Mit fitten Stimmbändern auf die Narren-Bühne

Auch die Bundeswehr nahmen Bettina Steinmetz (links) und Petra Herrmann-Kahle in ihrer Bühnenlaufbahn schon auf die Schippe. In diesem Jahr sind sie „Miss Raten“ und „Miss Lunge“. Foto: Dörr

Bettina Steinmetz steht im 22. Jahr auf der Narrenbühne / Auftritt: 16. Februar im Hessen-TV. Von Jens Dörr

Dieburg - Gute Antworten gibt Bettina Steinmetz auf der Bühne immer. Vor allem aber: laute. Im Vortragsduo mit Petra Herrmann-Kahle braucht die 51-jährige Dieburgerin bei den Sitzungen des KVD zwar keine Bütt, aber topfitte Stimmbänder. Der äußerst verständliche, durch Mark und Bein dringende Wortwechsel zwischen den beiden Fastnachterinnen ist ihr bekanntestes Markenzeichen. Steinmetz steht - Soloauftritte und gemeinsame addiert - in diesem Jahr zum 22. Mal auf der Narrenbühne. Im Gespräch mit dem DA dämpfte sie sogar ihre Stimme auf Normalmaß.

„Ich wusste das gar nicht“, sagt Steinmetz über ihr närrisches Bühnenjubiläum. Sitzungspräsident Bernd Wolfenstädter aber vergaß es nicht, hatte im Gegensatz zur Äla-Aktiven nachgerechnet. 22 Jahre Vortrag heißt im Falle von Steinmetz allerdings nicht, dass sie „erst“ seit 22 Jahren auf der Bühne steht. Bedingt beispielsweise durch Baby-Pausen ist die Spanne länger. „1980 lernte ich meinen Mann Reinhold kennen, 1981 war ich mit ihm erstmals auf einer Sitzung“, erzählt sie. Und weiter: „Ich saß unten und dachte mir, da will ich auch einmal mitmachen.“

Das Debüt in puncto Wortvortrag feierte sie 1984 - als Braut. Viele Rollen folgten, als Fußballfrau etwa, auch als Klofrau Martha, die unter anderem durch ihr Wirken auf den Schlossgartenfesten fast zu Ruhm gelangte. Einer der schönsten Vorträge - so findet Steinmetz selbst - gelang ihr in der Rolle der „Sitzungspräsidentin“. Schließlich bietet das närrische Patriarchat mit der Tatsache, dass nur die Herren der Schöpfung in den Elferrat dürfen, genügend Angriffsfläche.

Seit 2003 ist Bettina Steinmetz gemeinsam mit Petra Herrmann-Kahle dabei - in diesem Jahr ergänzen sie sich kongenial als „Miss Raten“ und „Miss Lunge“. Privat rauchen sie - in Anspielung auf den zweitgenannten Künstlernamen - während der Proben auch die ein oder andere Zigarette. Die Steinmetz-Küche im Steinweg ist ab Weihnachten fast jeden Abend mindestens eine Stunde lang Treffpunkt fürs Textlernen. Dass sie den nicht selbst schreiben, verhehlt Steinmetz nicht. Burkhard Becker hat sie aufs Neue unterstützt. Andere Autoren halfen in früheren Jahren ebenso.

Zum achten Mal sind Steinmetz und Herrmann-Kahle in diesem Jahr bei der Altweiber-Fastnacht im Hessenfernsehen (bereits aufgezeichnet, ausgestrahlt wird am 16. Februar um 22.30 Uhr und am 18. Februar um 10 Uhr) mit von der Partie. Alles Routine? „Je älter ich werde, desto mehr mache ich mir Gedanken“, beschreibt die Dieburgerin, die auch dem KVD-Vorstand angehört, das erlebte Gegenteil. Draußen im Scheinwerferlicht ist indes jede Nervosität verflogen.

Mit der Römerhalle hat sie sich angefreundet: „Wir fühlen uns jetzt pudelwohl“, sagt Steinmetz. Das 25-jährige Aktivenjubiläum werde sie wohl auch noch feiern: „Mit 60 stehe ich aber sicher nicht mehr auf der Bühne.“

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