Narrenbühne frei für die Kleinen

Zeitweise begleiten Schneeflocken Kinderumzug durch die Gassen

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Ein letzter Handgriff, dann geht´s los: Die Kinderprinzengarde wartet auf ihren Einsatz beim Umzug.

Dieburg - Ob als Legosteine, Faune oder Waldgeister: Am gestrigen Sonntag waren die Mädchen und Buben die Stars der Fastnacht. Sie legten schonmal für den großen Umzug vor. Von Stefan Scharkopf

Mit reichlich Schwung und jugendlichem Elan läuteten gestern Nachmittag die Nachwuchsnarren den Endspurt in der Fastnachtshochburg ein: Der „kleine Umzug“, wie er auch genannt wird, ist ob der knapp 2000 Teilnehmer in 50 Nummern und Tausenden von Zuschauern eher ein großer. Begleiter waren zeitweise Schneeflocken, die den närrischen Lindwurm umtanzten – Konfetti direkt vom Himmel sozusagen.

Zugmarschall Thomas Lewis setzte den Tross um 13.33 Uhr in Bewegung. Ihm folgten wie immer zuvorderst vor allem die Kindertagesstätten, acht an der Zahl, die Gutenberg- und die Marienschule, die mit einer stattlichen Narrenschar dabei waren, sowie die Elterninitiative „Gu-Ru-Brothers“. Mit viel Fantasie hatten alle ihr Motto umgesetzt und auf viele kleine Füße gestellt.

Den Anfang machte die Integrative Kita Kindernest: „Es Kindernest, dess iss nidd doof, des läft heit mit als Schoof“. Die Kita Dreikäsehoch hatte Superhelden in ihren Reihen, die Mädels und Jungs der „Muggelburg“ machten als kunterbunte Legosteine „dem Äla Beine“, andere wiesen auf ihr Jubiläum hin: „Es Ruhbäumchen wird 25 Jahr, wir feiern des mit Dibborsch Äla“. An ihren weißen Kochmützen waren die Kinder der Kita Odenwaldstraße zu erkennen: „Bei uns wird nur Frisches aufgetischt“. Als „Fastnachtliche Krachmacher“ kamen die St.- Josefs-Kinder daher, gefolgt von den Scheemännern von St. Martin und den Clowns von St. Wolfgang.

Die etwas größeren Kinder der Gutenbergschule waren als Steinzeitmenschen in Fell gehüllt – nicht die schlechteste Idee bei Temperaturen um die null Grad. Die Marienschüler hatten große lustige Emojis aus Pappe um sich gehängt.

Wie es sich auch für den Kinderzumzug gehört, komplettierten viele Fastnachtsgruppen den Gaudiwurm und sorgten für bunte Akzente an einem nur kurz von der Sonne verwöhnten grauen Nachmittag. Aber den Großen war freilich klar, wer an diesem Tag die Hauptrolle spielt.

Bilder: Kinderumzug in Dieburg

So bekamen die Zuschauer am Wegesrand einmal mehr tolle Verkleidungen und gute Laune geboten und ließen sich davon gerne anstecken. Ein Fest der Farben und der Fantasie: Ob als König der Löwen (Huppdolle), Waldelfen (Krakeeler), Vampire und deren Jäger (Doaschdeschwenker), oder Dibbojer Blechbüchsenarmee (Ballermänner), um nur ein paar zu nennen, sie alle traten erneut den Beweis an, dass die Dieburger sehr viel Wert auf prächtige und aufwendige Kostüme legen.

Der Gaudiwurm, unterstützt von vielen Musikcorps und Kapellen, setzte sich vom Steinweg aus in Bewegung. Geduldig warteten die Nachwuchsgardisten am Übergang zur Rheingaustraße auf ihren Einsatz und reihten sich dann in den Zug ein. Ihnen gleich tat es das Kinderprinzenpaar Lana I. und Daniel I. Hoch oben von ihrem Wagen konnten sie in dann in das närrische Geschehen eingreifen und ebenso freigiebig wie ihre Alterskameraden Bonbons, Popcorn und anderes Naschwerk unter die Zaungäste bringen.

Aus Sicht von Zugmarschall Thomas Lewis lief der Zug gut durch, allerdings musste der Gaudiwurm dem kalten Wetter Tribut zollen: Es waren weniger Zuschauer als etwa im vergangenen Jahr. Nach dem großen Finale leerte sich der Marktplatz recht zügig, wie Lewis sagte, zumal auch Wind aufkam. Damit war aber nicht Schluss: Für die Kleinen, einmal in Stimmung, gab es noch einiges zu feiern, sei es in der Römerhalle oder beim Turnverein.

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