„Für lebendige Zivilgesellschaft“

Unabhängiger Bürgermeisterkandidat Thomas Disser stellt sich vor

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Thomas Disser präsentierte in der Römerhalle sein Programm als unabhängiger Kandidat für den Chefsessel im Rathaus, danach gab es Fragerunden.

Dieburg - Nicht immer stimmen Gerüchte über Dieburg. „Bei politischen Veranstaltungen kommen maximal 30 Leute“, sagte man dem unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Thomas Disser für dessen Infoveranstaltung „Zuhören und Anpacken“ in der Römerhalle voraus. Von Michael Just 

Trotzdem stellte man 60 Stühle, die nicht reichten. Durch das große Interesse wurden noch 20 hinzugeholt. Am Ende ging die Besucherzahl fast gegen 100. Der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Odenwald teilte den Abend in zwei Abschnitte: Im ersten stellte er sich und sein Programm vor, im zweiten durften Fragen gestellt werden. Unter den interessierten Bürger waren zahlreiche SPD-Politiker und Vertreter jener Bürgerinitiative auszumachen, die sich einst gegen das Reifenlager Fiege formierte. Letztere dürften interessiert vernommen haben, dass der 62-Jährige politische Abläufe transparenter und einem breiteren Diskurs aussetzen will. Das Ziel: „Eine lebendige Zivilgesellschaft“.

Wie Disser gleich zu Anfang formulierte, sollen unter seiner Verantwortung viele Dokumente ins Internet gestellt werden. Selbst eine Stadtverordnetensitzung auf dem Marktplatz kann er sich für eine „lebendige Demokratie“ vorstellen. Nach der Erläuterung der Wahlziele (Die Programme aller Kandidaten wird der DA noch im Detail vorstellen), ging es an die Fragen der Besucher. Zum Rochus-Krankenhaus bemängelte Disser, dass die Stadt, trotz Vorkaufsrecht, über kein Konzept verfüge. Solche Flächen sollte die Stadt besitzen und generell weniger Grundstücksflächen verkaufen als kaufen. Konzepte und einen „Masterplan für Dieburg“ sieht der studierte Pädagoge als grundlegend, um die vielen Herausforderungen, darunter das Schwimmbad, den Bauhof oder den Feuerwehrstützpunkt, anzugehen. Denn nur mit einem Konzept ließen sich Gelder aus Förderprogrammen generieren.

Die derzeit heikle Baustellensituation in Dieburg war ebenfalls Gegenstand der Fragerunde. Mit Blick darauf und zukünftige Großprojekte will der Kandidat Verwaltungsabläufe im Rathaus optimieren und, durch Fortbildung oder Neueinstellungen, bessere Kompetenzen bewerkstelligen. Dazu zählt für ihn, dass die Verwaltung einen kompetenten Projektleiter erhält, um Fiasken, wie die Kostenexplosion bei der Römerhalle, zu verhindern. Auch externe Fachleute für den Überblick seien möglich.

Nicht auf alle Fragen konnte Disser Lösungen anbieten, darunter die Autoflut im Minnefeld. Hinter eine mögliche Verkehrsberuhigung setzte er ein Fragezeichen, vor allem deshalb, weil die Straße nicht der Stadt gehört. „Auch der neue Bürgermeister wird nicht dafür sorgen können, das alle Bürger zufrieden sind“, räumte er ehrlich ein. Mit Blick auf jene Anliegen, die aus Zeitgründen nicht thematisiert werden konnten, verwies er auf seine Internetseite. Dort findet vielleicht auch die nicht ganz ernst gemeinte Frage „Können Sie singen?“ eine Antwort.

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