Gleich vier neue Fahrzeuge für die Dieburger Einsatzkräfte

Feuerwehr rüstet auf

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Ungewöhnlich hohe Anzahl: Gleich auf vier neue Feuerwehrfahrzeuge blickt die Dieburger Wehr. Fotos: Just

VON MICHAEL JUST.

Dieburg – Als am Samstagabend im Feuerwehrstützpunkt plötzlich Nebel aus den großen Toren der kleinen Wagenhalle dringt und verheißungsvolle Musik zu hören ist, kündigt das keinen Sänger oder eine Band an. Die Stars, die kurz darauf eindrucksvoll aus den mit buntem Licht durchsetzten Rauchschwaden hervorkommen, haben Räder, sind rot und helfen, im Notfall Leben zu retten: Gleich vier neue Fahrzeuge – ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF20), zwei Mannschaftstransportwagen (MTF) und ein Kommandowagen (KdoW) – stellte die Dieburger Feuerwehr in ihren Dienst.

Eingebettet in einen feierlichen Rahmen folgte nach dem Sektempfang und der Begrüßung von Bürgermeister Frank Haus die effektvolle und ungewöhnliche Präsention. An die Grußworte der Gäste aus Politik und dem Feuerwehrbereich schloss sich ein Buffet für rund 150 Personen an. Mit einer „Live-Cooking-Show“ behielt man den Erlebnis-Charakter des Abends auch beim Essen bei.

Zu den Ehrengästen zählten, neben Bürgermeister und Dienstherr Haus außerdem Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning, Landrat Klaus Peter Schellhaas, Kreisbrandinspektor Heiko Schecker sowie zahlreiche Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. Die Pfarrer Alexander Vogl und Dieter Schmidt übernahmen die Segnung der neuen Fahrzeuge mit der Bitte auf eine allseits sichere Fahrt.

Wie Bürgermeister Haus sagte, erlebe man in seinem Amt wohl nur einmal einen Moment, bei dem gleich vier Fahrzeuge übergeben werden. Die Investition bezeichnete er als gut angelegt. Den Stadtverordneten drückte er seinen Dank für die Genehmigung der Kosten aus. Stadtbrandinspektor Carsten Hammer lobte ebenfalls die Freigabe der Gelder: Zum einen rette man damit Menschenleben, zum anderen werde der ehrenamtliche Einsatz von Männern und Frauen gewürdigt, die ihre Aufgabe mit Hingabe und Überzeugung erfüllen.

Die vier Neufahrzeuge kommen auf einen Wert von rund einer halben Million Euro, wobei das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug alleine mehr als 400 000 Euro kostet. Für den 15-Tonner, der 100 Kilometer schnell werden kann, steuerte das Land Hessen einen Zuschuss von zehn Prozent bei. Den größten Batzen trägt damit die Stadt Dieburg. Der Förderverein der Wehr beteiligte sich ebenfalls mit einem kleineren vierstelligen Betrag für die Beklebung der Autos und weitere Ausrüstung.

Das HLF20 verfügt über modernste Ausstattung zur Brandbekämpfung sowie der technischen Hilfeleistung. Die Atemschutzgeräte sind noch besser als zuvor im Rückenbereich der Sitze der Feuerwehrmänner integriert und können während der Anfahrt direkt angelegt werden. Die Zeit des Blaulichts in Form von „Rundum-Kennleuchten“ ist lange vorbei: Flache Blaulichtbalken spiegeln den Fortschritt wieder. Dazu sind weitere LED-Blaulichter gleich an mehreren Stellen des Fahrzeugs eingearbeitet, darunter am Heck und an der Seite. Die Einweisung der Mannschaft bezüglich Lage und Nutzung der Gerätschaften, darunter der verbesserten Schaumlöschanlage, fand bereits in den vergangenen Tagen statt. „Bis zum heutigen Samstag sind alle Züge durch“, sagte Christian Weber, Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Wehr. Das HLF20 ersetzt das HLF16, das 30 Jahre lang ausgerückt ist und nun dem Katastrophenschutz zugeführt wird. Neu im Fuhrpark sind zudem zwei Mannschaftstransportwagen. Die größere Version, ein Siebensitzer, ist mit Signalanlage auch für Einsatzfahrten gedacht. Der Fünfsitzer wird in erster Linie zum Besuch von Lehrgängen herangezogen. Last but not least erhält Stadtbrandinspektor Carsten Hammer ebenfalls ein neues Dienstfahrzeug.

2017 durfte sich die Wehr als letzte Anschaffung über einen Sprinter für den Mannschaftstransport freuen. Deutlich teurer war die Indienststellung eines Tanklöschfahrzeugs 2010. Seitdem gab es keine größeren Neuanschaffungen mehr. Das lag sowohl an einem Investitionsstau auf kommunaler als auch auf Landesebene. Laut Kreisbrandinspektor Heiko Schecker hat das Land die Brandschutzförderung aufgestockt und will das Level auch so beibehalten. Der andere Teil hänge von der Finanzlage der jeweiligen Kommunen ab.

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