Kontaktlogistikunternehmen baut großes „Multi-User-Zentrum“

Firma Fiege gibt am Dieburger Dreieck Gas

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So soll das neue Logistikzentrum nach den ersten Planungen aussehen.

Dieburg - Bereits seit 2009 ist die Stadt Dieburg bestrebt, einen Interessenten für das Dieburger Dreieck zwischen B 45, K 128 und Bahnlinie zu finden. Zweimal war dieser Versuch gescheitert. Von Laura Hombach

Sowohl aus der Ansiedlung eines Reifenlagers als auch aus der Niederlassung eines Internethändlers wurde nichts.

Doch mit den Plänen des Logistik-Dienstleisters „Fiege“ nimmt die Entwicklung der Fläche nun ganz konkrete Züge an. Der Kontraktlogistikspezialist mit Stammsitz in Greve (Westfalen) will auf einer Fläche von 160 000 Quadratmetern ein „Multi-User-Zentrum“ bauen. Hier sollen dann verschiedene Logistikkunden mit unterschiedlichem Warensortiment betreut werden.

Erste Entwurfsplanungen für das künftige Logistikzentrum stellte am Montagabend Jan Dünzelmann, Leiter des Immobilienbereichs bei der Firma Fiege, im Stadtparlament vor. Für das Logistikzentrum ist eine Nutzfläche von rund 90 000 Quadratmetern geplant, wobei sich der Hallenkörper auf einer Länge von über 500 Metern bei einer maximalen Höhe von 17 Metern über das Gelände des Dieburger Dreiecks ziehen wird. Neben den in neun Abschnitte unterteilten Lagerhallen, die mit Abstand den größten Flächenanteil ausmachen, sind auch Büro- und Sozialflächen vorgesehen. An das Logistikzentrum angrenzend sollen zwei Entwässerungsteiche angelegt werden, um die Versickerung des Regenwassers zu gewährleisten.

480 Mal rollen die LKW täglich über die Zufahrt

Die Anbindung erfolgt über die K 128. Hierfür bedürfe es einer geringfügigen Ausweitung der K 128 an dieser Stelle sowie einer weiteren Verbreiterung am Knotenpunkt mit der B 26, erläuterte Dünzelmann. 480 Mal sollen dann täglich Lkw über diese neu geschaffene Zufahrt rollen. Das größte Verkehrsaufkommen werde dabei nach Schätzungen des Unternehmens zwischen 6 und 14 Uhr (zirka 240 Fahrten) anfallen, für die Zeit zwischen 14 bis 22 Uhr rechnet das Unternehmen mit rund 174, für die Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr mit zirka 66 Lkw-Fahrten.

Die Zufahrt zum Firmengelände wird über den Banngraben geführt. Dieser soll im Zuge der Baumaßnahme verlegt, renaturiert und aufwendig begrünt werden. Erhalten bleiben soll auch der Radweg Richtung Altheim, der die Zufahrtsstraße der Firma Fiege kreuzen wird. Wie diese Situation für Radler und Anlieferer des Logistikzentrums am sichersten zu regeln ist, soll der weitere Planungsprozess zeigen.

Fiege hat bereits einen Kunden

In neun Abschnitte unterteilt ist der Lagerhallenkomplex. Davor zu sehen die Andienungszone, Parkplätze und die über den Banngraben führende Zufahrt, die von der K 128 abgeht.

Die Erschließungskosten für das Grundstück trägt, wie auch für die Aufstellung des Bebauungsplans, die Firma Fiege. Doch nicht nur die Entwurfsplanungen für den Neubau hatte Dünzelmann vorzuweisen. Fiege hat bereits einen Kunden für die neue Niederlassung in Dieburg gewinnen können, der hier Reifen einlagern und umschlagen möchte. Mit weiteren Kunden steht die Firma in Verhandlungen. Auch mit den privaten Eigentümern eines Teils der Grundstücke – zirka 72 000 Quadratmeter des Geländes gehören der Stadt Dieburg – sei man bereits zu Einigungen gekommen, so Dünzelmann.

Der Stadt Dieburg beschert die Ansiedlung von Fiege im Dieburger Dreieck neben dem Verkaufserlös für das Gelände und den Gewerbesteuereinnahmen auch neue Arbeitsplätze. Nach Schätzungen des Unternehmens werden rund 400 gewerbliche und 120 kaufmännische Mitarbeiter das „Multi-User-Zentrum“ im 24-Stunden-Betrieb mit Leben füllen.

Einstimmig fiel am Montag die Abstimmung im Parlament für einen Vorlage des Magistrats aus, das Bauleitplanverfahren schnellstmöglich durchzuführen. Die Träger öffentlicher Belange werden nun ihre Stellungnahmen zu dem Vorhaben abgeben, dann werden die Planungen offengelegt.

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