Lichterprozession in Dieburg

Gebete und Lichter in der  Nacht

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Stimmungsvolles Erlebnis für die Pilger: In einer Lichterprozession zogen sie am Samstagabend durch Dieburgs Innenstadt.

Dieburg - Auch in diesem Jahr war Dieburg wieder Ziel vieler Pilger. Die Lichterprozession vor "Mariä Geburt" war gut besucht. Von Verena Scholze

Hunderte rote Windlichter schmückten die Mauern und Außenanlagen der Gnadenkappelle und sorgten für ein heimeliges, stimmungsvolles Licht. Anlässlich der Großen Wallfahrt hatten sich hunderte von Gläubigen allen Alters am Samstagabend eingefunden, um der Messe am Außenaltar und gleichzeitig der Weihe der neuen Orgel (siehe gesonderen Artikel unten) beizuwohnen.

Schon seit dem Mittelalter ist Dieburg das Ziel frommer Pilger zur Marienverehrung, seit 1630 findet diese gelobte Wallfahrt jedes Jahr im September vor Mariä Geburt statt. Seit über 500 Jahren wird in Dieburg das Bild der schmerzhaften Gottesmutter als Gnadenbild verehrt. VieleMenschen erbitten dort vor ihr Kraft und Hilfe. Dieses von den Gläubigen verehrte Gnadenbild entstand um das Jahr 1420. Der Künstler der Pietà ist unbekannt. Sie stellt Maria als Inbegriff von Leid und Schmerz dar, wie sie um ihren toten Sohn trauert. Am 7. April 1498 hat der Mainzer Weihbischof Erhard die Dieburger Pietà geweiht.

„Wir kommen bereits seit Generationen hierher“, berichtete eine Pilgerin und erzählte, wie sie schon als Kind mit ihrer Oma zur Messe und anschließenden Lichterprozession ging. Die Prozession leitet am Vorabend der Großen Wallfahrt zum Fest „Mariä Geburt“ traditionell den wichtigsten Wallfahrtstag des Dieburger Kirchenjahres ein.

Die Lichterprozession führte im Anschluss an die Messe durch die Innenstadt. Angeführt von verschiedenen Fahnenträgern und Pfadfindern mit Fackeln zogen die Gläubigen unter Gesang und Gebeten die Theobaldstraße entlang – fast alle trugen schimmernde Kerzen in den Händen,.

Weiter ging es über die Frankfurter Straße, am Minnefeld und dem ehemaligen Kloster der Kapuziner entlang, deren Wirken und Weggang aus Dieburg mit einem speziellen Gruß gedacht wurde. Weiter zogen die Gläubigen durch die Steinstraße, die Zuckerstraße und zurück zum Außenaltar der Gnadenkapelle, wo den Pilgern der Segen erteilt wurde.

In dieser für die Dieburger Katholiken besonderen Nacht war die Wallfahrtskirche durchgehend für Gebet und Andacht geöffnet. Viele Pilger nutzten das besondere Angebot und zogen sich für einige Zeit zurück, um mit ihren Gebeten und Gott ganz alleine zu sein.

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