Äla und Fastnacht auf dem Lehrplan

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Ein stolzer Beleg für erfolgreiche Jugendarbeit: Die Garde des KVD-Nachwuchses.

Dieburg ‐  Eine Äla-Show vom Feinsten zauberten die rund 180 Kinder des Narrennachwuchses des Karnevalvereins Dieburg am Sonntag auf die Bühne der altehrwürdigen Ludwigshall und ließen es richtig krachen. Von Matthias Grimm

Fantasievolle Tänze, lustige Büttenreden und Playback-Shows – die Kindersitzung des KVD ließ kaum einen Wunsch offen, was die 350 Zuschauer im Saal mehrfach zu tosendem Beifall hinriss.  Dabei ballte sich trotz des jungen Alters der Aktiven viel fastnachtliche Routine auf der Bühne. Erstmals führte Alexander Ruf als Sitzungspräsident durch den närrischen Reigen, souverän und cool, wie es sich für einen Ex-Kinderprinzen gehört.

Nach dem Einzug der Kinderprinzengarde und dem kleinen Gardetanz bilanzierten Louis Euler und Valeria Schöbel die vergangene Fastnachtskampagne. Dabei bedauerte das Ex-Kinderprinzenpaar: „Jetzt laufe mir ganz schepp und krumm, denn unser Prinzenzeit iss jetzt rum.“

Neues Prinzenpaar in Amt und Würden

Neu im Amt sind „Prinz Marius I. vun de Anna-Ullner-Gass Petri-Jünger pitsch un nass“ (Marius Hiemenz) und „Prinzessin Christine II. vun de Umstädter Chaussee Schelleklobb` de la Poasée“ (Christine Hammer).

Das standesgemäß närrische Finale beschließt die stimmungsvolle Äla-Show.

KVD-Präsident Friedel Enders stellte die Tollitäten dem Narrenvolk vor. Dies wird nun regiert von einer sportlichen Prinzessin: „Wing Tsun“ ist ebenso eine ihrer Leidenschaften wie das Tanzen bei der TV-Gruppe „Dance for Kids“. Prinz Marius hingegen angelt gerne. Doch damit nicht genug: „Fußball, schwimmen und auch Ski, macht er als Sport welch ein Genie.“ Das Kinderprinzenpaar machte sogleich eine Regierungserklärung: In der Schule sollen Äla und Fastnachtslieder gelehrt werden und die neue Stadthalle müsse einen Spielesaal erhalten. „Lust uff Äla, Lust zum Lache, das ist bei uns Herzenssache.“ Als „Besserwisser“ trat Julian Schott in die Bütt, um seinem Mathelehrer zu zeigen, wie das Bruchrechnen geht. Und über die Geschlechter wusste er bestens Bescheid: „Der Mann ist das Rindvieh, die Frau ist die Kuh.“

„Plaudertäschje“ zieht vom Leder

Ein „Plaudertäschje“ der besonderen Art ist Marius Wolfenstädter, dem ein Höchstmaß an Talent in die Wiege gelegt worden ist. Im Stakkato zieht er seine Witze vom Leder. Er zog über „Rösje am Popo“ her und auch die eigene Mutter blieb nicht verschont: „Man sieht immer noch, dass sie mal jung war.“

Beatrice Blank gewährte mit gelungenen Pointen Einblicke in die Beziehung zu ihren Eltern. Ihr Resümee, wenn sich Vater und Mutter „bei uns dehoam“ in allen Belangen der Kinder einmischen: „Oh Gott, was iss dess so peinlich.“

Fulminantes Ende einer fulminanten Show

Begeisterte das Publikum: der „Struwwelpeter“.

Zu den Klängen von Kultbands wie AC/DC oder KISS ließen die „Mini-Rocker“ die Hall mit ihrer Playback-Show richtig rocken. Die Jungs der Prinzengarde präsentierten per Playback gekonnt die Clowns vom Zirkus Renz. Traditionell von großer Klasse sind bei den KVD-Sitzungen die Tanzbeiträge, wofür schon von Kindesbeinen an die Basis gelegt wird. Der Tanz „Hannah Montana“ ist ebenso ein Beleg für die vorbildliche Nachwuchsarbeit der KVD-Kinder- und Jugendballetts wie die Darbietungen „Struwwelpeter“, „Bibi Blocksberg“ und „Pokerface“. Überzeugend auch der große Gardetanz. Die Tanzdarbietungen hatten Elke Klenk, Jeanette Neumann und Andrea Bausch mit den jungen KVD-Tänzerinnen einstudiert. Maverick Stemmler („Fassenacht, Du bist ein Wunder“) und Doreen Wolfenstädter („Was e Stadt…“) stellten ihren begeisterten Zuhörern die neuen Fastnachtsschlager vor, ehe die Kindersingers als „Närrische Bauarbeiter“ die Ouvertüre zum fulminanten Finale gaben.

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