Traffic Jam-Festival

Die Flut kann nicht schocken

+
In diesem Jahr sollten die Zelte beim Traffic Jam trocken bleiben. Der Veranstalter hat vorgesorgt.

Dieburg - Es war das 13. derartige Festival, als das „Traffic Jam“ voriges Jahr absoff. In diesem Jahr soll das nicht wieder passieren, dafür haben die Veranstalter gesorgt. Von Jens Dörr

Die Unglückszahl 13 schien sich für das zweitägige Dieburger Spektakel für Rock, Metal und Punk zu bewahrheiten: Nach den Auftritten der Bands am Freitag und Samstag überflutete ein Unwetter in der Nacht zum Sonntag die Camper auf den beiden Campingplätzen.

Feuerwehr und Rettungskräfte mussten die Plätze evakuieren. Der Dieburger Verein „Schallkultur“, ehrenamtlicher und nichtkommerzieller Veranstalter des „Traffic Jam“ ließ ob der Katastrophe, zusätzlicher Kosten, Zeitverzug beim Abbau und jeder Menge Ärger die Zukunft des 5000-Besucher-Spektakels offen. Einige Monate später fiel dann aber die Entscheidung, weiterzumachen.

Ausgeklügeltes Sicherheitskonzept

Mit neuem Campingplatz, ausgeklügeltem Sicherheitskonzept und Musikern aus Kalifornien wie Darmstadt geht der „geilste Stau der Welt“ am Wochenende vom 26. und 27. Juli in die 14. Runde.

Schauplatz ist wie eh und je das Gelände der Fahrschule Völker im – kleineren – Dieburger Gewerbegebiet westlich der Bahnlinie gen Münster. Zwei Campingplätze gab es im Vorjahr, beide nur wenige Schritte von der Bühne entfernt. Jener auf dem Verkehrsübungsplatz bleibt bestehen. Er war 2012 etwas weniger stark betroffen, obgleich es auch hier in den Zelten nass wurde. Der zweite Campingplatz wird auf eine Wiese wenige hundert Meter weiter nordwestlich verlegt. „Das sorgt für mehr Platz pro Camper, weil die Wiese größer ist als die alte und wir wohl nur unwesentlich mehr Campingtickets verkaufen werden“, sagt Christian Götzinger, Pressesprecher von „Schallkultur“.

Für Krisenmanagement gelobt

Circa 2000 Campingtickets haben die Festivalmacher in den Vorverkauf gegeben. In der Regel waren diese Karten im Vorfeld fast oder ganz ausverkauft. In diesem Jahr hingegen verlaufe der Vorverkauf „eher schleppend“. Götzinger möchte Befürchtungen, ein unvorhergesehenes Badewochenende wie 2012 könne sich wiederholen, vorab entkräften. „Wir wurden zwar schon im Vorjahr für unser Krisenmanagement gelobt. Diesmal haben wir aber ein richtiges Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das von allen möglichen offiziellen Seiten abgesegnet wurde“, so der Pressesprecher. Neben dem neuen Campingplatz zähle dazu etwa auch, dass sich Busfahrer in Bereitschaft befänden für den Fall, dass abtransportiert werden müsse. 2012 brachten vor allem Rettungskräfte die Musikfans in einer Sporthalle, in Fahrzeugen und im Industriegebiet unter.

Der noch beliebtere Campingplatz I – unmittelbar hinter der Bühne und nur durch einen Zaun vom Festivalareal getrennt – dürfte nichtsdestotrotz auch diesmal schon wieder am Freitagmittag voll sein, so Götzinger.

Lokalmatadoren sind The Wolves

Wer es entspannter möge und nicht schon am Freitagmorgen (Platzöffnung um 7 Uhr) anreise, für den sei Platz II die richtige Wahl. Tickets kosten im Maximalfall (beide Tage inklusive Camping) 37,50 Euro – für immerhin bislang 22 bestätigte Bands.

Tageskarten wird es auch noch an der Kasse geben, sie beginnen im Gruppentarif bei 11,24 Euro. Im Vorverkauf gibt es Tickets in der Dieburger Bücherinsel, der Fahrschule Völker und bei Traffic Jam.

Auf die Ohren gibt es in diesem Jahr wieder Riffs internationaler wie regionaler Musiker. Chefbooker Thomas Hammermann hat unter anderem Headliner Suicidal Tendencies (Harcore-Punk aus Kalifornien) verpflichtet. Caliban (Metalcore aus NRW) und Sondaschule (Ska-Punk aus NRW) zählen ebenfalls zu den Höhepunkten. Lokalmatadoren sind The Wolves: Die Speedrocker aus Darmstadt sind nach einer Pause 2012 wieder auf den Bühnen unterwegs und auch in Dieburg dabei.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare