Auf geht's nach Aubergenville

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Und das am Geburtstag: Gestern früh ist Bürgermeister Dr. Werner Thomas mit einer Gruppe von rund 25 Läufern nach Aubergenville gestartet - zu Fuß versteht sich. Mit dem Sportereignis werden 35 Jahre Verschwisterung gefeiert.

Dieburg ‐  „Partez!“ - Los geht's: Den Startschuss übernahm die Feuerwehrsirene. Und trotz novemberlichen Wetters - gerade mal zehn Grad und Nieselregen - war die Stimmung bei den Sportlern gut. Von Lisa Hager

Das lag vielleicht auch daran, dass die Feuerwehrmänner („Pompiers“) aus Aubergenville, die einen Teil des startenden Trosses stellten, dem Bürgermeister Dr. Werner Thomas erstmal ein temperamentvolles Geburtstagsständchen sangen. Und so musste der Dieburger Verwaltungschef, der in kurzen Hosen erschienen war, viele gratulierende Hände schütteln, bevor es auf die 625 Kilometer über die verlängerte Rheingaustraße immer weiter nach Westen ging. Dr. Gerald Grohe, der aktuelle Fastnachtsprinz, war auch unter den Gratulanten. „Er hat das hier für mich erst ermöglicht“, räumte Thomas ein und drückte dem „Dokter fer Knoche unn kaputtene Knie“ fest die Hand. „Er hat meinen Muskelfaserriss perfekt therapiert, so dass ich mitlaufen kann“, freute er sich und machte zum Beweis seiner Fitness gleich ein paar Dehnübungen.

Achim Weißbäcker, der Vorsitzende des Dieburger Verschwisterungskomitees musste nach Kräften übersetzen, was auf dem Nellly-Rodi-Platz kurz vorm Start noch an Nettigkeiten ausgetauscht wurde. Zusammen mit dem Aubergenviller Stadtverordneten für Verschwisterung, Armand Machado, legte Thomas Blumen an der Erinnerungstafel nieder. Die Stelle war für den Start natürlich mit Bedacht gewählt: Nelly-Rodi - sie ist vor sechs Jahren verstorben - war als Bürgermeisterin von Aubergenville zusammen mit ihrem Dieburger Amtskollegen 1975 maßgeblich daran beteiligt, dass es zur Verschwisterung zwischen der Stadt an der Gersprenz und der Stadt an der Seine, westlich von Paris, kam.

Läufer und Radfahrer bilden ein „Tandem-Team“

Jetzt hoffen die Läufer und Radler, am Samstagnachmittag gesund und munter auf dem Maifest in Aubergenville im Nelly-Rodi-Park anzukommen. Eine Dieburger Delegation fährt regelmäßig zum Traditionsfest in die Partnerstadt. Radsportbegeisterte hatten den Weg schon mehrmals per Drahtesel gemeistert. Allerdings hat wohl noch niemand die Strecke zu Fuß zurückgelegt. Geschafft werden soll das nach diesem System: Die rund 25 Läufer - Dieburger und Aubergenviller - werden in Zehn-Kilometer-Staffeln unterwegs sein. Ein Läufer und ein Radfahrer bilden jeweils eine Art Tandem, das sich untereinander abwechselt. Ein Bus begleitet den Tross, in dem sich die Läufer-Teams, die nicht gerade auf „Tour“ sind, ausruhen können. „Es sind unterwegs diverse Stationen eingerichtet, wo die Läufer versorgt werden und sich duschen können“, so Weißbäcker, der selbst lieber PS-gestärkt zum Maifest reist. Die Initiative zu dem ersten Staffellauf kam von der Aubergenviller Feuerwehr, die das Ganze ein Jahr lang vorbereitet hat.

Einen guten Lauf, gute Reise, bon voyage“, wünschte man sich zum Schluss zweisprachig. „Mais avec le soleil“ (aber mit Sonne), fügte ein Aubergenviller mit Blick in den Himmel hinzu.

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