Freie Fahrt in greifbarer Nähe

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Während die Züge über die Baustelle rollen, müssen sich die Autofahrer wohl noch bis zur zweiten Septemberhälfte gedulden, bis sie freie Fahrt durch den Tunnel haben.

Dieburg - Mit den beim Anstoßen im Tunnel klingelnden Sektgläsern zu Silvester 2010 wurde es nichts, genauso wenig mit der Maibowle zur Einweihung im Wonnemonat dieses Jahres. Von Laura Hombach

Seit dem Spatenstich für die Tunnelbauarbeiten am Bahnübergang in der Frankfurter Straße im Juni 2008 hatte es immer wieder neue Prognosen zum Fertigstellungstermin für das Bauwerk gegeben.

Auch die noch vor einem Monat vorsichtig angekündigte voraussichtliche Öffnung des Tunnels Anfang September scheint erneut etwas nach hinten gerückt zu sein. „Unser hehres Ziel ist die Tunnelöffnung Mitte oder Ende September dieses Jahres“, erklärt Projektleiter Werner Rabsch vom Darmstädter Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV).

Sollte diese Prognose im September tatsächlich zur Tunnel durchrollenden Wirklichkeit werden, läge man damit immerhin noch drei Monate vor dem bei Baubeginn anvisierten Fertigstellungstermin Ende 2011.

Baumaßnahmen sind im zeitlichen Rahmen

Damit bewegt sich die Baumaßnahme völlig zufriedenstellend im zeitlichen Rahmen, auch wenn sie Anwohnern und von Umleitungen und Chaosampel geplagten Verkehrsteilnehmern manchmal schier endlos erscheinen mag.

Dieser Belastung ist sich auch der Projektleiter bewusst, um so mehr freut ihn, dass jetzt der Termin zur Freigabe des Tunnels tatsächlich in greifbare Nähe gerückt ist.

Ein Hindernis gilt es bis dahin aber noch zu überwinden: Denn während die Arbeiter, die den Unterbau für die Asphaltdecke der Straße und für die Rad- und Gehweg an beiden Seiten des Tunnels vorbereiten, eifrig am Werk sind, wandert Rabschs besorgter Blick zu den Verteilerkästen am Wegesrand. Unzählige Kabel ragen aus deren Innerem und hängen nutzlos auf den Boden, über den künftig die Radler rollen und die Fußgänger laufen sollen.

„Die Gehwege sind voller Leitungen“, erläutert Rabsch. Was bedeutet, dass die Bauarbeiter an dieser Stelle erst weitermachen können, wenn die zuständigen Versorgungsunternehmen sich um die Verlegung ihrer Leitungen gekümmert haben.

Zweiter Bauabschnitt bis Mitte 2012

„Die Straßenbaufirma steht schon in den Startlöchern“, so der Projektleiter. Bis die Versorgungsunternehmen in die Pötte kommen, müssen die Mitarbeiter der Firma sich also auf Arbeiten im Fahrbahnbereich beschränken.

„Es sind eben sehr viele Gewerke, die hier ineinander fließen“, macht der Projektleiter deutlich, dass ein Projekt dieser Größenordnung vom zuverlässigen Zusammenspiel aller Beteiligten abhängt.

Trotzdem ist Rabsch zuversichtlich, dass es mit dem Durch-den-Tunnelrollen noch vor dem Oktober losgehen kann. Und angesichts der zahlreichen Probleme, die bei der Umsetzung des rund 13 Millionen Euro (eine Summe, die Bund, Land und Bahn etwa zu gleichen Teilen tragen) teuren Projekt in den letzten zwei Jahren erfolgreich bewältigt wurden, besteht auch aller Grund zum Optimismus.

So waren etwa die Arbeiter auf instabilen Baugrund gestoßen, so dass die Gründung des Bauwerks geändert werden musste. Belastetes Grundwasser und Boden machten zusätzlichen umwelttechnischen Aufwand notwendig. Auch der zurückliegende sehr frostige Winter legte die Baustelle phasenweise auf Eis.

Grund genug, das Erreichte bei der Freigabe des Tunnels erst einmal gebührend zu feiern. Danach ist an der Baustelle allerdings noch nicht Schluss. In einem zweiten Bauabschnitt wird bis voraussichtlich Mitte 2012 die Bahnunterführung Richtung Straße am Bahnhof weitergebaut.

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