Geburtstagswunsch: neue Sporthalle

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Die Tänzer von Blau-Gelb sind bis heute aktiv, obwohl Sport- und Gymnastikhalle auf dem Campus vor zwei Jahren wegen Baumängeln geschlossen werden mussten.

Dieburg -  Nach Feierabend ein paar sportliche Stunden im Kreis guter Freunde verbringen - danach sehnten sich auch Arbeitnehmer in den Fünfziger Jahren. Die „Postler“ in Dieburg liebten in ihrer Freizeit das Fußballspielen. Von Ursula Friedrich

Aus dieser Passion heraus wurde am 24. Juli 1959 der „Postsportverein Blau-Gelb Dieburg“ gegründet. Der Vorsitzende, Postamtmann Stephan Schmitt, gab gleich die sportliche Parole aus: Fußball, Kegeln und Schießen sollten der sportlichen Unterhaltung dienen, Tischtennis ernsthaft betrieben werden.

Nach einem halben Jahrhundert turbulenter Vereinsgeschichte gibt es sie heute noch: Die Blau-Gelben, die an den Tischtennisplatten die Bälle blitzschnell über das Netz schlagen. Zum 50. Geburtstag des Vereins zieht der Vorsitzende eine positive Bilanz: Viel sei erreicht worden, so Jürgen Loch, der bereits seit 15 Jahren in Vorstandsämtern der Blau-Gelben Verantwortung trägt. „Mit Leidenschaft, Geschick und Weitblick hat der Verein eine Tennisanlage mit Vereinsheim und sieben Sandplätzen, eine Schwimmabteilung mit über 200 Aktiven, einer Tanzsportabteilung mit verschiedenen Leistungsgruppen und eine Judoabteilung, in der auch Kinder trainieren, können geschaffen.“ Rund 700 kleine und große Sportler zählen die Blau-Gelben heute.

Tennisanlage im Oktober 1962 eingeweiht

Das „Kind“ der Postler aus den Fünfziger Jahren ist mit der Zeit flügge geworden. Bereits 1960 sorgten die Gründungsväter für ein kräftiges Wachstum: Eine Tennisanlage wurde mit Unterstützung der Postverwaltung und der Kreisstadt Dieburg geplant und am 6. Oktober 1962 eingeweiht.

Bereits ein Jahr später wurde erneut Richtfest gefeiert: Mit vielen Spenden und tatkräftiger Hilfe ehrenamtlicher „Bauarbeiter“ wurde das Vereinsheim mit Umkleiden, Duschen und Aufenthaltsräumen geschaffen.

Auch die Judokas mussten sich neue Trainingsräume suchen.

Zum zehnten Geburtstag kletterte die Mitgliederzahl bereits auf 200. Die Geselligkeit wurde in der „Postfamilie“ groß geschrieben und daher ein mannigfaltiges Angebot geschaffen: So schwärmten die Aktiven mit knatternden VW-Käfern zur beliebten „Auto-Suchfahrt“ aus, das Projekt „Fußball“ wurde 1971 allerdings an den Nagel gehängt. Auch Kegeln und Leichtathletik waren Angebote von kurzer Lebensdauer. Die Aktivitäten ruhten auf vier sportlichen Säulen: Tischtennis, Tennis, Judo und Schwimmen. Als fünfte im Bunde kamen 1981 die Tänzer unter Vorsitz von Ingolf Schuchard hinzu.

Eine Schlüsselrolle in der 50-jährigen Vereinsgeschichte spielt Dr. Eberhard Matheé. Als der Rektor der FH Dieburg 1980 den Vereinsvorsitz nach sechs Jahren niederlegte, sollte dies nur eine Pause sein. Als die Blau-Gelben 1994 bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung führungslos in eine ungewisse Zukunft blickten, kandidierte Matheé überraschend und rettete den Verein vor dem „Aus“. Schwere Amtsjahre begannen, denn die Umwandlung der drei öffentlichen Postunternehmen in die privatwirtschaftliche „Telekom“ bedeutete für die sportlichen Einrichtungen einen massiven Rückgang an Fördergeldern, die schließlich komplett verebbten.

Nachwuchsförderung fruchtete auch bei „Individualsportarten“

Ein äußeres Zeichen dieses Prozesses war die Umbenennung des Vereins in „Sportverein Blau-Gelb Dieburg“ im Jahr 2001. Die Vereinsaktiven nutzten die Veränderungen als Chance: Die Kinder- und Jugendarbeit wurde ebenso forciert wie sportliche Bemühungen auf Breitensportbasis. Dass diese Anstrengungen in der Nachwuchsförderung sogar bei „Individualsportarten“ fruchteten, zeigte insbesondere die Tennisabteilung.

Die Schwimmer sitzen noch nicht auf dem Trockenen: Sie können im Trainingsbad ihre Bahnen ziehen.

Gruppenfeeling statt Einzelkämpfermentalität war die Parole. Heute gibt es Jungen- und Mädchenmannschaften bis hin ins Erwachsenenalter. Der Tanzabteilung gelang es gar, 150 Kinder und Jugendliche beim Breitensportturnier 2001 zu begrüßen.
Für die rührigen Schwimmer, die ebenfalls keine Nachwuchssorgen plagen, zogen 2003 düstere Wolken auf: Das Dieburger Hallenbad wurde damals im Mai geschlossen. Um die Sportstätte zu retten, gründete sich der Wassersportverein Dieburg, der das Hallenbad nun zwar als Trainingsbad betreibt. Wie jedoch künftige kostenträchtige Sanierungsarbeiten finanziert werden, steht in den Sternen.

Zum Geburtstag richtet sich das Augenmerk auf die Stadt Dieburg: Der Bau einer neuen Sportstätte und die Sanierung der bis heute geschlossenen Hallen wäre eine gute Zukunftsperspektive. Auch aus eigener Kraft will der Sportverein ein gutes Fundament für die Zukunft legen. „Wir haben noch viel vor“, so Vereinschef Jürgen Loch motiviert, zum Geburtstag wolle sich der Verein mit seinen Abteilungen mit vielen attraktiven Angeboten präsentieren und neue Mitstreiter an Bord holen.

Auch die Sporthalle neben dem Hallenbad ist marode und seit 2007 geschlossen. Ein herber Schlag für die dort beheimateten Tischtennisspieler. Auch die Judokas und Tänzer traf es. Die in die Jahre gekommene Gymnastikhalle auf dem Campus wurde geschlossen. Mit großer Toleranz und Kompromissen rückten die Abteilungen zusammen, um weiterhin Trainingszeiten zu bieten und den Betrieb so aufrecht zu erhalten.

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