Frischzellenkur hat gut getan

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Zum ersten Mal gab es dazu temperamentvollen Flamenco auf der Straße.

Dieburg ‐  Die Mönche gehören zu Dieburg - das unterstreicht kein anderer Verein besser als der Odenwaldklub. Am Wochenende fand das beliebte Wendelinusfest statt, das die kleine Andachtskapelle als auch das Kapuzinerkloster für zwei Tage in besonderer Form in den Mittelpunkt rückt. Von Michael Just

Unter dem Motto „Fit für Körper, Geist und Seele“ präsentierte sich das Fest modern und nahe am Zeitgeist. „Viele wissen nicht, dass zum OWK auch zwei Volleyballgruppen gehören“, sagt Vorsitzender Franz Zoth über diese oft unbekannte Seite des Vereins. Da konnte der schon traditionelle Saisonauftakt der Inline-Tour des Dieburger Lauftreffs „Skate & Fun“ am Samstagnachmittag mit 50 Fahrern kaum besser ins Programm passen. Das traf auch auf die Sparkassen-Radtour am Sonntag mit 250 Teilnehmern zu, die mit beherzten Pedaltrittern auf die Eröffnung des Radweges „S 6“ zwischen Gersprenz und Bachgau aufmerksam machte (Näheres dazu auf Seite 3). Zu ihrem 175-jährigen Jubiläum hatte die Sparkasse zusammen mit dem OWK sieben Strecken ausgetüftelt. Am Beginn der Radtour stand noch eine feurige Flamenco-Show der Gruppe „Sangre Caliente“ aus Groß-Umstadt. Auch zu der fand Franz Zoth einen passenden Bezug: „Das ist Folklore und die nimmt auch bei uns im Verein eine besonderen Schwerpunkt ein.“

Kapellchen nach der Neuvergoldung in bestem Zustand

Schon Tradition: Der Skater-Saisonstart beim Wendelinusfest.

„Es ist immer toll wenn die Inline-Saison los geht“, sagt Oliver Becker (18) am Samstagmittag und freut sich auf das Fahren mit den kleinen, schnellen Rollen unter seinen Füßen. Gekommen ist er mit seiner Freundin Marni Gross. Schon mit drei Jahren stand die 16-jährige das erste Mal auf den Rollen und ist quasi im Rahmen der Inline-Tour (Treffpunkt jeden Mittwoch um 19 Uhr auf dem Rathausplatz) groß geworden. „Früher war sie immer unser Maskottchen“, lacht Papa Udo Gross, der ebenfalls begeisterter Skater ist. Dass der Auftakt der Saison im Rahmen des Wendelinus-Festes stattfindet, lobt Tour-Mitbegründer Dietmar Röttger: „Das ist mittlerweile eine tolle Werbung für uns und das Fest geworden.“
Wie Franz Zoth heraushebt präsentiert sich das Wendelinus-Kapellchen, für das das Fest einst initiiert wurde, nach der Neuvergoldung der Kuppel in bestem Zustand. Trotzdem gebe es noch eine Reihe weiterer Vereins-Projekte, in die sich die Fest-Erlöse investieren lassen. Neben dem Klostergarten, dessen Umgestaltung am Sonntag besichtigt werden konnte, seien dies zum Beispiel die Sanierung diverser Rastplätze in der Dieburger Gemarkung - wie etwa der Jakobsborn mit seiner Quellenanlage. Bezuschusst werden laut Zoth auch bedürftige Mitglieder bei den Busfahrten des Vereins: „Niemand soll aus sozialen Gründen nicht mitfahren können“, hebt der Vorsitzende heraus.
Mehr Informationen auch auf der Internetseite des OWK und der Homepage von Skate und Fun Dieburg.Über die Jahre ist der OWK bei der Entwicklung des Wendelinusfestes nicht stehen geblieben. Dabei bediente man sich auch moderner „PR-Maßnahmen“: So gibt es beim Fest nun ganz authentisches „Klosterbräu“ zu trinken und damit eine Spezialität, die einst das Kloster Engelberg in Miltenberg versorgte. Die Speisen locken jetzt unter der Überschrift „Aus der Klosterküche“ und lassen sich mit dem Gerstensaft in einem gemütlichen Biergarten einnehmen.

Doch was nützen alle clevere Ideen; wenn sich für die Schicht-Pläne keine Mitglieder finden? „Nicht so bei uns“, sagt Franz Zoth mit zufriedenen Lächeln. Von den rund 500 „OWK'lern“ sind immer wieder erstaunlich viele bereit, sich einzubringen - selbst im fortgeschrittenen Alter. Für den Dieburger liegt das Geheimnis im Betätigungsfeld des Vereins: „Das gemeinsame Laufen und Wandern über einen längeren Zeitraum macht's: Das wirkt sich positiv auf den Zusammenhalt aus.“

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