Bürgermeister: Ab Schlossgartenfest läuft alles wie vorher

Festplatz erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Dieburg -  Noch liegt er unberührt da und ist mit Zäunen abgesperrt. Doch schon Ende des kommenden Monats werden Tausende auf ihm herumlaufen, wird er Festzelt, Buden und Fahrgeschäfte aushalten müssen. Die Rede ist vom Festplatz im Schlossgarten, den die Stadt für rund 600 000 Euro neu gestaltet hat. Von Jens Dörr

Vielfach wird derzeit in der Bevölkerung über dessen künftige Nutzung diskutiert. Wird der Platz wie vorher belastbar sein? Müssen Veranstaltungen wegen des neuen Untergrunds – ein Schotterrasen wurde angelegt – vom Festplatz weichen und verlegt werden? Als wie widerstandsfähig wird sich der neue Boden entpuppen? Und wird es die Stadt in Zukunft bei Großveranstaltungen weiter anbieten, auf dem Festplatz zu parken? Diese Fragen beschäftigen die Dieburger.

Bürgermeister Dr. Werner Thomas kann es gar nicht verstehen, dass das Thema aktuell wieder aufkommt. Er verweist im Gespräch mit dem DA auf den Beschluss der Stadtverordneten, dass der Festplatz mit und ab dem Schlossgartenfest wieder uneingeschränkt zur Nutzung zur Verfügung stehen soll. „Wenn einmal Engpässe herrschen, kann ich mir auch vorstellen, dass der Festplatz weitere Parkplätze bietet. Doch natürlich soll er nicht zum Dauerparkplatz werden, das war er ja auch nie“, sagt Thomas.

Ein Stadtgärtner, der namentlich nicht genannt werden will, bezweifelt jedoch, dass noch einmal Fahrzeuge auf dem Festplatz parken werden. Wenn dort beispielsweise Öl auslaufe, könne man den Rasen vergessen. Von sonstigen negativen Folgen quietschender Reifen ganz zu schweigen.

Thomas aber bleibt auch in seiner zusätzlichen schriftlichen Stellungnahme optimistisch: „Nach der Empfehlung des mit der Sanierung des Schlossgartens befassten Gartenarchitekten Peter Jordan bleibt der Platz ein Jahr gesperrt und ist danach für sämtliche Veranstaltungen wieder offen“,heißt es. Im Übrigen habe bei ihm wegen der künftigen Nutzung noch niemand vorgesprochen.

Flohmarkt im August wieder an alter Stelle

Doch muss Thomas einräumen, dass etwa die Junge Union (JU) in Person ihres Vorsitzenden Bernhard Berz sehr wohl ein Gespräch zum Festplatz mit ihm geführt habe. „Wir wollten vom Bürgermeister wissen, wann wir unsere beiden Flohmärkte, die ja zuletzt im Industriegebiet stattfinden mussten, wieder im Schlossgarten machen können“,sagt Berz. Dorthin wolle man nämlich unbedingt zurück, nur da hätten die Flohmärkte aus Sicht der JU langfristig eine Zukunft. Denn dort herrsche ein besonderes Flair, wegen dem viele Käufer - aber auch Verkäufer - kämen.

Thomas lässt seinen Ankündigungen zur zukünftigen Nutzung derweil Taten folgen. Berz weiß zu berichten: „Wir haben von der Stadt nun die Zusage bekommen, dass wir mit unserem Flohmarkt Ende August endlich wieder in den Schlossgarten dürfen.“

Der neue Festplatz – nach Entfernung des teerhaltigen Asphalts und weiterer Neuerungen optisch zweifellos attraktiver als früher – weckt auch an anderer Stelle Interesse. So könnte sich ein Dieburger Musikmanager etwa vorstellen, dort im Sommer eine Bühne aufzustellen und ein kleines Open-Air-Konzert zu veranstalten. Bislang existiert aber nur die Idee - auch im Hinblick auf das nicht mehr stattfindende Festival „Traffic Jam“ auf dem Verkehrsübungsplatz der Fahrschule Völker. Bei der Stadt mag man über ungelegte Eier nicht spekulieren: Auf die Frage, was man einem potenziellen, neuen Veranstalter eines Musik-Events auf dem Festplatz entgegnen würde, gibt es keine Antwort.

Sicher ist: Spätestens zu Beginn des Schlossgartenfests des Ausrichters SC Hassia am 24. Juli kann sich jeder Bürger – und damit Mitfinanzierer der Großinvestition – anschauen, was sich außer dem Anlegen des Schotterrasens noch getan hat. Das sind etwa die neuen Felsenkieswege, aber auch das neue Technik-Gebäude am WC-Haus. Zudem wurden neue Versorgungsleitungen (Strom, Wasser, Kanäle) gelegt.

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