Erlebnis-Sonntag im Klostergarten

Futterkrippe zwischen Kräutern

Eine Futterkrippe für den Klostergarten: Franz Thomas und Franz Zoth (rechts) vom Odenwaldklub bei der Endmontage. Am Sonntag warten hier wieder Angebote auf die Besucher. Foto: privat

Dieburg (eha) - Die Niederschläge der vergangenen Wochen haben das Wachstum der Stauden im Klostergarten sichtlich beflügelt.

Besonders in den Themenfeldern „Wind“ und „Feuer“ zeigen die üppig gedeihenden Pflanzen und Blüten die Kennzeichen, die sie in der Symbolsprache des Sonnengesangs des Hl. Franziskus besitzen. Aber nicht nur der Nutz- und Ziergarten hat zwischenzeitlich an Format gewonnen, auch der Wirtschaftsbereich der Klosteranlage hat zugelegt. Das Eternit-Dach der Andachtskapelle wurde fachgerecht entsorgt und durch eine Tonziegel-Eindeckung ersetzt.

Neu hinzugekommen ist eine Futterkrippe, deren Füße und Dachkonstruktion in die Jahre gekommen waren. OWK-Mitglied Franz Thomas hat nach gründlicher Sanierung und Renovierung das Kleinod so hergerichtet, dass es seine ursprüngliche Funktion wieder erfüllen kann. Demnächst soll auch das einst originell-liebevoll gestaltete Hühnerhaus an die Reihe kommen. Ein Anfang ist auch her bereits mit der Trockenlegung der Fundamente gemacht.

Am Sonntag, 14. August, öffnet der Klostergarten im Minnefeld wieder seine Pforten. Das Nachmittagsprogramm beginnt um 14Uhr. Es wird musikalisch eingeleitet mit Liedvorträgen der Speeslochfinken. Gegen 15 Uhr schließt sich ein Rundgang an mit dem Thema „Kräuter und essbare Blüten im Klostergarten - sehen, riechen, schmecken“. Hannelore Mertesacker wird an ausgewählten Stationen Wissenswertes über bekannte und weniger bekannte Heil- und Küchenkräuter vortragen und dabei deren spezifische Verwendungsmöglichkeiten erläutern.

Speeslochfinken dabei

Die Veranstaltung ist Teil des Programms, das die Initiative Klostergarten im Odenwaldklub Dieburg e.V. zusammen mit der Brüdergemeinschaft und dem Freundeskreis der Kapuziner entwickelt hat. Im theologisch-ökologischen Konzept des „Franziskusgartens“, der auf dem Fundament der Bewahrung der Schöpfung basiert, nimmt der Kräutergarten eine zentrale Stellung ein.

Bereits im 9. Jahrhundert hat sich der Benediktinermönch Walahfried Strabo intensiv mit den Heilkräften der Natur befasst. In seiner 823 auf der Bodenseeinsel Reichenau verfassten Schrift „Von der Pflege der Gärten“ stellt er 23 Heilkräuter heraus. Im „Hortulus“, dem „Arzneigarten“ des Dieburger Klostergartens, sind diese zwischenzeitlich bis auf wenige Ausnahmen zu finden. Nach dem Vorbild anderer Klostergärten wurden auch bei der Konzeption der Dieburger Anlage die monastischen Prinzipien beachtet. Die Ernährung folgte dem Rhythmus der Jahreszeiten und den technischen Möglichkeiten der Konservierung. Großflächig wurde deshalb der Nutzgarten angelegt, unterteilt in Gemüsegarten mit Gewürzpflanzen und Baumgarten sowie Weingarten. Während des Rundgangs wird es an verschiedenen Stellen Gelegenheit geben, das Aroma der vorgestellten Kräuter kennenzulernen und die eine oder andere Spezialität zu verkosten. Alternativ zur Kräuterführung wird Wilhelm Neff prähistorische und neue Werkzeuge zur Holz- und Metallbearbeitung präsentieren.

Der ehemalige Berufsschullehrer der Landrat-Gruber-Schule hat eine zehnteilige Rundbank um den stattlichen Kirschbaum in der Nähe der Teichanlage gebaut. Dort hat einen Ausblick auf die goldene Kuppel der Wendelinuskapelle. Aus gegebenem Anlass wird auch das Schmiedehandwerk vorgestellt.

Ein besonderer Programmpunkt ist der Auftritt der Speeslochfinken „Feel Harmony“ unter Leitung von Werner Utmelleki. Das Open-Air-Konzert des beliebten Vokal-Ensembles beginnt um16 Uhr. Zusätzlich zu den bereits angeschafften Bänken werden weitere Sitzgelegenheiten aufgestellt. Der Klostergarten ist am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für das leibliche Wohl sorgt das Küchenteam des Odenwaldklubs. Angeboten werden Kaffee und Kuchen, alkoholfreie Getränke sowie original Kloster-Wein vom Engelberg bei Miltenberg. Der Eintritt ist frei, ebenso die Teilnahme an der Kräuterführung und dem Konzert der Speeslochfinken.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare