Ferienspiele mit dem Tauchclub

Schwerelos zum Grund des Schwimmbeckens

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„Alles okay“! Der zwölfjährige Ricardo (rechts) ist mit Tauchlehrer Timo Kraus ein eingespieltes Team.

Dieburg - Ricardo zieht sich die enge Taucherbrille über den Kopf, hält sich die Nase zu und atmet dabei tief aus. Anschließend gibt er ein Handzeichen: Daumen nach unten. Von dieser scheinbar negativen Geste lässt sich Timo Kraus aber nicht beirren. Von Corinna Hiss 

Im Tauchjargon heißt das nämlich nicht, dass miese Stimmung herrscht. Viel eher bedeutet es: Abtauchen! Die erste Woche der Ferienspiele haben die 257 Kinder bereits hinter sich. Für eine Gruppe ging es dabei ins städtische Freibad zum Tauchgang. Seit Jahren schon ist der Tauchclub Dieburg bei den Ferienspielen dabei und gibt den Kindern einen ersten Einblick in die Kunst des Unterwassersports.

Da sich die Gewitterwolken am Himmel etwas aufklarten, stand der Wasserexpedition nichts im Weg. Aufgeregt ließen sich die 13 Kinder die wichtigsten Grundregeln erklären, bis sie selbst Flossen und Taucherbrille aufsetzen konnten. Schnell war allen klar: Kommunikation unter Wasser ist alles. Und da das Sprechen nicht möglich ist, eigneten sich die Kinder rasch die nonverbalen Zeichen beim Tauchgang an. „Daumen runter bedeutet nicht, dass etwas schlecht läuft, sondern ist nur die Ansage, dass man bereit ist, unter Wasser zu gehen“, erläuterte Birgit, die seit zehn Jahren im Tauchclub aktiv ist.

Flossen hoch und entspannt im Wasser genießen.

Ein wichtiges Zeichen benutzten die Ferienspiel-Teilnehmer besonders gerne. Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis geformt signalisierten sie, dass „alles okay“ ist mit Ausrüstung und eigener Befindlichkeit. Auch für Ricardo war es das erste Mal mit einer richtigen Taucherausrüstung. Der Zwölfjährige hatte auch noch nie in seinem Leben geschnorchelt – einzig mit geschlossenen Augen kurz unter Wasser geschwommen war er bisher. Noch am Beckenrand galt es, die Pressluftflasche auf den Rücken zu schnallen. Das Gewicht von zehn Kilogramm – gekoppelt mit den schwarz-gelben Flossen an den Füßen – ließ den Jungen schwerfällig in Richtung Wasser watscheln. Als er dann aber ins kühle Nass geglitten war, ging alles wie von allein. „Unter Wasser spürt der Taucher das Gewicht der Flasche zum Glück nicht mehr“, schmunzelte Birgit.

Helfer tragen Neoprenanzüge

Im 4,50 Meter tiefen Becken waren die Kinder begeistert von der Erfahrung, so lange unter Wasser zu bleiben, wie sie wollten. „Ich kann die ganze Zeit atmen“, freute sich auch Ricardo, als er mal wieder auftauchte. Das besondere Erlebnis war bei den schwülen Temperaturen genau das richtige. Nur die Helfer des Vereins hatten Neoprenanzüge an, weil sie sich ständig im Wasser befanden. Wer gerade mal nicht mit einem Tauchgang dran war, ließ die Beine im Wasser baumeln oder erkundete anderweitig das Schwimmbad. Die elf- bis dreizehnjährigen Mädchen und Jungs, die zwei Wochen lang jeden Tag spannende Dinge miteinander erleben, hatten sich bereits nach kurzer Zeit als Gruppe zusammengefunden.

Wer aber meinte, unendlich viele Male unter Wasser tauchen zu können, ohne müde zu werden, hatte sich getäuscht. „Selbst erfahrene Mitglieder sind nach ein paar Tauchgängen am Tag abends schon platt“, sagte Werner, der den Kindern engagiert die Tauchregeln erklärte. Als es Mittag wurde und die Gewitterwolken langsam wieder dunkler wurden, machte sich bei allen ein anderes Bedürfnis breit. Dagegen war der Verein selbstverständlich gewappnet: Die eifrigen kleinen Taucher stürzten sich hungrig auf die Würstchen mit Brötchen, die der Tauchclub gerne spendierte.

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