Fränkische „Golden Girls“

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Waltraud und Mariechen beim Flirtversuch mit Sänger Basti.

Dieburg ‐ Als schrullige Witwen „Waltraud und Mariechen“ begeistern die beiden Fürther Volker Heißmann und Martin Rassau schon seit Jahren ein Millionenpublikum. So auch am Mittwoch- abend in der ausverkauften FH-Aula.

Die beiden Komiker präsentierten sich in ihrer Paraderolle als fränkische „Golden Girls“ den Fans und schafften es innerhalb kurzer Zeit, die Lachmuskeln des Publikums zu reizen.  In schrillen Klamotten und noch schrilleren Stimmen lieferten sich die beiden Wortspiele voller Charme, Komik und manchmal auch leichter Respektlosigkeit. Mit ihrem breiten, fränkischen Dialekt wurden Beerdigungen analysiert oder der Fastnachtsbeginn sowie der zunehmende Kreisverkehr in Dieburg diskutiert, auf den jede Großstadt im Umkreis neidisch wäre. Man sprach sich vehement gegen den Genuss der in Hessen heimischen Droge Äppelwoi aus oder verriet den Inhalt des diesjährigen Adventskalenders, den Mariechen bereits im Februar bestückt hatte. „Bis Dezember habe ich doch sowieso alles vergessen“, sinnierte Mariechen, „bis auf die Nummer 12, da isch das Budderhörnle drin“.

Stand-Up-Comedy mit unverblümter Direktheit

Gespielte Alltagsszenen oder peinliche Situationen, tagesaktuelle Themen aus Politik und Wirtschaft oder amüsante Missverständnisse, nichts ist den beiden fremd und wurde mit ihrer ganz eigenen Art vorgetragen. So versetzte Mariechen an Halloween die Kinder in Angst und Schrecken, als sie auf den Spruch „Süßes oder Saures“ mit „Pudel oder Dobermann“ konterte.

Und Waltraud verriet ihrer Kollegin, dass sie die beliebte Meerrettich-Bowle immer mit Domestos ansetzte. Somit konnte Mariechen nun auch das Zersetzen ihrer Dritten Zähne nachvollziehen. Als Mariechen jedoch über ihre Erlebnisse mit dem eigens für den Seniorentanz neu angeschafften Nacktscanner berichtete, war das Publikum nicht mehr zu halten und so manchem trieb es die Lach- und Schamesröte ins Gesicht. Mit perfekter Stand-Up-Comedy, improvisierten Einlagen, viel Wortwitz und unverblümter Direktheit bewiesen die beiden sympathischen Franken, warum sie längst zu den besten Unterhaltungskünstlern in Deutschland zählen und die Zuschauer wie ein Magnet anlocken.

Mit dabei: Viva Voce

Heißmann und Rassau betreiben in Fürth mit der „Comödie“ das erfolgreichste Privattheater Bayerns, welches auch über die Landesgrenzen hinaus einen Kultstatus als Volkstheater genießt. Dort spielen sie neben Kabarett auch Boulevardkomödien, Operetten und Musicals, Opernpersiflagen sowie Swingkonzerte. Jährlich besuchen weit über 300 000 Zuschauer ihre Live-Shows. Im Bayerischen Fernsehen brechen die Komiker mit ihren Sendungen stets die Zuschauerrekorde.

Musikalische Unterstützung erhielten die beiden Comedians von der a cappella Band Viva Voce. Die fünf fränkischen Musiker MaTe, David, Heiko, Basti und Jörg aus Ansbach präsentierten stimmgewaltig ein breites Spektrum von bekannten, umgetexteten Popsongs sowie Eigenkompositionen. So boten sie die fränkische Hymne dar und sangen einen eigens gedichtetenDieburg-Song. Mit einer abwechslungsreichen Performance boten sie nicht nur musikalischen, sondern auch optischen Genuss.

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