F2-Jugend der DJK-Nachwuchskicker als Einlaufkinder beim jüngsten Pokalspiel der Eintracht Frankfurt

Ein Fußballtraum wird wahr

Beim jüngsten Pokalspiel der Eintracht war die F2 der DJK Dieburg als Einlaufkinder dabei. - Foto: Just

Dieburg/Frankfurt - Es ist der große Traum eines jeden Nachwuchskickers, eines Tages als Fußballprofi gegen das runde Leder zu treten. Von Michael Just

Für die Spieler der F2-Jugend der DJK Viktoria Dieburg dürfte dieser Wunsch - oder die Begeisterung für ihr Hobby - nun noch größer geworden sein: Beim jüngsten Pokalspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Sandhausen waren sie als Einlaufkinder an der Hand ihrer Stars in der Commerzbankarena dabei.

Dass die Aktion klappte, ist den guten Kontakten zweier Dieburger zu verdanken: Architekt Marc Hiltrop sowie Friedel Jakob („Säfter“) kennen den Leiter der Lizenzspielerabteilung der Eintracht, Rainer Falkenhain, der bekanntermaßen in Altheim wohnt.

Für die Fahrt wurde ein großer Bus mit 50 Plätzen gechartet, der mit der F2, den Eltern und weiterer DJK-Mitglieder schnell gefüllt war. Da wir 20 Kinder haben, vergaben wir die elf Plätze zum Einlaufen anhand der Trainingsbeteiligung“, erzählt das Trainergespann um Thorsten und Jessica Stemmler sowie Patrick Blume. Die einzige Vorgabe des Bundesligisten im Vorfeld lautete, dass die Kinder keine Trikotwerbung haben dürfen, die in Konkurrenz zu den Sponsoren der Adler-Träger steht.

Nach der beizeitigen Ankunft in Frankfurt ging es für die Jungkicker gleich in die Katakomben. Dort erlebten sie zahlreiche Einlasskontrollen und Security im heiligsten Bereich des Stadions. Große Augen machte die Dieburger Abordnung, als das andere Einlauf-Team anrückte: Mit der E-Jugend des SV 1911 Traisa war das eine reine Mädchenmannschaft. Über das Team aus Traisa ließ sich noch ein weiteres Mal staunen: Denn einige Mädels zogen Schienbeinschützer an, was für den Kurzauftritt nicht unbedingt nötig war.

Eintracht-Betreuer Torsten Otto hatte vorm Start noch wichtige Infos parat: „Heute ist nicht der Zeitpunkt für Autogramme und Gespräche mit den Spielern“, sagte er den Kids. Thorsten Stemmler wusste wenig später auch warum: „Der Kapitän der Eintracht, Pirmin Schwegler, war extrem angespannt. Das war wie bei mir vor einer Fastnachtssitzung“, so der KVD-Büttenredner lachend.

Wie Torsten Otto auf Nachfrage erzählt, erhält die Eintracht rund 150 Bewerbungen zum Einlaufen im Jahr. 20 Teams würden in der Folge ausgelost. Je nachdem wie weit es die Eintracht im DFB-Pokal und der Europa-League schafft, kämen weitere hinzu. Bis zu E-Jugend könne man sich bewerben, da die Kinder ja nicht größer als die Spieler sein sollen.

Vor dem Anpfiff galt es noch zu klären, wer mit Sandhausen und wer mit der Eintracht einmarschiert. Da beide Teams mit der Eintracht wollten, musste der Wurf einer Münze entscheiden, wobei das Glück auf Dieburger Seite war. Im Vorraum zum Spielfeld, wo die Kinder schon ins taghell erleuchtete Stadion schauen konnten, warteten sie dann auf ihre Idole.

Beim Betreten des Feldes entbrannte der Jubel aus den Fankurven, während die TV-Teams in ihren schwenkbaren Sitzen am Spielfeldrand den Fokus auf die 22 Männer und die 22 Kinder richteten. Bei der Aufstellung winkte die F2 vor den bekannten Ballartisten stehend zaghaft den Zuschauern. Dann galt es auch schon wieder zum Spielfeldrand zu flitzen. Nach dem Umziehen waren Plätze auf der Haupttribüne reserviert, wofür die DJK verbilligte Karten bekam. „Du warst oben auf der Leinwand - und damit wohl auch im Fernsehen“, empfing eine Mutter ihren Sohn, während unten die Eintracht mit 4:2 gewann.

Bleibt die Frage, wie sich das Erlebnis „Einlaufkind“ vor 20 000 Zuschauern anfühlte. „Toll! Es ging aber viel zu schnell“, so der einhellige Tenor. „Gefühlte zwei Sekunden, auf die man zwei Stunden gewartet hat“, wirft Thorsten Stemmler ein. Einen kleinen Plausch konnte DJK-Torfrau Lara (7) vermelden: Von Eintracht-Torhüter Kevin Trapp bekam sie das Kompliment „Du bist cool“ sowie die Frage gestellt, ob ihr kalt sei. Die wurde kurz mit „Nö“ beantwortet.

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