Furcht vor dem Verkehrschaos

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Sie wehren sich gegen die befürchtete Mehrbelastungen durch Verkehr, wenn das Campusgelände bebaut wird (v. l.): Fritz Tutt, Elisabeth Endres und Jürgen Kaufhold.

Dieburg (ula) ‐ „Wir fürchten, dass der zusätzliche Verkehr durch Baufahrzeuge und später die neuen Anwohner in eine Katastrophe mündet“, fasst Jürgen Kaufhold seine Bedenken zusammen. Kaufhold ist Anwohner des Campus-Areals, für dessen Bebauung mit zirka 170 Wohneinheiten die Stadt Dieburg bis zum Ende des Jahres Baurecht schaffen soll.

Einige Anwohner der umliegenden Straßen haben sich nun zusammengeschlossen, um gegen die Verkehrsbelastungen, die mit dem Abriss der noch auf dem Areal vorhandenen Gebäude sowie dem Neubau einhergehen werden, zu protestieren. Sie fürchten eine starke Mehrbelastung durch Lkw- und Pkw-Verkehr, der ausschließlich über die Max-Planck-Straße geführt würde.

Da die Max-Planck-Straße bereits jetzt lediglich über zwei neuralgische Punkte - die Groß-Umstädter und die Aschaffenburger Straße - in die innerstädtischen und überregionalen Verkehrswege mündet, ist ein Verkehrschaos vorprogrammiert“, fürchten die protestierenden Anwohner.

Unterschriftenliste liegt bereits im Rathaus

Etwa 70 Wohneinheiten Am Forst sowie der Max-Planck-Straße wären von der geplanten Neubebauung des Campusareals betroffen, sagt Fritz Tutt. Gemeinsam mit vielen anderen brachte er seine Bedenken in Form einer Unterschriftenliste vor – die liegt mit 172 Unterschriften bereits im Rathaus. Ein Termin mit den Anliegern am 22. April in der Ludwigshalle sei bereits zugesagt worden, sagt Elisabeth Endres.

Die Schaffung des Baurechts bis Ende des Jahres durch die Stadt Dieburg ist indes Bestandteil eines Vertrages, durch den die Telekom die Immobilien der FH für den symbolischen Wert von einem Euro an das Land Hessen übertragen hat. Im Gegenzug erhielt die Immobilientochter Sireo die Zusage, die südliche Teilfläche des Hochschul-Geländes durch Wohnbebauung profitabel verwerten zu können.

Die Forderung der Anlieger, die sich bei diesem Bauvorhaben primär wegen der steigenden Verkehrsbelastung sorgen, lautet: Den künftigen Verkehr an die Kreisstraße K 128 anzubinden. Dazu soll die bislang namenlose Sackgasse zwischen Hallenbad und Campusareal um rund 100 Meter verlängert werden, um an die Kreisstraße anzuknüpfen. So könnte nach Vorstellung der Anwohner der gesamte Verkehr aus dem Neubaugebiet abfließen.

Grünstreifen als Trennlinie

Neben dieser Hauptsorge fürchten die Anwohner aber auch eine mögliche Asbestverseuchung der Umgebung, wenn die Hochhäuser aus den 60er Jahren abgerissen werden. Eine Wohngebäudedokumentation soll bei einer eventuellen Sprengung sicherstellen, dass Folgeschäden an den Gebäuden erfasst werden können.

Auch die Auswirkungen auf den relativ hohen Grundwasserspiegel sollen durch ein unabhängiges Gutachten erfasst werden. Außerdem wird die ungewisse Zukunft des Hallenbades beklagt. Schlussendlich fordern die Anwohner einen Grünstreifen, der zwischen dem alten und dem neuen Wohngebiet entstehen soll.

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