In den Glauben hineinwachsen

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Konzentriert blicken die Kommunionkinder bei ihrem Einzug in die Kirche St. Wolfgang. Bei zwei Gottesdiensten, die von Pfarrer Alexander Vogl in der Pfarrkirche St. Peter und Paul und in St. Wolfgang gehalten wurden, wurde am gestrigen Weißen Sonntag die Erstkommunion gefeiert.

Dieburg - „Jetzt kann ich endlich Ja sagen, wenn mich jemand fragt, ob ich schon zur Kommunion gegangen bin“, sagt Emma Herz, die am gestrigen Weißen Sonntag mit 50 anderen Dieburger Kindern ihre Erste heilige Kommunion feierte. Von Laura Hombach

„Wichtig ist das Gefühl, jetzt ganz dazu zu gehören“,erläutert ihre Mutter Silvia Herz, die als Katechetin in der Kommuniongruppe ihrer Tochter die Kinder auf den großen Tag vorbereitet hat.

Einmal in der Woche kamen die neun Kommuniongruppen der Pfarrgruppe Dieburg zur Vorbereitung zusammen. Zusätzlich gab es noch gemeinsame Unternehmungen aller Gruppen wie etwa eine Fahrt nach Speyer gemeinsam mit Pfarrer Alexander Vogl und Gemeindereferentin Claudia Schöning, denen die Gesamtbetreuung der Kommuniongruppen obliegt.

Fünf bis sieben Kinder gehörten zu einer Gruppe, die jeweils von ein oder zwei Müttern betreut wurde. Damit die Mütter nicht ins kalte Wasser springen mussten, wurden sie vorher in drei Treffen für ihre Rolle als Katechetinnen geschult.

Die Vorbereitungsstunden sollen den Kommunionkindern „das innere Hereinwachsen in den Glauben“, wie es Schöning formuliert, ermöglichen. Die Kinder können dabei die Person Jesus Christus kennenlernen und sich mit Themen wie Schuld und Vergebung befassen. Gearbeitet wird mit der nach dem Religionspädagogen Franz Kett benannten „Kett-Methode“, die eine ganzheitliche Sinnsuche und Glaubensfindung verfolgt. Mittels dieser Methode und gut durchdachtem Arbeitsmaterial werden die Worte der Bibel für die Kinder erfahrbar gemacht.

Gut in Erinnerung geblieben ist Emma dabei die Geschichte vom Weinstock als Symbol für Jesus Christus, dessen Reben die Menschen sind. Eine Szene, die die Kinder nachspielten, indem sie sich selbst als Weinstock und Reben auf den Boden legten und so der Verbindung nachspürten. In ihren Gruppenstunden saßen die Kinder im Kreis zusammen, oft fand sich in ihrer Mitte dann ein Symbol für das Thema der Stunde, wie etwa im Falle des Weinstocks Traubensaft und Trauben. Mit Bildern, Perlen und anderen Gegenständen konnten die Kinder das Thema der Stunde gestalterisch umsetzen. Doch nicht nur das, was Katechetinnen, Gemeindereferentin und Pfarrer den Kindern vermitteln wollen, hat dabei seine Berechtigung. „Es ist wichtig, dass die Kinder das fragen dürfen, was ihnen gerade durch den Kopf geht“,betont Schöning.„Die Kinder haben die Gruppenstunden mitgestaltet“,schildert Silvia Herz, dass manches Gruppentreffen durch ein Anliegen eines der Kinder eine ganz andere Wendung als geplant nahm.

Themen des Vorbereitungsprogramms waren aber auch ein Besuch auf dem Friedhof, bei dem sich die Kinder die Zeichen des Lebens auf den Grabsteinen ansahen und Kerzen aufstellten. „Die Kinder gehen mit einem solchen Friedhofsbesuch ganz ungezwungen um“,weiß Schöning.„Es war schön, die Kinder dabei zu beobachten“, erinnert sich Silvia Herz. Auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde besichtigt, die Kinder nahmen an einem Lichtergottesdienst in der Gnadenkapelle teil, bereiteten sich auf ihre erste Beichte vor, gestalteten ihre Kommunionkerze und bastelten am Palmsonntag Palmwedel.

Und immer gab es dabei Momente, an die sich die Kinder mit Freude zurück erinnern. So berichtet Emma schmunzelnd von der Fußwaschung, die sie bei der Fahrt nach Speyer in der Rolle von Jesus erfahren durfte - allerdings nur, weil ein anderes Mädchen Strumpfhosen trug, ergänzt ihre Mutter lächelnd.

So war für die Kommunionkinder mit dem gestrigen Weißen Sonntag zwar der große Tag endlich gekommen, aber ein bisschen werden sie die regelmäßigen Treffen ihrer Kommuniongruppe sicherlich vermissen, denn die Gruppen sind in den zurückliegenden Monaten sehr zusammengewachsen.

„Wir hoffen, dass die Kinder im Nachhinein sagen: Das war schön!“,so Silvia Herz.

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