Gemeinsames „Leer-Zentrum“ für vier Schulen

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Auf der Leer soll jetzt auch noch ein gemeinsames Mensa-Mehrzweckgebäude dazu kommen.

Dieburg -   Gutenbergschule, Gutenberghalle, Landrat-Gruber-Schule (LGS), „Leer-Zentrum“: Die Stadt Dieburg und besonders ihre Schullandschaft werden in naher Zukunft massiv vom Sonderinvestitionsprogramm (SIP) des Landes Hessen und vom Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Bundes profitieren.

Dies haben Landrat Alfred Jakoubek, Schuldezernent Christel Fleischmann und der Erste Kreisbeigeordnete Klaus Peter Schellhaas bei einer Pressekonferenz im Landratsamt in Darmstadt-Kranichstein mitgeteilt.

Unter dem Punkt Schulbau und Schulsanierung findet sich da einerseits die Gutenbergschule wieder. Für rund sechs Millionen Euro soll es in Dieburg einen Neubau geben. Wegen des Standortes sei man noch in Gesprächen mit der Stadt, erklärte Fleischmann im Gespräch mit dem DA. Noch sei hier keine Entscheidung gefallen, auch wenn es natürlich „Wunschgelände“ gebe, wie Fleischmann es formuliert.

Eines dieser Gelände befindet sich im Neubaugebiet „Limbachsruhe“ im Westen der Stadt. In diesem Zug würde die alte Gutenbergschule abgerissen werden und so ein anderes Problem lösen: Die wachsende LGS gewänne zusätzliche Parkplätze. Die werden unter anderem nötig, weil Gartenbau- und Floristik-Schüler - rund 300 - aus ganz Südhessen künftig in die Gersprenzstadt pendeln werden.

Die alte Gutenberghalle wird stehen bleiben. Sie soll sogar eine Erweiterung erfahren: Ein zusätzliches Spielfeld soll für 345 000 Euro angebaut werden. Dies - so Fleischmann - habe keinen negativen Einfluss auf den Bau einer weiteren Halle neben der neuen Gutenbergschule.

Die LGS profitiert derweil vom KIP: Sie soll eine „grundhafte energetische Sanierung“ erhalten, wie es in der Maßnahmenplanung des Kreises heißt. Dafür sind 2,4 Millionen Euro vorgesehen. Die LGS würde auch von einer weiteren Großinvestition profitieren: Ein so genanntes „Leer-Zentrum“ soll auf dem Gelände auf der Leer entstehen. Dies ist als Mehrzweck- und Mensagebäude vorgesehen. Alfred-Delp-Schule, Anne-Frank-Schule und Gustav-Heinemann-Schule sollen daran ebenfalls Anteil haben, das Zentrum diverse bisherige angedachte Einzelmaßnahmen dieser Schulen ersetzen.

Diese energetische Sanierung soll in vielen Schulen des Ostkreises durchgeführt werden, so in der Ernst-Reuter-Schule in Groß-Umstadt. Dort soll sie sogar 2,5 Millionen Euro kosten. Dasselbe wird in der Eichwaldschule in Schaafheim geschehen. Das größte Schulprojekt des Landkreises wird unterdessen der Neubau der Joachim-Schumann-Schule in Babenhausen sein, dieser wiederum über das SIP finanziert. Das Projekt schlägt mit 18 Millionen Euro zu Buche.

Doch auch alle Dieburger Schulen, die keine speziellen Maßnahmen erfahren, profitieren vom SIP: Das Geld für die „pauschale Lernumfeldverbesserung“ fließt an jede der Bildungsstätten. Dahinter verbergen sich etwa Einzelmaßnahmen wie der Einbau elektrischer Schließanlagen, der Aufbau eines Schulverwaltungsnetzes, eine Küchenpauschale oder die Neugestaltung der Pausenhöfe. Übertriebene Erwartungen dürfen zu letztem Punkt allerdings nicht erhoben werden: Für die Pausenhof-Neugestaltung stehen für alle Schulen des Ost- und Westkreises zusammen 350 000 Euro zur Verfügung.

Noch mehr Zahlen hatte im Anschluss an die Erläuterungen Fleischmanns Klaus Peter Schellhaas, der die Maßnahmenplanung für das Sonderprogramm „Krankenhäuser“ vorstellte, in petto. Alle Maßnahmen betreffen die Kreisklinik Groß-Umstadt: Vom Großprojekt Psychiatrie-Neubau soll dabei auch Dieburg profitieren, da ambulante Behandlungsmaßnahmen auch hier stattfinden sollen. „So wollen wir den Ostkreis in der Fläche möglichst gut abdecken“, so Schellhaas. Bald starte die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in Dieburg.

Aus den zahlreichen, teils noch abstrakt klingenden Großprojekten könnten diesmal - und das unterscheidet die momentane spezielle Situation vom Normalfall - sehr schnell konkrete Bauten werden. „Noch 2009 wird es den ersten Spatenstich geben“, sagt etwa Schellhaas über die Psychiatrie in Groß-Umstadt und peilt den Spätherbst an. Und wird von Alfred Jakoubek dabei bestätigt: „50 Prozent der bewilligten Mittel müssen 2009 eingesetzt werden.“ Der Kreis braucht also möglichst schnell die Rechnungen aus der Baubranche.

Wo so viel getan werden soll, muss natürlich auch die personelle Ausstattung stimmen. Deshalb hat der Kreis eigens zwei weitere Architekten und einen Ingenieur neu eingestellt - die drei Mitarbeiter wurden aus 200 Bewerbern herausgefiltert. Drei Probleme könnten laut Fleischmann noch auftreten und die gründlichen Planungen durcheinander bringen: Unvorhergesehene Preissteigerungen in der Baubranche, ein Engpass an Bauarbeitern und zeitliche Verzögerung wegen genau diesem. Da man beim Kreis aber sehr früh mit der Planung begonnen und somit anderen Regionen die Nase eventuell voraus habe, könnte die Umsetzung der Maßnahmen nicht nur auf dem Papier in der vorgesehenen Zeit funktionieren.

Insgesamt kann der Landkreis mit 54,4 Millionen Euro aus SIP und KIP rechnen, die Städte und Gemeinden erhalten 27,2 Millionen Euro.

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