterte der Tanz der „Spanierinnen“ (Gruppe 2, Leitung: Simone Hermann und Birgit Lorenz). Einen zauberhaften „Can Can“ legten die kleinsten Tänzerinnen aufs Parkett (Leitung: Nadja Hernandez y Allmann und Nicole Schmitt). In diesem Ensemble ist auch die jüngste Aktive der Sitzung am Start: Kaum dem Kinderwagen entwachsen, verzückt die dreieinhalbjährige Annika Schmitt die Zuschauer auf der Bühne – so iss des halt in Dibborsch.

Bilder zur Kindersitzung

Kindersitzung des KVD

Mit viel spielerischer Anmut und tänzerischem Witz drehten die „Schlümpfe“ (Leitung: Carina Winter) ihre Kreise, die Kraft und Dynamik der afrikanischen Wildtiere verkörperten die Kinder der Gruppe 3 (Leitung: Theresa Busch und Tanja Siebart) mit ihrer Darbietung „König der Löwen“. Schwung und Schmackes und hoch das Bein – auch der große Gardetanz (Leitung: Simone Hermann und Birgit Lorenz) war mehr als fein.

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Im Laufe der Kindersitzung wuchs die Spannung, wer wohl das neue Kinderprinzenpaar sei: KVD-Präsident Friedel Enders lüftete das Geheimnis und die frisch gebackenen Tollitäten wurden unter dem Beifall des närrischen Volkes feierlich in ihr Amt eingeführt: Prinz Lukas I., „Brunnebutzer Butz-Genie der Pillendreher-Dynastie“ (Lukas Richter) und Prinzessin Anne I., „Mademoiselle der Pitschedibbler, Herz-As vom Ober-Karten-Schnibbler“ (Anne Bürger). Beide sind in Fastnachtsgruppen und als Messdiener aktiv, der Prinz spielt gerne Klavier und ist Bayern-Fan, während die Prinzessin gerne malt und Badminton spielt. Beide sind sich in Sachen Schule einig: „Lieblingsstunde – Fastnachtskunde.“

Von fliegenden Fischen in der Gersprenz

Zu den Vorträgen in der Bütt: Das Ex-Kinderprinzenpaar Luka Mai und Celine Rummler hatte für die Nachfolgern einen Tipp parat: „Genießt jede Stunde“ – sie selbst seien letztes Jahr „im Äla-Fieber ohne Ende“ gewesen. Ihren Geschwisterkonflikt „Wenn eine groß ist und einer klein“ trugen Jan und Sarah Cezanne aus. In einer Hinsicht waren sie sich jedoch einig: „Fastnacht feiern können alle – ob groß, ob klein.“ Von fliegenden Fischen in der Gersprenz und „selbst gefangenen“ Forellen mit Ökosiegeln drauf berichteten die Angler Marius und Oliver Hiemenz. Dass es nicht einfach sei, in Dibborsch eine „Diva“ zu sein, wussten Alicia Thomas und Celine Stangier zu berichten. Alicia Thomas feiert in dieser Kampagne ihr 11-jähriges Bühnenjubiläum – und das im Alter von 13 Jahren.

Viele Lacher hatten Alexander Ruf, Nicolas Ruf, Luis Grünewald sowie Julie und Johannes Sarna mit ihren Erlebnissen aus ihrem Schulalltag auf ihrer Seite. Die Idee, Unterricht über den Computer und Skype zu gestalten, fand die närrische Schulklasse zwar gut, weniger allerdings Fastnacht online zu feiern. „Kein Schunkeln, keine Polonaise – Fastnacht bei Facebook, das wär’ Käse.“ Marius Wolfenstädter analysierte „Moi Family“ und kam zum Schluss: „Männer sinn naturschön un Fraue müsse sich schminke“.

Minirocker gaben Playbackshow

Und auch musikalisch haben die KVD-Kinder einiges zu bieten. Die Minirocker gaben in ihrer Playbackshow Songs von „Deep Purple“ bis hin zu „ZZTop“ zum Besten, die Jungs von der Garde (Leitung: Jeanette Neumann und Michele Enders) zeigten ein „Schwarzes Theater“ als Handpuppenspiel. „Fastnacht klassisch und ganz modern“ präsentierten die Kindersingers (Leitung Sabrina Brandt, Nina Grimm und Manuela Paul) mit viel Fantasie und Spaß bei der Sache. Echt klasse waren einmal mehr die Live-Darbietungen der aktuellen Fastnachtsschlager: Sowohl Maverick Stemmler mit dem Song „Solang uns koaner die Fastnacht nimmt“ als auch Doreen Wolfenstädter, die der Fastnacht das Jubiläumslied „Äla Äla“ sang, überzeugten durch ihre Bühnenpräsenz und sängerische Qualität.

Mit einem großen Finale endete die Äla-Nachwuchs-Gala. Hut ab vor allen Kindern, die den Mumm hatten, vor 500 Menschen auf der Bühne zu stehen. Das Publikum wurde in den gut drei Stunden bestens unterhalten – die Kinderfastnacht in Dibborsch macht wirklich Spaß.

Am kommenden Sonntag (27.) findet die zweite Kindersitzung in der Römerhalle statt – es sind noch Karten im Kaufhaus Enders erhältlich.

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