Grundsteinlegung am Dieburger Dreieick

Fiege will in Dieburg Wurzeln schlagen

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Das Logistiklager von Fiege auf dem Dieburger Dreieck, aufgenommen von einer ferngesteuerten Kamera, die gestern zur Grundsteinlegung per Drohne übers Areal geflogen wurde.

Dieburg - Bei der Grundsteinlegung für das neue Logistikzentrum gibt es viel Lob für den Standort an der Gersprenz. Von Laura Hombach

„Ei Gude“, begrüßte Jan Dünzelmann, Leiter des Bau- und Immobilienbereichs der Firma Fiege, gestern die Gäste der Grundsteinlegung für das Logistiklager auf dem Dieburger Dreieck. Dünzelmann übte sich schon einmal im hessichen Idiom, denn die Firma Fiege will „ihre Wurzeln auch in Dieburg schlagen“, wie Fiege-Vorstandsmitglied Jens Fiege in seiner Rede betonte. Nicht ohne Augenzwinkern zog Jens Fiege so manche Parallele zwischen Dieburg und dem Stammsitz des Unternehmens in Greven. Auch dort habe man eine Nachbargemeinde Münster, mit der man sich gut verstehe. Dass das Verhältnis zwischen Dieburg und der Nachbargemeinde derzeit durch das Fiege-Bauprojekt getrübt ist und diesbezüglich noch eine Klage der Gemeinde Münster gegen Dieburg anhängig ist, wurde dabei nicht laut ausgesprochen.

Auch der Regen, der gestern in Strömen fiel, erinnere ihn sehr an seine Heimat, scherzte das Fiege-Vorstandsmitglied weiter. Schon jetzt fühle man sich in Dieburg willkommen, auch seitens der Bevölkerung erhalte man viele positive Rückmeldungen, so Fiege. Nichtsdestotrotz nutzte auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas die Veranstaltung, um die Firma Fiege noch einmal herzlich in Dieburg willkommen zu heißen. Mit einem „dann begrüß’ ich Euch e moal als neue Dibboijer“ antwortete er auf Dünzelmanns hessische Ansprache. Gleichzeitig war es dem Verwaltungschef aber auch wichtig, in einer kurzen Chronik den nicht unproblematischen Verlauf des Fiege-Bauprojekts zu skizzieren und dabei deutlich zu machen, dass bereits im April 2012 die Pläne zum Bau eines Logistiklagers öffentlich gemacht worden waren. Noch einmal betont wissen wollte er, dass sowohl die Befürworter als auch die Gegner des Fiege-Projekts das Wohl Dieburgs im Auge haben.

Nachhaltigkeit, Innovation und Effizienz

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„Das muss man beides respektieren“, so Thomas. Er hoffe jedoch, dass die Kritiker, die sich zur Bürgerinitiative Bebauung Dieburger Dreieck zusammengeschlossen haben, schlussendlich auch akzeptieren werden, dass Fiege zu Dieburg gehöre und der Stadt Vorteile bringe. Thomas räumte ein, dass er in Anbetracht der Hallenlänge von 500 Metern zunächst auch einen Schreck bekommen habe. Dann sei aber die Erkenntnis gereift, dass man damit auch Staat machen könne. Tatsächlich entsteht auf dem rund 150.000 Quadratmeter großen Gelände gerade ein Logistikzentrum, das mit einer Lager- und Logistikfläche von zirka 90.000 Quadratmetern eines der größten und nachhaltigsten Logistikzentren Europas sein wird, wie Jens Fiege erläuterte. Der aus logistischer Sicht optimale Standort mit Autobahn- und Flughafennähe erlaube es der Firma Fiege, ihren Kunden einen optimalen Service zu gewährleisten.

Gebaut werde das neue Zentrum getreu den Leitlinien des Unternehmens: Nachhaltigkeit, Innovation und Effizienz. Mit umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen, die man mit Hessen Forst realisiere und einer vollständigen Renaturierung des Banngrabens habe die Firma Fiege zum Naturschutz beigetragen. Es werde auf nachhaltiges Bauen Wert gelegt. So erhalte das Gebäude zur Bahnlinie hin eine spezielle schallabsorbierende Fassade, die verhindere, dass das Gebäude den Schall reflektiert. Zudem gelten in dem Logistikzentrum die allerhöchsten Sicherheitsstandards. Falls tatsächlich ein Feuer in dem Reifenlager ausbrechen sollte, würde dies durch eine automatische Brandlöschanlage gleich bei Ausbruch gelöscht. Nachhaltig sei das neue Logistikzentrum aber auch, weil hier die Lagerung gebündelt und so der Pendelverkehr zwischen mehreren kleinen Lägern vermieden werden könne.

Fiege-Baustelle in Dieburg

Fiege-Baustelle in Dieburg

„Unser Geschäft ist es nicht, Transporte zu machen, sondern Transporte zu vermeiden“, betonte Jens Fiege. Neben der Lagerung von Reifen sollen am Standort Dieburg auch Qualitätskontrollen durchgeführt und Reifen auf Felgen gezogen werden. Einer der Hauptkunden, dessen Reifen im neuen Logistikzentrum gelagert und von hier aus ausgeliefert werden, wird die Firma Pirelli sein. Michael Schwöbel, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Pirelli, sah so auch für seine Firma die Vorteile des neuen Dieburger Standorts. Das neue Lager spiele eine zentrale Rolle im Logistikkonzept der Firma Pirelli. Durch die geplante Bündelung und die Optimierung der Verkehrswege könnte man den Transportverkehr deutlich reduzieren, betonte auch Schwöbel. Bevor nun Vertreter der Firma Fiege, ihre Geschäftspartner sowie Bürgermeister Thomas zur Kelle griffen, um ein Kupferrohr feierlich im Grundstein einzuspeisen, wurde das Rohr zunächst mit symbolträchtigem Inhalt gefüllt.

Neben Bauplänen wanderte Münzgeld als Zeichen für die Firma Union Investment, Finanzierungspartner für das Logistik-Zentrum, eine Grevener Zeitung als Symbol für die Wurzeln des Unternehmens, ein Dieburger Anzeiger als Zeichen für die neuen Wurzeln an der Gersprenz und eine vom Bürgermeister gestiftete Anstecknadel mit dem städtischen Wappen hinein. Nach getaner Speisarbeit am Grundstein gab es schließlich auch eine Speisung für die zahlreich versammelten Gäste. Die Gastgeber zeigten auch hier, dass sie sich ganz auf ihre neuen Standort eingestellt haben und servierten hessische Leckereien.

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