Dieburger Dreieck: Mitte November wird die Hälfte des Mega-Logistikcenters Fiege in Betrieb genommen

Bald rollen die ersten Reifen an

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Die Arbeiten auf der Fiege-Großbaustelle gehen ihrem Ende entgegen. Im Vordergrund ist die Grünanlage mit dem umgeleiteten Banngraben zu sehen.

Dieburg - Das Fiege-Großlager im Dieburger Dreieck nimmt Gestalt an. Die eigene Zufahrt von der K128 ist fast fertig, die Firmenembleme wurden diese Woche angebracht. Mitte November soll knapp die Hälfte der Lagerfläche in Betrieb genommen werden. Von Lisa Hager 

Vor dem lang gestreckten Firmengebäude, das die Ausmaße von 560 Metern Länge und 160 Meter Breite hat, ist schon deutlich die künftige Grünanlage mit Teich zu erkennen, durch die der verlegte und renaturierte Banngraben fließen wird. Am Gebäude selbst, dessen graue Fassade durch rote Treppenhäuser aufgelockert ist, sind die Arbeiter noch schwer am Schaffen. Diese Woche wurden auch die Firmenembleme auf dem Gebäude angebracht, das eines von den fünf größten Fiege-Lagern in Deutschland ist. Die Gesamtkosten werden auf rund 60 Millionen Euro angesetzt. Auch die eigene Werkszufahrt von der K 128 aufs Gelände ist fast fertig gestellt.

Nach rund sieben Monaten Bauzeit kann das Logistikunternehmen Fiege sein umstrittenes Großlager im Dieburger Dreieck in Betrieb nehmen. „Mitte November, um den 15. herum, wird der erste Teil des Lagers in Betrieb gehen“, bestätigt der Pressesprecher des Unternehmens aus Greven in Westfalen, Jens Hamann, auf Anfrage. Rund 50 000 Quadratmeter werden dann schon mit Reifen von Pirelli aus Breuberg bestückt werden. „Das läuft alles planmäßig“, sagt Hamann. Der restliche Teil des 90 000 Quadratmeter großen Gebäudes – rund 40 000 Quadratmeter – werden ab 2015 genutzt. „Bislang ist in der Bauphase alles gut gelaufen, es funktioniert alles“, sagt Hamann. Größere Schwierigkeiten habe es nicht gegeben.

Gegenwind kommt von der BIDD

Die größte Schwierigkeit, mit der das Unternehmen zu kämpfen hatte, war wohl der Wind, der ihr von den Fiege-Gegnern entgegenblies. Die Bürgerinitiative Bebauung Dieburger Dreieck (BIBDD) war allerdings mit einem Bürgerentscheid gegen das Projekt gescheitert (wir berichteten mehrfach).

Immer noch nicht entschieden ist ein Eilantrag von Mitgliedern der BI aus Dieburg und Münster vom Juli diesen Jahres, der sich gegen die Baugenehmigung des Projekts durch die Kreisbaubehörde richtet. Ziel des Antrags, der beim Verwaltungsgericht in Darmstadt eingereicht wurde, sollte sein, die Bauarbeiten zu stoppen und die bereits genehmigte Nutzung als Lager zu untersagen.

In Teilen der Bevölkerung – vor allem auch in Münster und Altheim – stößt das Großprojekt nach wie vor auf Ablehnung. Größter Kritikpunkt ist die künftige Verkehrsbelastung, die die Inbetriebnahme des Mega-Lagers mit sich bringen wird. Nach Angaben des Unternehmens könnten täglich bis zu 480 Lkw-Bewegungen zum bisherigen Verkehrsaufkommen auf der B 26 hinzu kommen. Das größte Verkehrsaufkommen werde dabei nach Schätzungen des Unternehmens zwischen 6 und 14 Uhr (240 Fahrten) anfallen, für die Zeit zwischen 14 bis 22 Uhr rechnet das Unternehmen mit rund 174, für die Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr mit rund 66 Lkw-Fahrten.

Fiege sucht qualifizierte Mitarbeiter

Aber nicht nur von Bürgern weht Fiege der Wind ins Gesicht: Weiterhin anhängig ist eine Normenkontrollklage, die die Nachbargemeinde Münster im April gegen das Bauleitverfahren beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt hat.

Nach Schätzungen des Unternehmens werden rund 400 gewerbliche und 120 kaufmännische Mitarbeiter das „Multi-User-Zentrum“ im 24-Stunden-Betrieb mit Leben füllen. Derzeit werden gezielt im Raum Dieburg Mitarbeiter gesucht.

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