Dieburger Karnevalvereins zeichnet Hessen-Kultband aus

„Holzisch Latern“ für die Monotones

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40 Jahre Rockmusik auf Hessisch: Die Rodgau Monotones sind längst Kult. Für ihren Musikstil und ihre Verdienste um die hessische Mundart erhalten sie am Rosenmontag die Holzisch Latern des Karnevalvereins Dieburg. Hier posieren die Monotones, wie sie kurz genannt werden, vor dem Wahrzeichen von Rodgau-Jügesheim, dem Wasserturm an der B45 zwischen Dieburg und Hanau. 

Dieburg - Die höchste externe Auszeichnung des Karnevalvereins Dieburg (KVD), die Holzisch Latern, erhalten in diesem Jahr die „Rodgau Monotones“. Die hessische Kultband feiert 2018 ihr 40. Bühnenjubiläum.

Mit ihrem Hit „Erbarme – die Hesse komme“ erlangten die Monotones, wie sie kurz genannt werden, nicht nur Kultstatus sondern standen auch kurz davor, dass dieser Erfolgstitel zur offiziellen Hessen-Hymne auserwählt wird. Ein Politikum verhinderte dies. Dennoch ist dieser Song den meisten Hessen wesentlich bekannter als die nun gültige Hessen-Hymne. Er läuft unter anderem auch vor jedem Heimspiel von Eintracht Frankfurt im Stadion.

Nun sind die Rodgau Monotones die Träger der Holzisch Latern des Jahres 2018. Dies teilte das Prinzenkomitee des KVD gestern Abend mit. Ihren Namen gaben sich die Gründungsmusiker in Bezug auf ihre Heimatstadt Rodgau. Alle Gründungsmitglieder um Frontmann und Sänger Peter „Osti“ Osterwold sind auch heute noch in der Formation mit dabei. Albrecht „Ali“ Neander und Raimund „Ray“ Salg an Gitarren, Joachim „Joky“ Becker am E-Bass und Jürgen „Mob“ Böttcher am Schlagzeug haben auch nach 40 Jahren noch Spaß an der Musik, die sie über die hessischen Grenzen hinaus bekannt gemacht haben. Hinzugekommen sind Sängerin Kerstin Pfau (seit 1991) und Saxophonist Matthias „Mattl“ Dörsam (seit 2002)

Neben „Die Hesse komme!“ sind die Titel „Ei Gude Wie“, „St. Tropez am Baggersee“ oder „Hallo ich bin Hermann“ echte Klassiker geworden. „Hallo ich bin Hermann“ wurde in der Zeit produziert als Henni Nachtsheim zur Band gehörte, der später mit dem Duo Badesalz in der Comedy-Szene weitere Erfolge feiern konnte. In ihren frühen Jahren machte die Band auch des Öfteren im Dieburger „Biergarten“ an der damaligen Fachhochschule Station. Viele werden sich an die Auftritte – meist zur Freilufteröffnung am 1. Mai – erinnern.

Zudem waren die Monotones bei zahlreichen Hessentagen zu Gast. 1983 nahmen sie an einem Festival im Stadion auf dem Bieberer Berg in Offenbach mit Santana, Bob Dylan und Joan Baez teil. Ein ganz besonderes Erlebnis für die Lokalmatadoren. Im Juli 1986 hatten sie einen Auftritt mit Herbert Grönemeyer und den Toten Hosen bei einer Demonstration gegen die geplante atomare Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf. In der ARD-Quizsendung „Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim Kulenkampff und im Anschluss daran im ARD-„Rockpalast“ spielten die Rodgau Monotones vor einem bundesweiten TV-Publikum.

Mit der Verleihung der Holzisch Latern schließt sich nun ein Kreis. Denn der erste Auftritt der Monotones fand zur Fastnacht 1978 im „Roxy“ in Offenbach statt – als Pausenfüller. Und nun, 40 Jahre später, kommt zur Dieburger Fastnacht die Verleihung der Holzisch Latern, und zwar die mit der Nummer 37. Am 10. März gibt die Band übrigens ein großes – bereits ausverkauftes – Jubiläumskonzert in der Stadthalle Offenbach.

„Zum 40-jährigen Jubiläum gratuliert der Dieburger Karnevalverein den Rodgau Monotones besonders herzlich“, teilt der KVD mit. Und weiter: „Die Rodgau Monotones erhalten aufgrund ihrer Verdienste um die hessische Mundart in Verbindung mit ihrem besonderen Musikstil die Holzisch Latern am Rosenmontag 2018 im Rahmen des Närrischen Empfangs in der Römerhalle.“ Die Laudatio auf die Band wird der Vorjahres-Laternenträger, Felix Prinz zu Löwenstein aus Habitzheim, halten.

Fotos zum Rodgauer Strandbadfestival 2017

Der Karnevalverein Dieburg ist mit etwa 1800 Mitgliedern der größte – mitgliederstärkste – Karnevalverein in Deutschland. Die höchste externe, also nicht an eine Mitgliedschaft gebunde, Auszeichnung, die der KVD seit 1982 vergibt, ist die Holzisch Latern (Hölzerne Laterne). Diese wird an Personen oder Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise um die Fastnacht oder die Mundart beziehungsweise das Brauchtum verdient gemacht haben oder denen „sonst irgendwie ein Licht aufgegangen“ ist.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören bekannte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Fußballtrainer Klaus Schlappner, Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm oder Spaßmacher Bodo Bach. Aber auch lokale und regionale Personen und Gruppen erhielten die „Latern“: Schafsmaler Hans Peter Murmann, das Kikeriki-Theater Darmstadt oder „dibborsch.de“-Macher Berti Grimm. (re)

Quelle: op-online.de

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