Finanzen, Familie, Verkehr

+
Möchte nicht mehr als Stadtverordnetenvorsteher, sondern als Bürgermeister ins Rathaus: CDU-Kandidat Dr. Harald Schöning.

Dieburg (jd) ‐   Das Plakat vermittelt Energie. Dr. Harald Schöning ballt die linke Faust, kombiniert die kämpferische Pose mit einem offenen Lächeln. Links daneben: Jene CDU-Kandidaten, die ins Dieburger Stadtparlament wollen. Entsprechend lautet auch der Slogan: „Gemeinsam. Für Dieburg.“

Bis zur Bürgermeisterwahl am Sonntag, 27. März, wird Schöning auf vielfältige Weise mit Dialogangeboten auf die Bürger zugehen: Erreichbar ist er an Wahlkampfständen, bei der Veranstaltung mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder im Pater-Delp-Haus, bei Hausbesuchen, Podiumsdiskussionen und via Internet. Dort ist Harald Schöning nicht nur auf seiner Internetseitezu finden, sondern auch in den Netzwerken Facebook, XING und „Wer kennt wen“.

Ein Dutzend Mal ist Schöning seit Samstag auf riesigen Plakaten an markanten Standorten der Stadt zu sehen, mal mit Team, mal solo. „Um als Kandidat eine Chance zu haben, muss man erkennbar sein Gesicht zeigen“, sagt der 1961 in Trier Geborene. Schließlich sei er der Bevölkerung nicht ganz so bekannt wie Amtsinhaber Dr. Werner Thomas (parteilos). Von dessen Vorstoß, in diesem Wahlkampf keine Plakate aufzustellen, hält er wenig: Diese trügen auch dazu bei, dass sich mündige Bürger ein Bild von den potenziellen Stadtobersten machen könnten. Allerdings habe man sich auf wenige große Plakate statt vieler kleiner konzentriert, die in Innenstadtnähe in übertriebener Anzahl durchaus das Stadtbild negativ beeinträchtigen könnten. Früher waren es teils 100 Plakate, die die Christdemokraten in Dieburg hängten. Was den mündigen Bürger mindestens ebenso interessieren dürfte wie Schönings optisches Profil, ist sein politisches: Der CDU-Mann hat sich diverse Schwerpunkte auf die Fahne geschrieben, die naturgemäß weitgehend deckungsgleich sind mit denen der Fraktion. Unter anderem das Haushaltsdefizit der Stadt treibt den amtierenden Stadtverordnetenvorsteher um: Schließlich droht Dieburg laut derzeitigen Berechnungen eine Nettokreditaufnahme in Höhe von 16 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren. Die Rücklagen werden dann endgültig aufgebraucht sein, es droht der Verlust der Haushaltshoheit an das Regierungspräsidium. „Im Fall meiner Wahl werde ich mich mit der Verwaltung zusammensetzen und intensiv über Einsparungen sprechen“, kündigt Schöning an. Dies könne einerseits Sachausgaben und Ausgaben für externe Dienstleistungen betreffen, aber auch die Neubesetzung freiwerdender Stellen. „Ich möchte niemanden entlassen“, stellt er jedoch heraus. Ohnehin müsse das Ziel stets eine handlungsfähige Verwaltung sein.

Keine Steueranhebung bei Grund- und Gewerbe

Geld für den Stadtsäckel verspricht sich Schöning auch dadurch, teure geplante Neubauten wie den des Bauhofs erst einmal nicht durchzuführen. Der Neubau sei wünschenswert, aber nicht derart dringend, um ihn wie geplant in Bälde durchzuführen. Bis 2014 sind dafür rund 3,5 Millionen Euro vorgesehen.

Zugleich müsse die Einnahmenseite verbessert werden: Eine Anhebung kommunaler Steuern wie Grund- und Gewerbesteuer plant Schöning nicht, möchte stattdessen neues Steuern zahlendes Gewerbe ansiedeln. Bürgermeister Thomas habe formal zwar eine Wirtschaftsförderung im Rathaus etabliert. „Was stattfindet, ist aber keine Wirtschaftsförderung“, moniert der Senior Manager der Darmstädter Software AG.

Inhaltlicher Schwerpunkt sei für ihn auch der Verkehr, so Schöning. Er wolle die Vorhaben von Nord- und Westumgehung wieder auf die Tagesordnung bringen. Ziel sei es, jenen Verkehr aus Dieburg herauszuhalten, der nicht durch Dieburg fließen müsse.

Familien sollen gestärkt werden

Die Bedürfnisse der Bevölkerung - etwa bei einem Rundgang durch das Minnefeld (der DA berichtete) - hat Schöning seit seiner Nominierung auf zahlreichen Vor-Ort-Terminen aufgenommen. Gezählt hat er die Termine der vergangenen Monate nicht.

Unter einem Bürgermeister Harald Schöning sollen überdies Themen wie familien- und altengerechtes Wohnen in Dieburg, die Stärkung von Familien etwa durch optimierte Kinderbetreuung in KiTas und durch Tagesmütter sowie die stärkere Einbindung der Campus-Studenten ins Stadtleben im Fokus stehen.

Hinsichtlich seiner Persönlichkeit sagen die Parteifreunde dem Katholiken Schöning neben fachlicher Kompetenz die Fähigkeit zum Moderieren nach. Zudem spreche er trotz verbindlichen Tonfalls auch unangenehme Dinge an und beziehe klar Stellung.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare