Schäden geringer als erwartet  / Hassia-Chef: positive Schlossgartenfest-Bilanz

Festplatz besteht Härtetest

Kahle Stellen, strapazierter Schotterrrasen: Nach dem Abbau der Zeltgerüste konnte man sich einen Überblick über den Zustand des Festplatzes machen. Insgesamt schätzt das Bauamt die Schäden als gering ein.

Dieburg - „Ich hätte gern mitgefeiert“, meint Hans- Friedrich Busch, Vorsitzender des SC Hassia, scherzend auf die Frage nach der Bilanz des 48. Schlossgartenfestes.

Über die vier Tage war der Chef des ausrichtenden Vereins unermüdlich im Einsatz. „Geschlafen habe ich tagsüber mal ein paar Stunden“, sagt er. Mit ihm waren rund 300 freiwillige Helfer im Einsatz, etliche übernahmen mehrere Schichten. Ein „harter Kern“ von rund 15 Leuten war nahezu jederzeit für alle ansprechbar. „Viele befreundete Vereine haben geholfen, ohne das wäre es nicht zu schaffen gewesen. Wir haben bei der Hassia ja insgesamt nur 500 Mitglieder“, so Busch. Er selbst ist in fünf der sieben das Schlossgartenfest ausrichtenden Vereine engagiert. Als selbstständiger Handwerker musste er auch sein Geschäft am Laufen halten und konnte nicht einfach „zusperren“.

Ihm ist die Erleichterung deutlich anzumerken, dass alles gut über die Bühne ging. „Während der ganzen Zeit hält man quasi innerlich die Luft an“, beschreibt er seinen Schlossgartenfest-Gemütszustand. Von Besuchern und auch den auftretenden Künstlern und Musikern hat er viel positive Resonanz erhalten. Und die Musikauswahl scheint auch angekommen zu sein. „Die Stimmung war gut, relativ harmonisch, es gab kaum Ausfälle“, sagt er und freut sich über das geringe „Störpotenzial“ unter den Besuchern. Auch der Polizei spendet er ein großes Lob: „Die haben viel Präsenz gezeigt, das war sehr hilfreich.“

Im Vorfeld hatten immer wieder schwere Regengüsse die Aufbauarbeiten erschwert. An den Festtagen selbst war es vor allem der Freitagabend, der die Gäste vom Biergarten ins Zelt trieb, als ein Regenguss vom Himmel kam. Insgesamt aber ist er mit der Wetterbilanz zufrieden. „Ich habe schon Schlimmeres erlebt“, sagt er. Schließlich hat er das traditionelle Dieburger Heimatfest schon als Kind mitgemacht.

Die Abrechnung ist noch nicht abgeschlossen, aber es steht schon jetzt fest, dass „etwas hängen bleibt“. „Wir werden nicht draufzahlen“, ist er sich sicher.

Und wie ist er mit dem sanierten Festplatz zufrieden, der jetzt seine Bewährungsprobe hinter sich hat? „Das Wasser hat er gut geschluckt“, sagt Busch. Alles sei relativ schnell abgelaufen. Überschwemmungen auf dem Festplatz - wie in früheren Jahren nicht selten aufgetreten - gehören anscheinend der Vergangenheit an. „Was viele nicht mehr wissen: Der asphaltierte Festplatz war früher ja auch als Schlittschuhbahn für den Winter konzipiert. Deshalb hat man ihn so angelegt, dass das Wasser in der Mitte zusammenlief.“

In der sanierten Form - die Stadt hat rund 600 000 Euro einschließlich neuer Leitungen und Wege investiert - zeigt er jetzt eher eine leichte Wölbung, die den Regen abfließen lässt.

Natürlich sind jetzt deutliche Schäden am Rasen zu sehen, nachdem die Zelte abgebaut sind. An einigen Stellen schaut nur noch die blanke Erde heraus. „Da muss dann nach dem Flohmarkt Ende August einiges ausgebessert werden“, sagt Bauamtsleiter Karl Schmitt, der den Platz schon zusammen mit Bürgermeister Dr. Werner Thomas besichtigt hat. Man hofft, dass das Gras jetzt in der Ruhephase nachwächst. Dafür bestehen gute Chancen, verlautet auch aus dem Gartenamt.

Eine leichte Kuhle im Schotterrasen muss eventuell aufgefüllt werden. „Insgesamt hat der Platz die Feuertaufe bestanden, wir haben schlimmere Schäden erwartet“, sagt Schmitt.

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