„Traffic Jam“: Wenig Arbeit für Polizei / Weit entfernte Abstellplätze in Dieselstraße

Friedlich, aber Park-Probleme

Schnell werden neue Saiten aufgezogen: Das beliebte „Traffic Jam“ verlief auch organisatorisch weitgehend problemlos. Foto: Dörr

Dieburg - Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Dass der Aufmarsch von 2500 meist jungen Menschen an jedem der beiden Festival-Tage nicht ganz spurlos am Dieburger Industriegebiet-Nord vorbeigeht, ist klar wie Kloßbrühe. Von Jens Dörr

Insgesamt verlief aber auch das diesjährige „Traffic Jam“ friedlich. Ganz ohne Begleiterscheinungen ging die zwölfte Auflage natürlich nicht über die Bühne.

Aus Kreisen von Geschäften, die in der Nähe der „Fahrschule Völker“ liegen, auf deren Verkehrsübungsplatz gefeiert und gecampt wird, verlauteten ein paar weniger erfreuliche Dinge. Im Großen und Ganzen hätten sich die Festival-Besucher zwar ordentlich verhalten und seien mehrheitlich mit Worten gut erreichbar gewesen, so es zu Problemen kam. Partout wollten aber einige beispielsweise nicht einsehen, dass sich die Parkplätze vor dem Zoohaus Dieburg sowie der Firma Elka Kern auf deren Privatgelände befinden und für Kunden reserviert sind. Dennoch wurde vor Ort ausgeladen, was das Zeug hielt - und das Auto nicht immer gleich wieder wie versprochen entfernt. So wurde ein LKW zugeparkt, der Elka Kern belieferte. Die Durchsagen auf dem Festival-Gelände immerhin fruchteten, das Auto wurde entfernt.

„Die Parkplatz-Situation ist ziemlich unbefriedigend“, weiß auch Martin Völker vom ausrichtenden Verein „Schallkultur“. Ihnen seien nun mal vom Ordnungsamt Parkplätze in der Dieselstraße zugewiesen worden - ziemlich weit weg für die Besucher, die nicht nur kistenweise Getränke, sondern auch Zelte, Grills und andere überlebenswichtige Festival-Utensilien transportieren. Ein recht langer Marsch, den viele auch dadurch zu umgehen suchten, indem sie ihre Autos auf den nahegelegenen Parkplätzen etwa von Rewe oder Burger King abstellten. Was zum Zweck des „Traffic Jam“-Besuchs eigentlich ebenfalls nicht erlaubt ist.

„Die öffentlichen Verkehrsmittel könnten besser genutzt werden“, sagt Völker. Angesichts der weiten Anreisen vieler Gäste bleibt dies aber wohl ein frommer Wunsch. Für viele galt es schließlich, am Freitag schon am frühen Morgen vor Ort zu sein, um begehrte Plätze fürs Zelt zu ergattern. Problemlos dagegen lief die Anreise in punkto gesperrter Bahnunterführung: „Schallkultur“ hatte die Besucher vorab über mögliche alternative Anreise-Routen informiert.

Etwas ungünstig gelöst: Da die Autos ausschließlich aus Richtung Münster anfuhren, hätten an der „Chaos-Ampel“ bereits Sicherheitskräfte die Gäste nach links gen Dieselstraße schicken müssen. An der Ampel war aber noch niemand postiert, erst rechts ab kurz vor dem Bauhof und hinter den Schienen. Viele fuhren also erst einmal dorthin - um dann wieder drehen zu sollen. Da lockten natürlich die Parkplätze an Zoohaus und Elka Kern. Und wurden nicht immer müllfrei wieder verlassen - von noch ekligeren Hinterlassenschaften abgesehen.

Die Polizei teilte eine erfreuliche Festival-Bilanz mit. Bis auf „wenige Ausnahmen“ sei das Festival „weitgehend friedlich“ verlaufen, hieß es. Ein 22-Jähriger wurde am Freitagabend auf dem Gelände angegriffen und im Gesicht verletzt, die Hintergründe der Tat und die Täter sind noch unbekannt (Hinweise an: 06071/96560). Zwei Besucher nahm die Polizei zur Ausnüchterung in Gewahrsam, bei einem weiteren sicherte sie den Autoschlüssel. Er wollte sich alkoholisiert ans Steuer setzen.

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