Gas-Austritt im Lager: Lidl komplett geräumt

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Einen Großeinsatz hatte die Feuerwehr am Samstagnachmittag zu leisten: Im Lager des Discounters Lidl war Gas ausgetreten. Der Markt musste komplett geräumt werden.Fotos (2): Dörr

Dieburg - Polizei und Feuerwehr haben am Samstagnachmittag den Dieburger Lidl-Markt im Industriegebiet komplett geräumt: Gegen 16.20 Uhr entdeckten zwei Mitarbeiterinnen des Discounters, die gerade im Lager arbeiteten, wie sich dort eine Gaswolke breit machte. Von Jens Dörr

 „Die haben geistesgegenwärtig reagiert, sind gleich raus, haben die Tür geschlossen und über den Notruf die Feuerwehr verständigt“,lobte Holger Kern, stellvertretender Stadtbrandinspektor, noch am Ort des Geschehens die schnelle Reaktion.

Einen Großeinsatz hatte die Feuerwehr am Samstagnachmittag zu leisten: Im Lager des Discounters Lidl war Gas ausgetreten. Der Markt musste komplett geräumt werden.

Nach der Verständigung der Leitstelle um 16.27 Uhr fuhren nach Kerns Angaben die ersten Einsatzfahrzeuge nur wenige Minuten später vor. „Bei der ersten Erkundung räumte die Feuerwehr sofort den Markt, in dem sich zu dieser Zeit vier Mitarbeiter und zehn Kunden befanden“,so Kern. Aus Groß-Umstadt fuhren dann zwei spezielle Messfahrzeuge vor. Nach und nach summierte sich das Aufgebot der Feuerwehr auf zwölf Fahrzeuge und 36 Personen – inklusive Erkunder und Mitglieder von Brandschutz und Pressegruppe. „Die Polizei war mit einer Streife da, der Rettungsdienst mit sechs Fahrzeugen“,bilanzierte Kern.

Zum Glück musste der Rettungsdienst nicht allzu stark eingreifen: Die beiden Mitarbeiterinnen hatten einen pelzigen Geschmack im Mund und verspürten Schwindelgefühle, konnten nach ambulanter Behandlung durch die Rettungskräfte aber umgehend wieder entlassen werden. Ansonsten kamen keine Personen zu Schaden.

Ebenfalls rasch vor Ort waren der Dieburger Stadtbrandinspektor Winfried Storck sowie Kreisbrandinspektor Ralph Stühling, die den Einsatz leiteten. Sie veranlassten gegen 17 Uhr die Messungen im Lager, die schnelle Ergebnisse brachten: „Wir haben gasförmiges Kohlendioxid in der Luft festgestellt“, sagte Kern. Das sei aber noch „im unkritischen Ausmaß“ vorgefunden worden.

Die „Aerosol-Wolke“ – so der Fachbegriff – wurde abgesaugt. Dabei kamen ein Überdrucklüfter und ein Be- und Entlüftungsgerät zum Einsatz.

Gegen 17.30 Uhr rückten dann nach und nach die Feuerwehrfahrzeuge ab, der Rettungsdienst war schon vorher weggefahren. Der Markt blieb für den Rest des Tages geschlossen.

Laut Aussage Kerns am Abend habe der verständigte Techniker einen Defekt am Kühlaggregat als Ursache lokalisiert. Dort sei ein Loch in den Leitungen gewesen. Ein glimpfliches Ende gerade für die Dieburger Feuerwehr, die an diesem Tag doch alle Hände voll zu tun hatte: „Zunächst mussten wir einen Heckenbrand in der Darmstädter Straße bekämpfen“, berichtet Kern. Und fügt augenzwinkernd hinzu: „Das Entenrennen im Fechenbach-Park haben wir ja auch noch durchgeführt. Zum Glück war das gerade fertig, als unsere Funk-Melde-Empfänger Alarm schlugen.“

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