Glänzende Bewährungsprobe

Äla-Nacht: Neues Konzept in ausverkaufter Halle aufgegangen

+
Assistent Wilhelm Reuscher (links, ehemaliger Dieburger Landtags-Abgeordneter) erhielt zur „Belohnung“ ein bartstoppeliges Küsschen vom Artistik-Comedy-Duo Tebe & Leiste ab.

Dieburg - Dem Karnevalverein Dieburg (KVD) könnte die Reform der „Äla-Nacht“ gelungen sein: Die in puncto Beliebtheit in den Vorjahren etwas nachlassende Veranstaltung am Abend des Fastnachtssonntags feierten die Narren der Stadt diesmal unter einem neuen Konzept. Von Jens Dörr 

„Der Einsatz hat sich gelohnt“, resümierte an Rosenmontag Wolfgang Dörr, einst langjähriger Vorsitzender von Deutschlands größtem Karnevalverein und seit Jahren dessen Pressesprecher. Der KVD hatte sich nach teilweise kritischem Feedback in den Vorjahren eine Überarbeitung der ganz besonders auch dem neuen Prinzenpaar und seiner Garde gewidmeten Sause vorgenommen. Die sah eine stärkere Fokussierung auf Tanz- und Schunkelrunden, aber auch ein hochklassiges Programm mit eigenen wie externen Kräften vor.

Prinz Günter II. und Prinzessin Kaja I. inmitten ihres närrischen Volks. Links Hofmarschall Hans Friedrich Busch.

900 bunt kostümierte Gäste gaben der „Äla-Nacht“ am Sonntag einen Vertrauensvorschuss – und mussten ihr Kommen nicht bereuen. „Das Publikum war wunderbar, von Jung bis Alt alles vertreten, die Stimmung bestens“, freute sich Dörr. Für Begeisterung sorgte beim KVD natürlich noch ein anderer Aspekt: „Wir waren ausverkauft“, so Dörr. Im Vorfeld hatte noch etwas Unsicherheit gesorgt, ob dies gelingen würde, zumal noch mehr als 100 (Flanier-)Karten an die Abendkasse gegeben wurden. Sie gingen allesamt weg. Die Sitzplatzkarten hatte der KVD schon im Vorfeld komplett an Mann und Frau gebracht.

„Hier würde Kaja tanzen“ – das tat die Prinzessin beim Gardetanz am Sonntag auf der „Äla-Nacht“ aus naheliegenden Gründen indes nur als Platzhalter.

Ob der Abend damit wieder auf Dauer zu einem rauschenden Fest geworden ist, werden die kommenden Jahre zeigen. Viel Anlass zur Kritik gab es am Sonntag jedenfalls nicht: Der Einmarsch der neuen Tollitäten Günter II. (Günter Hüttig) und Kaja I. (Kaja Euler) mit der Prinzengarde und den Hoheiten aus Dieburgs Partnerstadt Aubergenville bot ein opulentes Bild im vollen Saal der Römerhalle. Der Gardetanz ließ nur einen Wunsch offen: Gardetänzerin Kaja Euler fehlte beim Auftritt aus naheliegenden Gründen, sah ihn sich mit Prinz Günter stattdessen vom goldenen Sofa vor der Bühne aus an. Indirekt präsent war die Prinzessin dennoch: Ihr Tanzpartner wirbelte sie zwar nicht leibhaftig über die Bühne, hielt stattdessen aber einen Platzhalter („Hier würde Kaja tanzen“) in die Luft. Ein gelungener Einfall der Garde, deren Kampagne durch die Wahl einer Prinzessin aus „ihren“ Reihen nochmals ein Sahnehäubchen verpasst bekam.

Große Äla-Nacht in Dieburg: Bilder

Sahnehäubchen waren auf der von der Band Fun Collection untermalten „Äla-Nacht“ auch die Auftritte von Tebe & Leiste sowie Daniela Castillo. Beide rissen auf ihre Weise das Publikum von den Sitzen – das Artistik-Comedy-Duo Tebe & Leiste mit Klamauk und Kunststücken aller Art, wobei am Ende sogar ein bartstoppeliges Küsschen für den ehemaligen Dieburger Landtags-Abgeordneten Wilhelm Reuscher heraussprang. Der hatte bei einer Balanciernummer der schon im Circus Roncalli und auf dem Humorfestival in Peking aufgetretenen beiden Männer wie weitere „Äla-Nacht“-Besucher assistiert und holte sich so seine „Belohnung“ ab. „Auch Daniela Castillo war fantastisch und hat noch einmal abgeräumt“, jubilierte Dörr tags drauf. Zu seiner Freude und der des ganzen KVD zelebrierten die 900 Gäste die „Äla-Nacht“ – auch zur Musik der „Zigeunergruppe“ (Hofheim) und Druffkapell (Jügesheim) – in gelöster Atmosphäre bis Mitternacht. Anschließend setzte sich das Treiben in Tobias Niestateks „Sternenbar“ im Römerhallen-Restaurant, das auch während des Abends von manchen für eine kleine Auszeit vom Trubel im Saal aufgesucht wurde, in kleinerer Runde noch bis um zwei Uhr morgens fort.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare