Mit Flickflacks auf dem Weg zur EM

Die erfolgreiche Hip-Hop- und Videoclip-Gruppe der Tanzschule Wehrle, die in Maastricht gen Europameisterschaft streben will (von hinten links nach vorne nach hinten rechts): Jasmin Dudtenhöfer, Jacqueline Riefenbach, Julia Pieper, Kathrin Schmied, Liz Pohlenz, Maxine Röder, Lena Schalle. Auf dem Foto fehlt Elpida Tsaousidis. Foto: Dörr

Dieburg - Dieburg/Maastricht (jd) Die Trainerin ist unzufrieden, der zuschauende Tanz-Laie vermag es kaum nachzuvollziehen.

Sieben Mädels wirbeln da über das Parkett der Tanzschule Wehrle, elegant und peppig zugleich, scheinbar spielerisch, aber doch hochkonzentriert. „So tanzen die normalerweise nicht“, sagt dagegen Tanzschul-Chefin Melanie Wehrle, also eine Frau vom Fach. „Jetzt huddeln die die Choreografie ziemlich hin.“

Schonungslose Analyse, hoher Anspruch – vielleicht sind das zwei der Gründe, warum die Hip-Hop- und Videoclip-Gruppe der Tanzschule erreicht hat, was sie erreicht hat: sich für den heutigen 9. Mai qualifiziert zu haben. Heute nämlich sind die 13- bis 15-jährigen Mädels – eine 17-Jährige ist ebenfalls dabei – zum Vorentscheid der Europameisterschaft in Maastricht. „Dance 4 Fans“ heißt das Programm, zu dem die Internet-Suchmaschine Google mehr als acht Millionen Treffer ausspuckt. „Da gibt es bei den Qualifikationsturnieren verschiedene Choreografien, unter denen sich die Tanzformationen vorher eine aussuchen und dann vor einer Jury aufführen“, erklärt Svenja Schäfer. Die 24-jährige Dieburgerin ist Tanzlehrerin der Tanzschule Wehrle und hat damit erheblichen Anteil am Erfolg ihres Teams. Alleine unter Leitung der Dieburger Tanzschule üben sich rund 200 Kids im „Dance 4 Fans“.

Der sei „eher ein Showtanz als zum Animieren gedacht“, erläutert Schäfer derweil. Mit Cheerleading darf man die Darbietungen der Hip-Hop- und Videoclip-Gruppe nicht verwechseln. Mit einem vierten Platz in Limburg und einem dritten Platz bei einem internationalen Turnier in Singen am Bodensee erprobten sich Schäfers Girls einerseits unter Wettkampfbedingungen, holten andererseits ihren ersten Pokal nach Dieburg. „Die Mädchen sollen möglichst viele Turniere der Turnierserie mittanzen“, sagt Wehrle. Nur das bringe sie weiter, nur das perfektioniere Schritte, Spagate und Flickflacks.

Davor hat der Tanzgott jedoch hartes Training gesetzt: „Zweimal pro Woche üben wir“, verrät Schäfer. „Vor Turnieren sind es gar drei bis vier Einheiten pro Woche.“ Nicht nur deshalb, sondern auch wegen der Fahrten zu den Turnieren sei es manchmal ein ganz schön aufwändiges und kostspieliges Hobby, weiß auch Melanie Wehrle. Wenn allerdings Tänze heraus kommen, wie sie die Tanzschule vor kurzem auf dem Maimarkt präsentierte, dann haben sich alle Anstrengungen zweifelsfrei gelohnt.

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