Auf einer Weihnachtsfeier nahm alles seinen Lauf

Gefeiert wird im I-Nord schon seit 30 Jahren

Bei der I-Nord-Feier 1987 zum 25-jährigen Geburtstag bauten Helmut Schelter (im Hintergrund im weißen Hemd mit Zigarette) und seine Mitstreiter kurzerhand einen Mini Cooper zum Feuerwehrauto um.

dieburg J Am Wochenende, 8. und 9. September, wird das Industriegebiet Nord zum Erlebnisparcours der besonderen Art: Über 100 Firmen zeigen, was sie können. Von Jens Dörr

Spielstraße, Flaniermeile der Dieburger Vereine, Live-Musik, Bühnen-Auftritte, verkaufsoffener Sonntag – das Programm bietet ein Wochenende voller Überraschungen, das Industriegebiet will Gastgeber für viele Besucher werden. Gefeiert wurde dort aber schon immer - wenn auch das jetzt angepeilte Event eine ganz andere Größenordnung hat.

Es begann 1982 auf einer Weihnachtsfeier im Dieburger Industriegebiet-Nord. Das Volkswagen-Vertriebszentrum, heute OTLG, damals noch unter V.A.G. bekannt, versteigerte einen Weihnachtsbaum zugunsten der Werkstatt für Behinderte (WfB). Unter anderem zu Gast auf der Feier: Verantwortliche von V.A.G., WfB und der Amberger Speditions GmbH - und die Idee einer gemeinsamen künftigen Außendarstellung des I-Nord. Nach einem ersten Austausch wandten sie sich an Helmut R. Schelter, Inhaber des Atelier für Schrift und Form am Nordring. Gemeinsam bahnten sie damals den 1983 erstmals stattfindenden „Tag der offenen Tür“ im I-Nord an.

Unter anderem die Firma Stihl stieß dabei hinzu sowie viele kleinere Betriebe. Es war die „Mutter“ aller Feierlichkeiten und gemeinsamen Leistungsschauen nördlich der Bahnlinie. Und mit dem Anfang eines Wir-Gefühls im I-Nord letztlich auch die Grundlage für das Fest, das ganz Dieburg am 8. und 9. September im Industriegebiet feiert (der DA berichtete mehrfach).

Großes Programm am 8. und 9. September

Als der erste „Tag der offenen Tür“ über die Bühne ging, war das I-Nord elf Jahre alt. 1972 markierte die offizielle Ausweisung als Industriegebiet die formale Geburt des Dieburger Nordens, auch wenn dort bereits Unternehmen angesiedelt waren.

Was auf der Weihnachtsfeier 1982 angestoßen wurde und am zweiten September-Wochenende in einem immensen Programm mit offenen Türen, Musik, Kulinarischem, Sport und Kultur seinen vorläufigen Höhepunkt finden wird, entwickelte sich fortan immer weiter.

Schon häufiger wurde also im I-Nord gefeiert. Das war etwa 1984 der Fall, als es erstmals einen „bunten Abend“ für Mitarbeiter diverser Unternehmen gab. Genutzt wurde dafür damals die FH-Mensa.

Helmut Schelter erinnert sich heute noch lachend an die Zeit, als Geschäftsführer wie Rüdiger Petschkuhn (Dieburger Stahlbau) und Helmuth Pauly die Belegschaften als Turner verkleidet belustigten.

Stichwort verkleidet: 1986 entstand zudem eine Fastnachtsgruppe des I-Nord - die DiNos. Elfmal nahmen sie am Dieburger Fastnachtszug teil, einmal auch - nun ja - als Dinos. Die existieren übrigens noch immer, auch wenn man sie im Zugprogramm nicht mehr findet. „Wir sind ja alle über 60“, sagt Schelter augenzwinkernd.

Es sei rückblickend „ein Wahnsinn, was wir alles bewegt haben“, meint der Unternehmer, der rund um das I-Nord-Fest zusammen mit Paul Strücker (Sparkasse Dieburg) und Leonardo Plate (Glas Lerchenmüller) mit vielen Unterstützern (wie „Laufbursche“ Klaus Löbig und Isabella Rödler, Geschäftsstellenleiterin des Dieburger Gewerbevereins) „40 Jahre Dieburg-Nord“ managt.

Gemeinsame Winterwanderungen und Ausflüge zu Weihnachtsmärkten demonstrierten regelmäßig die Geschlossenheit des I-Nord. Auch wenn die Unternehmen sich täglich natürlich in erster Linie um ihre Geschäfte kümmern - bis heute werkelt mitnichten jeder in Dieburgs Norden vor sich alleine hin.

Inititalzündung war eine CDU-Festschrift

Wenn Helmut Schelter an wichtige frühere Mitstreiter denkt, fallen ihm aus den 80ern etwa Gerhard Richter, Wolfgang Kaiser, Charles Lewis und Hans-Jürgen Dillmann ein.

In den 90er Jahren erlahmte das Treiben im I-Nord etwas, ehe dort 1998 nochmals ein Fest stattfand. Motto damals: „Dieburg-Nord zeigt, was es kann.“

Wie aber sah die Initialzündung für „40 Jahre Dieburg-Nord“ aus? „Vor zwei Jahren hat’s mich wieder gejuckt“, erzählt Schelter. Friedel Jakob habe ihm damals ein Heft „50 Jahre CDU Dieburg“ vorbeigebracht - darin las Schelter vom Antrag der V.A.G. aus dem Jahr 1971, sich in Dieburgs Norden ansiedeln zu wollen.

Der Bau und die offizielle Ausweisung des I-Nord 1972 rückte auf diese Weise in Schelters Bewusstsein - und damit der 40-jährige Geburtstag jetzt im aktuellen Jahr 2012.

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