Dieburgs Narren trotzen dem Regen

Fastnachtszug via Zimmern?

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Schunkeln, singen, Äla skandieren: Trotz des Regens eröffneten rund 500 Narren die Kampagne zwischen Stadtpfarrkirche und Fastnachtsbrunnen.

Dieburg - Die Fastnachtskampagne 2017/18 ist eröffnet: Am Samstagabend trotzten Dieburgs Narren dem Regen zunächst mit einem kleinen Umzug auf neuer Route, ehe sie vor der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul die neue Saison einläuteten. Von Jens Dörr

Anschließend sogen sie auf der „Äla-Meile“ besonders in sieben Lokalen einen frühen Äla-Prolog auf die tollen Tage im Februar auf.

„Laafe, winke, Äla kreische“ – unter diesem Motto hatte der Karnevalverein Dieburg erstmals im Vorjahr dem gemeinsamen Einschunkeln zwischen Kirchplatz und Fastnachtsbrunnen vorangestellt. Damals wie am Samstag beteiligten sich wohl an die zwei Dutzend Fußgruppen – beim großen Umzug am Fastnachtsdienstag sind es rund 70 – in deutlich reduzierter Personenzahl sowie Prinzengarde, der Katholische Kirchenmusik-Verein Klein-Zimmern, die Marching-Band Happy Sound aus Michelstadt, die noch amtierenden Prinzenpaare sowie das Gunkespaar. Während Verrer Gunkes (Thomas Buchert) treu die „Holzisch Latern“ hielt, entzündete vor den drei eröffnenden Böllerschüssen der Prinzengarde die Bawett (Juliane Kempf) als Teil des Zeremoniells die Kerze. Mit der ging auch dem letzten unter den teils recht durchnässten Fastnachtern das Licht auf, dass in Dieburg nun wieder verstärkt Äla-Tradition und Schabernack Einzug halten.

Nach dem Mini-Umzug auf neuer Route (durch die Zucker- statt die Zentturmstraße), den wie schon 2016 kaum Zuschauer verfolgten, was erneut auch am ungastlichen Wetter gelegen haben könnte, hätte die Eröffnungsrede zur neuen Kampagne kurz vor 19.11 Uhr eigentlich dem KVD-Präsidenten Günter Hüttig zugestanden. Da Hüttig an der Seite von Prinzessin Kaja Euler derzeit aber noch mit einer ganz anderen Macht regiert als im Normalfall, sprang das bühnenerprobte KVD-Vorstandsmitglied Matthias Sahm ein.

Sahm machte sich in seiner unnachahmlichen Art vor allem Gedanken über die vielen Baustellen in „Dibborsch“. Allerdings nicht nur wegen der allgemein nervigen Verkehrssituation: „Der Fastnachtszug, des is’ ’ne Strafe – muss jedes Jahr woanners laafe.“ Allerdings gehe es noch schlimmer – „irgendwann lääft er iwwer Zimmern!“

Bilder: Dieburger Narren starten Kampagne

Im Beisein des katholischen Pfarrers Alexander Vogl und vor der imposanten Stadtpfarrkirche verpetzte Sahm dann auch noch, dass KVD-Chef Hüttig Protestant sei. „Passt schon“, schien die antwortende Geste von Vogl inmitten der auf rund 500 Narren angewachsenen Schar wohl zu bedeuten.

Hüttig und Euler ergriffen schließlich ihrerseits das Wort – ob des Wassers von oben alles recht komprimiert. Das Prinzenpaar wies besonders auf die ziemlich kurze anstehende Kampagne hin: Aschermittwoch ist 2018 bereits am 14. Februar. In den Gaststätten „M22“, „Hopfensack“, „Mephisto“, „Stoawäjer Stubb“, „Lehrer Lämpel“, bei „Petermann“ sowie im Hof des Getränkehandels Braunwarth wurde die Saison am Samstagabend jedenfalls standesgemäß eingeläutet – Kneipentour des Prinzenpaars à la Rosenmontag inklusive.

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