Geldspritze für „Dreikäsehoch“

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Vize-Landrätin Rosemarie Lück (rechts) brachte außer dem Zuschuss von 15 000 Euro auch noch Taschen mit Spielzeug für die Kinder mit. Leiterin Evi Heyl zeigte der Familien- und Sozialdezernentin die vorbildliche Einrichtung.

Dieburg ‐  Ein Vorzeigeobejekt ist der neue „Dreikäsehoch“, eine vom gleichnamigen Verein getragene Kinderkrippe in einem früheren Wohnhaus, Am Bauhof 14, geworden. Darüber sind sich alle einig - auch Kommunalpolitiker, die die erheblichen Mehrkosten beim Umbau des neuen zweistöckigen Domizils mit 600 Quadratmetern Fläche kritisieren. Von Lisa Hager

Nachdem die Stadt dem Verein für die Maßnahme einen Zuschuss von 120 000 Euro gewährt hatte, sah man sich Ende vergangenen Jahres mit Mehrkosten von 160 000 Euro konfrontiert. Das Parlament beschloss nach zähem Ringen, auch den Großteil dieser Mehrkosten zu übernehmen, um die vom Verein geleistete Kinderbetreuung nicht zu gefährden. Inzwischen ist die Stadt auch Nachrücker im Mietvertrag, falls sich der Verein auflösen sollte. Damit will man auch die Investitionen sichern.

Allerdings nimmt der Haupt- und Finanzausschuss derzeit Akteneinsicht, um zu klären, wie es zu den Mehrausgaben kommen konnte. Zu diesem Thema haben die Parlamentarier am Montagabend das erste Mal getagt. Am 17. Mai soll der Haupt- und Finanzausschuss wieder zum Thema Akteneinsicht „Dreikäsehoch“ zusammenkommen, um der Stadtverordnetenversammlung eine Empfehlung über das weitere Vorgehen geben zu können.

Elterninitiative bleibt in der Kinderkrippe konstant

Während es am Abend um die Hintergründe für die Mehrkosten der pädagogisch vorbildlich gestalteten Kinderkrippe ging, kam am Nachmittag eine Finanzspritze von Kreisseite. „Das ist reiner Zufall“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück bei der Übergabe des Zuschusses von 15 000 Euro an die Leiterin des „Dreikäsehoch“, Evi Heyl. Der Kreistag habe bereits 2002 beschlossen, freie Träger der Jugendhilfe bei der Erstausstattung der Räume mit 7 500 Euro pro Guppe zu unterstützen. „Wir haben die Gelder Mitte letzten Jahres beantragt“, klärte Heyl auf.

Erstaunt hat mich in diesem Fall die ausdauernde kontinuierliche Arbeit der Elterninitiative“, sagte die Familien- und Sozialdezernentin, die die Einrichtung zusammen mit Evelyn Klemt, Leiterin des Bereichs Kindertagesbetreuung beim Kreis, mit großen Interesse besichtigte. Schließlich würden die Eltern bei Kinderkrippen naturgemäß alle zwei bis drei Jahren wechseln. „Wir haben den Verein als verlässlichen Partner kennengelernt“, so die Vize-Landrätin.

„Dreikäsehoch“ voll ausgebucht

Die Ausweitung der Betreuungszeiten werde künftig immer mehr auf die Kommunen lasten, sagte Lück. Deshalb müssten derartige Initiativen unterstützt werden, Schließlich schreibe der Gesetzgeber bis 2013 die Bereitstellung von Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren vor.

Die Kinderkrippe „Dreikäsehoch“ wurde bereits 1984 von einer Elterninitiative gegründet. Inzwischen hat sie die Betriebserlaubnis für 50 Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren in fünf Gruppen. Am neuen Standort werden die Kleinen von 15 Erzieherinnen betreut.

Der „Dreikäsehoch“ ist komplett ausgebucht. Vor allem die Ganztagesgruppe mit 20 Kindern ist sehr beliebt. Die Nachfrage steigt. „Wir haben bereits 32 Kinder auf der Warteliste“, sagte Heyl.

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