Hallwachs-Geisler-Ruhe in Dieburg

Freier See-Blick und eine neue Hütte

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OWK und NABU verschönern Plätze am Herrnweg / Behindertenhilfe mit dabei Weihten am Freitag den neu gestalteten Naturtreff am Herrnweg ein (v. l.): Thomas Wieler (Behindertenhilfe), Förster Peter Sturm, Karl-Heinz Sehnert, Manfred Neßler (beide Sparkasse Dieburg), Landrat Klaus Peter Schellhaas, Daniela Markwort (NABU Dieburg) und Franz Zoth (OWK Dieburg). Im Hintergrund die neue Hallwachs-Geisler-Ruhe.

Dieburg - Fragt man in Dieburg jemanden nach der Hallwachs-Geisler-Ruhe, so dürften selbst eingefleischte Dieburger teilweise passen. Das könnte auch beim Koppelseechen der Fall sein. Von Jens Dörr 

Was aber nur heißt, dass Hütte und Mini-See unter diesen Namen eher bedingt Einzug in den hiesigen Sprachgebrauch gefunden haben: Denn die Schutzhütte am Herrnweg und das kleine Gewässer vis-à-vis – beides nahe der Hühnerfarm westlich der auslaufenden Aubergenviller Allee – kennt eigentlich fast jeder, der auf dem Herrnweg hin und wieder spazieren geht, radelt oder joggt. Und das sind bekanntlich viele.

Am Freitagnachmittag herrschte an diesem Naturtreff großer Auflauf: Vertreter des Odenwaldklubs (OWK) Dieburg, der NABU-Ortsgruppe Dieburg, der Sparkasse, des Vereins für Behindertenhilfe Dieburg und Umgebung und Landrat Klaus Peter Schellhaas waren gekommen, um zwei Veränderungen entsprechend zu würdigen.

Einerseits besteht die Hallwachs-Geisler-Ruhe nun aus einer komplett neu errichteten Hütte. Diese hatte der OWK bei der Behindertenhilfe in Auftrag gegeben, die das Projekt von Mittwoch bis Freitag umgesetzt hatte. Rechtzeitig zur Einweihung erstrahlte sie in frischem Glanz.

Die bisherige Hütte bestand 60 Jahre lang, war immer wieder geflickt worden und zuletzt kein einladender Platz zum Verweilen mehr. 7 000 Euro hat der OWK in die nach einem ehemaligen Kreisrat benannte Hütte investiert. Der OWK betreut in der Hans-Hermann-Ruhe nahe der Polizeistation und dem Unterschlupf am Jakobsborn unweit der Moretspitze zwei weitere Schutzhütten rund um Dieburg.

Wer von der Hallwachs-Geisler-Ruhe auf dem Herrnweg ein paar Schritte gen Dieburg geht, hat nun auch wieder freien Blick auf das Koppelseechen: Dort hat der NABU – in Kooperation mit dem OWK – schon vor ein paar Wochen mit 20 Helfern Hand angelegt und am Ufer Bäume und Gehölz entfernt.

Nun soll das Biotop unter anderem für den Laubfrosch attraktiv werden. Zuletzt sei diese bedrohte Art im Koppelseechen nicht mehr zu finden gewesen, sagte Förster Peter Sturm. Jedes Forstamt in Hessen ist auch „Pate“ von jeweils zwei, drei besonders gefährdeten Arten – Dieburg eben auch für den Laubfrosch. Der habe am Koppelseechen künftig wieder bessere Chancen, sich anzusiedeln, zu laichen und sich zu vermehren. Da der kleine See, der einst der Landwirtschaft diente, einen verstopften Zufluss hat und sich nur aus Grund- und Regenwasser speist, beherbergt er derzeit keine den Laich fressenden Fische. So könne er sich zu einem optimalen Laubfrosch-Gebiet entwickeln. Sehen könne man die Tiere am ehesten im Mai und Juni – allerdings seien sie Meister der Tarnung. Das tatkräftige Anpacken unterstützt die Sparkasse Dieburg finanziell. Manfred Neßler übergab am Freitag an die NABU-Ortsvorsitzende Daniela Markwort einen Scheck in Höhe von 5 000 Euro.

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