Gebremster Elan bei Parkdeck

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„Schlosspark Galerie“: Neue Mieter kommen jetzt peu à peu. Ein Parkdeck würde den Blick von der Klosterstraße auf die Stadtpfarrkirche trüben. Ein Bau ist derzeit unwahrscheinlich.

Dieburg - Seit dem 1. Januar hat die „Schlosspark-Galerie“, wie insbesondere das Erdgeschoss des Objekts in Dieburgs Steinstraße 7 bis 9 genannt wird, einen neuen Eigentümer (wir berichteten). Die Immo Invest 5 GmbH & Co. Von Jens Dörr

KG, die zur Walter Fries Firmengruppe aus Aschaffenburg gehört, kaufte das Objekt, nachdem die Stadt Dieburg ihrerseits nicht zugeschlagen hatte. Immo Invest 5 baute und baut fortan um, investiert nach eigenen Angaben für Kauf und Baumaßnahmen insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Im Fokus sollten während und nach des Umbaus die Vermietung der Wohnungen und Gewerbeflächen in den Stockwerken sein und schließlich auch die Belebung der Galerie, die derzeit einige Leerstände aufweist. Zudem war der Bau eines Parkdecks in der Klosterstraße im Gespräch. Bei allen Punkten gibt es jetzt Neues.

In Sachen Parkdeck dort, wo sich jetzt „nur“ ein Parkplatz für Mieter und Anlieger des Objekts befindet, gilt laut Makler Achim Träger, der sich um die Vermietung der „Schlosspark-Galerie“ und der darüber liegenden Räumlichkeiten kümmert: „Wir gehen das Thema mit gebremstem Elan an.“ Aus dem Parkplatz östlich der Immobilie sollten die derzeit 32 Parkplätze durch das Parkdeck verdoppelt werden. Daraus, so scheint es sich abzuzeichnen, wird wohl nichts: Den neuen Eigentümer schrecken Bedenken der Katholischen Pfarrei St. Peter und Paul ab. Viel hänge davon ab, „wie gut die Kirche mitspielt“, sagt Träger und deutet Befürchtungen der Pfarrei an, der Blick auf deren gleichnamige Kirche von der Klosterstraße aus werde durch ein Parkdeck geschmälert. Die Kirche schaue man sich generell wohl aber eher von vorne als von der Seite an, so Träger.

Bei Pfarrer Alexander Vogl klingt die Sache etwas anders: „Ich habe gesagt, dass sich der Eigentümer wegen des Parkdecks von Anfang an an die Denkmalschutz-Behörde wenden und seine Pläne an das Bistum schicken soll.“ Das sei bislang noch nicht geschehen, sagt Träger - man wolle erst noch einmal den Parkplatz-Bedarf sondieren. Soll es noch zum Parkdeck kommen, müsste Einigkeit mit der Pfarrei erzielt werden, weil der Bau wahrscheinlich auch einen Teil des Pfarrgartens beeinträchtigen würde.

Dass der Parkplatzbedarf offenbar vorhanden ist - auch von Innenstadt-Nutzern, die genau genommen keine Anlieger der Steinstraße 7 bis 9 sind -, zeigen die meist vollen Parkplätze. Mit Bügeln an den vorderen Parkplätzen und einer versetzten Schranke wolle man die Plätze für die wirklich berechtigten Nutzer sichern, kündigt Träger an.

Während ein Parkdeck-Bau also nicht absehbar ist, hat sich in Sachen Vermietung nicht nur bei den Wohnungen - bis auf eine Penthouse-Wohnung alle an den Mann gebracht - einiges getan. Im zweiten Obergeschoss wurden Gewerbeflächen in Wohnungen umgebaut, auf den Rohbau folgten Installationen. Im ersten Stock mietete sich die Behindertenhilfe einen Raum und ein Lederwarenunternehmer zog ein.

Man wolle erstmal im ersten Stock fertig werden, ehe es an die Galerie selbst gehe, teilt er mit. Der Galeriedurchgang soll begradigt werden, worüber man mit dem Bauamt sprechen wolle. Optimal wäre aus seiner Sicht ein innerstädtischer Nahversorger als Ankermieter. Der Trend zu deren Rückkehr in die Mitte sei allerdings meist nur in Städten, die größer als Dieburg sind, zu finden. Welche Dienstleister oder Handelsunternehmen kommen könnten, sei noch offen. Vor dem Einzug stehe derzeit noch niemand.

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