Geschenkt: Flügel für Römerhalle

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Ein Spender aus Dieburg hat der Stadt für die Römerhalle einen Yamaha-Flügel der C7-Serie bezahlt. Ute Thomas (stehend) und Ulrike Posselt begutachten das edle Stück. 

Dieburger (jd) - Öffentlichkeitsmitarbeiterin Ulrike Posselt kann sich nicht erinnern, wann das Rathaus letztmals eine solche Gabe erhalten hat: Eine Privatperson aus Dieburg, die anonym bleiben möchte, hat der Stadt 40.000 Euro gespendet.

Ein zweckgebundenes Geldgeschenk der Person, die offenbar klassische Musik liebt: Der Betrag sollte in einen Flügel für die Römerhalle investiert werden. Das wurde er: Inzwischen steht ein Exemplar der C7-Serie von Yamaha auf den „Röha“-Brettern, die die Welt bedeuten.

„Den Flügel aus dem Fechenbach-Schloss, einen Kawai, kann man nicht einfach in die Römerhalle transportieren, wenn dort ein Konzert stattfinden soll“, merkt Posselt an. Ein neues Modell von Steinway & Sons, das leicht im sechsstelligen Eurobetrag liegen kann, sei von Beginn an ebenfalls kein Thema gewesen. Mit diversen heimischen Klavier-Experten habe man sich beraten, als der Spender mit seinem Angebot an die Stadt herangetreten sei. Ergebnis: Mit einem Yamaha könne man das Gros der vermutlich noch zunehmend in der Römerhalle stattfindenden Konzerte sehr gut bestreiten. „Sollte ein Musiker auf diesem Flügel nicht konzertieren wollen, besteht nach wie vor die bisherige Möglichkeit“, erläutert Posselt. Was heißt: Ein Flügel noch höherer Qualität kann gegen einen entsprechenden Preis für ein Konzert gemietet und angeliefert werden.

Veranstaltungsort noch attraktiver

Das soll in der Römerhalle künftig aber die Ausnahme sein. Durch die Anschaffung des Yamaha-Flügels sei der Veranstaltungsort noch attraktiver geworden, stellt auch Ute Thomas vom Kulturamt heraus. Die Menge klassischer Konzerte und überhaupt die von Musikveranstaltungen hielt sich in Dieburgs neuer guter Stube bisher eher in Grenzen.

Das neue Pro-Argument ist das Zur-Verfügung-Stellen des 38 000 Euro teuren Instruments, das bei Piano-Berg in Darmstadt gekauft wurde. Für Hocker, Schutzhaube und eine kleine Einhausung auf der Bühne, die Bühnengefahren vom Flügel abhalten soll, hat der Spender weitere 2 000 Euro bereitgestellt.

Noch sieben Wochen Geduld

Wertvolle Expertise bei der Anschaffung des Instruments lieferte - gratis - Pianist Grigory Gruzman, der unter anderem schon bei den Schlosskonzerten des Dieburgers Richard Berg aufgetreten ist. Er lehrte als Hochschul-Professor in Hamburg und wurde 2005 zum Präsidenten der internationalen Rachmaninov-Gesellschaft mit Sitz in Darmstadt gewählt.

„Jedes Instrument ist ein bisschen anders - Gruzman hat verschiedene Flügel in Darmstadt genauestens und immer wieder bespielt“, beschreibt Stadtkommunikatorin Ulrike Posselt den faszinierenden Auswahlprozess.

Bis die Dieburger die Klänge des neuen Flügels erstmals hören können, müssen sie sich noch rund sieben Wochen gedulden: Am Freitag, 19. Oktober, gibt Gruzman abends ein kleines, öffentliches Probekonzert auf dem Yamaha.

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