Dieburg

Feuerwehr als „Allrounder der Gefahrenabwehr“

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Vor allem der Einsatz und das Engagement der freiwilligen Helfer wurde gelobt.

Umringt von blauen Uniformen waren am Donnerstagabend im voll besetzten Bürgerzentrum in Groß-Bieberau die Gäste in Zivil.

Groß-Bieberau (ves) - Viele hochrangige Besucher und Feuerwehrleute hatten sich eingefunden, um genau am 29. Januar, dem Gründungstag des der Kreisfeuerwehrverbands, gemeinsam das Jubiläumsjahr zu beginnen: Mit einem Festakt feierte der Verband Darmstadt-Dieburgseinen 110-jährigen Geburtstag. Zwischen Festreden und besonderen Ehrungen spielte das Streichorchester der Albert-Einstein-Schule einige Musikstücke zur Unterhaltung. Einen Angriff auf die Lachmuskeln nahm Walter Renneisen mit „Deutschland - deine Hessen“ vor, in dessen Verlauf er „Vergleiche zwischen Hessen und Deutschen“ zog, mit einem ganz besonderen Schlenker in Richtung hessischen Dialekt und dessen Feinheiten.

„Wir blicken insbesondere in den letzten Jahrzehnten auf eine beeindruckende Geschichte zurück“, begrüßte der Kreisbrandinspektor Ralph Stühling die Gäste. „Die Rahmenbedingungen für das Feuerwehrwesen haben sich in den letzten 15 Jahren dramatisch verändert. Der Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-Dieburg hat sich diesen Anforderungen stets gestellt und kann heute auf das Erreichte stolz sein“, so Stühling weiter. Er zog ein Resümee der Veränderungen und notwendig gewordenen Anpassungen und betonte, dass er eine der großen Hauptaufgaben in der Unterstützung und Förderung der Nachwuchsarbeit innerhalb der Feuerwehren sehe. Aber auch die soziale Absicherung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte müsse unbedingt geregelt werden. Seit Gründung des Verbandes gibt es einen Sozialfonds, um verunfallte Feuerwehrwehrleute zu unterstützen. Dieser Fonds soll in diesem Jahr nun in die „Wilfried-Köbler-Stiftung“ überführt werden, um in Notlagen Hilfe leisten zu können. Köbler hatte von 1961 bis 1987 das Amt des Kreisbrandinspektors inne und die Feuerwehr in diesen Jahren entscheidend geprägt.

Im Namen der Sparkassen Darmstadt und Dieburg hatte Landrat Alfred Jakoubek die Ehre, einen Scheck über 8 000 Euro zu überreichen, der der Stiftung zugute kommen soll. Der Groß-Bieberauer Bürgermeister Edgar Buchwald überreichte der Stiftung einen Scheck über 500 Euro.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, Ralf Ackermann, wies auf den Fortschritt und die technischen Entwicklungen im Laufe der Jahre hin. „Bereits damals hat man die Notwendigkeit des Eigenschutzes erkannt und sich zur Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Heute sind wir beim Allrounder der Gefahrenabwehr angelangt“, so Ackermann.

Er lobte das Engagement der 2 700 aktiven Einsatzkräfte, die das Fundament bilden. „Unser Personal ist unser wichtigstes Gut. Täglich setzen Feuerwehrleute ihr Leben aufs Spiel, andere Staatsformen wären froh über dieses Engagement. Wir wollen auch in Zukunft ein verlässlicher Partner sein.“

Auch Landrat Jakoubek lobte den Einsatz und das Engagement der freiwilligen Helfer, aber auch das der Städte und Gemeinden. „Danke für die technische Ausstattung der Wehren, die notwendig ist, um die Herausforderungen meistern zu können“, betonte Jakoubek. „Wir wissen, was wir an der Feuerwehr haben. So ist es heute eine Selbstverständlichkeit, im Notfall die 112 zu wählen.“ Auch der Landrat sieht die Notwendigkeit des Ausbaus der Einsatzstützpunkte, deren Aufgaben in Zukunft gewiss nicht weniger würden.

Als besonderen Höhepunkt des Abends fanden die Ehrungen mehrerer Feuerwehrleute statt.

Stühling bekam das Feuerwehrehrenkreuz in Gold überreicht. Auch Gemeindebrandinspektor Rainer Anders erhielt das Feuerwehrehrenkreuz in Gold, Stadtbrandinspektor Mike Bickelhaupt das Feuerwehrehrenkreuz in Silber.

Kreisbrandmeister Gerhard Heller, der seit 20 Jahren für die Ausbildung in Roßdorf zuständig ist und in einigen Wochen in den Ruhestand verabschiedet wird, wurde mit den Worten „Ein Leben für die Feuerwehr“ von seinem Kameraden passend beschrieben. Er erhielt das silberne Brandschutzehrenzeichen als Steckkreuz, die höchstmögliche Auszeichnung eines aktiven Feuerwehrmannes.

Alle Kameraden hatten sich während der Ehrung erhoben und zollten mit minutenlangem Applaus ihren Respekt und ihre Anerkennung. Nach diesem gelungenen Festprogramm ließ man den Abend mit Speis und Trank gesellig ausklingen.

Walter Renneisen sinniert über die Hessen und deren Dialekt.

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