Aus Funken literarisches Feuerwerk entfacht

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„Konietschke meets Lichtenberg“: Bei der Finissage der Sonderausstellung des Dieburgers Martin Konietschke (links) im Museum las Florian Koch aus den „Sudelbüchern“.

Dieburg (ula). „Wenn dieser Preis verliehen wird, gibt es einen literarischen Funken.“ Florian Koch, Verleger und von grenzenloser Passion zu Georg Christoph Lichtenberg erfüllt, entfachte sogar ein kleines literarisches Feuerwerk - scharfsinnig, bissig, humorvoll.

Zündstoff lieferten Zitate aus den „Sudelbüchern“ Lichtenbergs, der nicht nur als brillianter Naturwissenschaftler, sondern als scharfsinniger Aufklärer und Urvater des deutschen Aphorismus gilt. Mit seinem Vortrag setzte Koch am Samstag ein weiteres Glanzlicht in der Sonderausstellung Martin Konietschkes, die nach 13 Wochen im Museum zu Ende ging. Der Dieburger Künstler war für sein Werk 2009 mit dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis des Landkreises ausgezeichnet worden.

Zwischen den großformatigen Acrylbildern, Zeichnungen und Skulpturen hatte daher keine Silbe größere Berechtigung, als die prägnanten Sinnsprüche, Bonmonts des Meisters dieser seit der Antike bekannten Literaturgattung: „Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl - ist das allemal im Buche?“ So verewigte Lichtenberg beispielsweise einen seiner berühmten Gedanken pointiert in den „Sudelbüchern“.

„Man erlebt die Bilder“

Wo jedoch den Bogen vom als klein und bucklig beschriebenen Aufklärer zum zeitgenössischen Maler und Bildhauer spannen? Was verbindet den Ober-Ramstädter Universitätsprofessor Lichtenberg und den Dieburger Künstler Konietschke? Die „unheimlich vielfältige Begabung“, die Landrat Klaus-Peter Schellhaas hervorhob? Die Fülle von Ideen, die der eine naturwissenschaftlich und philosophisch, der andere kreativ-schöpferisch zum Ausdruck bringt? Der Humor? In jedem Fall das begnadete Talent, mit schöpferischer Kraft andere zu berühren.

„Man erlebt die Bilder“, so Bürgermeister Dr. Werner Thomas zum Werk Konietschkes. So schließt sich der Kreis: Ungewohnte Perspektiven, mitunter minimalistisch eingesetzte Pinselschwünge, die Reduktion auf Wesentliches vermögen Konietschkes Motive treffsicher zu charakterisieren - ein Spiegelbild der Lichtenbergschen Aphorismen, die dynamisch, humorvoll und überspitzt genau ins Schwarze treffen.

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