Kleine Narren sind die großen Stars

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Fußgruppen und Zuschauer trotzen beim Kinderumzug in Dieburg dem Regen.

Dieburg ‐ Väterchen Frost hatte gestern beim Kinderumzug keine Chance. Dafür sorgten die Kinder der Gutenbergschule, die als Kinder aus der Krachmacherschule mit Deiwelsgeijen unterwegs waren, um den Winter auszutreiben. Von Laura Hombach

Da konnten die Haxnknacker noch so sehr als zauberhaftes Schneegestöber durch den Umzug wirbeln. Trotzdem, ein bisschen wetterfest mussten die kleinen und großen Zugteilnehmer und die vielen tausend Zuschauer, die gekommen waren, um sie mit einem kräftigen Äla zu begrüßen, aber schon sein. Immer wieder gab es zu Kamelle- und Popcornregen auch mehr oder wenig reichlich nasse Gaben von ganz oben.

Der Umzug in Bildern:

Kinderumzug in Dieburg

Doch was ein echter Fastnachter ist, der lässt sich vom Wetter die Stimmung nicht vermiesen. Dass auch die kleinen Narren dieses Naturgesetz schon voll verinnerlicht haben, bewiesen sie gestern bei ihrem Umzug. Das mangelnde Strahlen der Sonne machten die kleinen Hauptpersonen mit ihren fröhlichen Gesichtern gleich doppelt wett.

Ritterlich kamen die Kinder der Kita St. Martin zum 50-Jährigen Bestehen der Einrichtung als Namenspatron ihres Kindergartens daher. Ganz mildtätig ließen sie auch Erzieherinnen und Eltern mitlaufen - als Bettler verkleidet.

Einen Geburtstag zu feiern gibt es in diesem Jahr auch in der Kita St. Wolfgang. Zum 40-jährigen Bestehen der Kindertagesstätte hatten hier kleine und große Geburtstagstorten Beine bekommen. Ebenfalls süß, aber viel vitaminreicher waren die kleinen Fastnachter der Kita St. Josef zu sehen, die als süße Früchtchen und junges Gemüse mit von der Partie waren. Ganz märchenhaft zeigte sich der Nachwuchs aus dem Knirpsenland als feenhafte Zauberwesen mit einer Kopfbedeckung, die wahrlich spitze war.

Feiern bei KVD, Turnverein und Kolpingfamilie

Eine spitz zulaufende Kopfbedeckung zierte auch die kleinen Verkehrsschilder, zu denen die Kinder der evangelischen Kita aus der Odenwaldstraße für den Umzug geworden waren. Als Stop-, Vorfahrts-, Bauarbeiten- und Tempo-30-Schilder kamen sie daher, auf dem Kopf putzige Minipylone. Schon ordentlich was geschafft hatten die Malermeister der Muggelburg, bevor sie zum Umzug gekommen waren - so ließen es zumindest die bunt bekleckerten Kittel vermuten, die neben einem Hut aus Zeitungspapier und einer Farbpalette die malerische Kostümierung abrundeten. Bunt ging es auch bei den verrückten Fastnachtsvögeln zu, in die sich die Marienschüler mittels gelbem Federkleid und bunt gefiederter Vogelmaske verwandelt hatten.

Und auch bei den Fußgruppen der Großen, die den Kinderumzug wieder mit ihren bunten Kostümen bereicherten, war gestern ganz klar, wer an diesem Tag die Hauptrolle spielt. Ob nun die kleinen Nachwuchsprinzessinnen, die bei den Noteschnufflern das Liegen auf einer Erbse erlernen, die putzigen kleinen Eisbären zwischen den Mix-Pickel'schen Majestäten aus dem Eis oder die Nachwuchshelden in Strumpfhosen in den Reihen der Stoppelhopser: Die Kleinen waren die großen Hingucker.

Kein Wunder, dass die Sängerlust ganz stolz ein großes Plakat ihrer Kinderprinzessin Ellen I. spazieren fuhr. Begleitet von ihrem närrischen Fußvolk und der Kinderprinzengarde folgten die kleinen Hoheiten dann auch auf dem Fuße - oder vielmehr auf dem ihrem Status gebührenden Wagen. Prinz Felix III. und Prinzessin Ellen I. rollten als krönender Abschluss des Zuges an ihren kleinen und großen Fans vorbei.

Schluss mit Feiern war damit aber noch lange nicht. Beim KVD, dem Turnverein und der Kolpingfamilie ging es mit Tanz, Spiel und Spaß für die kleinen Narren weiter - und der Regen, der musste endlich draußen bleiben.

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