Bunter Kinderumzug mit 51 Nummern

Fastnacht in Dieburg: Kleine Narren groß beim Äla

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Bunt und fröhlich: Gestern ging der Nachwuchs beim Kinderumzug auf die Narrenpiste.

Dieburg – Andernorts gilt ein närrisches Gemenge mit 51 Nummern als ausgewachsener Fastnachtszug. Nicht so in Dibborsch: Hier wird der närrische Lindwurm der Kinder zwar ganz bescheiden auch der „Kleine Umzug“ genannt. Von Stefan Scharkopf

Doch ist das fastnachtliche Treiben der Jungen und Mädchen alles andere als zurückhaltend. Viele von ihnen rufen das Äla so laut wie die Altvorderen – genauso viel Spaß wie diese haben sie ohnehin. Wurden die kleinen Fastnachter im vergangenen Jahr zeitweise in weiße Flocke gehüllt, so strahlte gestern Nachmittag die Sonne auf sie herab und sorgte für bestes Wetter – und für eine entsprechend größere Zahl von Zaungästen am Wegesrand als 2018. Sie alle bekamen einmal mehr tolle Kostüme, teils aus vergangenen Kampagnen, und gute Laune geboten und ließen sich davon gerne begeistern.

23 Fastnachtsgruppen sowie 13 Kindergärten, Schulen und Vereine zogen ab 13.33 Uhr vom Steinweg aus durch die Innenstadt. Über die Rheingaustraße, Zuckerstraße, Altstadt, Marienstraße, das Minnefeld und die Steinstraße erreichten sie den Marktplatz. Knapp 2 000 Teilnehmer machten sich nach Angaben des Karnevalvereins Dieburg (KVD) auf die Socken. Vor allem die Gutenbergschule („Wir malen uns die Welt gern bunt, mit Äla läuft es immer rund“) und die Marienschule (Marienschüler, immer schlau, geh´n als Schlümpfe ganz in Blau) stellten naturgemäß große Kontingente.

Unter der Leitung Thomas Lewis, Zugmarschall des KVD, ging es los mit der Integrativen Kita Kindernest. Als Motto hatte sich die Einrichtung „Der Farmer und seine Hühner“ ausgesucht. Nicht schaurige, viel eher putzige Krümelmonster gaben die Kleinen der Kita Dreikäsehoch ab. Als Äla-Raketen kam die Kita Muggelburg daher, gefolgt von den Altersgenossen der Kita Ruhbäumchen als Zebras. „Wir machen Musik auch wenn sie laut ist“ hatte sich die Elterninitiative „Gu-Ru-Brothers“ auf die Narrenfahnen geschrieben.

Die evangelische Kita Odenwaldstraße war unter dem Slogan „Mit Herz läuft Fastnacht bei uns rund – wir sind Geschenke kunterbunt“ dabei. „Manege frei“ hieß es bei der katholischen Kita St. Josef, und die katholische Kita St. Wolfgang trieb sich als „Bunte Indianer“ rum. Die närrische Trinität komplettierte die Kita St. Wolfgang: „In der Kita St. Wolfgang regieren in diesem Jahr Ritter und Burgfräulein, eine fröhliche Schar“.

Bilder: Kinderumzug in Dieburg

Natürlich ließen es sich auch die vielen Vereine nicht nehmen, die kleinen Racker in ihren Reihen zu unterstützen. Ob als bärenstarke Äla-Krischer wie die ASV-Ringerjugend, die Brunnebuzzer mit ihrem Formel 11 Rennstall – die Boliden auf Rollatoren oder Kinderwägen befestigt – oder die „Dibboijer Tempeltänzer“ der Ballermänner: Alle machten Stimmung. Ordentlich zu schleppen hatten derweil die Pitschedibbler mit ihren großen gelben Minion-Figuren auf den Schultern.

Während die meisten in bunten Kostümen auf die Piste gingen, wie etwa die Haxnknacker (Rocky Horror Picture Show) oder die Krakeeler (Zuggerschnuude), bewiesen die Ourumpel, dass Karnevalisten auch im schwarzen Gothic-Style ordentlich etwas hergeben. Eine große Abordnung kam auch aus der Nachbargemeinde Münster. Die Doaschdeschwenker hatten eine prima Idee mit ihren Kraken auf dem Kopf. Kein Umzug ohne Musikgruppen: Acht an der Zahl marschierten mit.

Geduldig ließen die Nachwuchsgardisten an der Rheingaustraße den Zug passieren, ehe sie sich einreihten. Ihnen gleich tat es das Kinderprinzenpaar Mayra I. (Mayra Püschel) und Bastian I. (Bastian Burger). Von ihrem Wagen hoch oben grüßten beide die närrischen Untertanen und brachten freigiebig wie ihre Alterskameraden Bonbons, Popcorn und anderes Naschwerk unter die Zaungäste.

Galerie zum Kinderumzug in Dieburg

Nach dem Umzug war noch lange nicht Schluss: Gleich drei Möglichkeiten hatten die jungen Narren zum Weiterfeiern: beim Turnverein, im Pater-Delp-Haus und beim Kindermaskenball des KVD in der Römerhalle.

Quelle: op-online.de

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